Eine Maß, die DEUTSCHE EINHEIT

von Egon W. Kreutzer
In München geht das Oktoberfest auf die Zielgerade. Der Eichstrich, das Maß für die deutsche Einheit „1 Liter“ ist am Maßkrug verrutscht. Ein Verein, der sich gegen schlechtes Einschenken gegründet hat, hat damit ein neues Feindbild entwickeln können. Von einer „Wiedervereinigung“ zwischen den schlecht einschenkenden Schankkellnern, ihren Chefs, den Wiesenwirten und den peniblen Eichstrichbeobachtern kann keine Rede sein. Das allerdings ist jenen, die zumeist auf Kosten in München ansässiger Unternehmen ihre Liter-Krüge leeren, vollkommen egal. Sie nehmen die Maß, wie sie kommt, und trinken davon, soviel sie können, und das erhoffte oder befürchtete Maß der Verunnüchterung tritt zuverlässig ein. Eichstrich hin, Eichstrich her.
Schnitt.
Als die DDR noch DDR hieß, und der Ostblock noch der Ostblock war, hatten wir alle miteinander die Deutsche Einheit anzustreben, und das, obwohl gleichzeitig allen, die im Westen Anlass zur Kritik fanden, empfohlen wurde: „… dann geh‘ doch rüber!“
Eine, im Nachhinein betrachtet, schon damals recht zwiespältige, wenn nicht gar doppelzüngige Denk- und Argumentationsweise.
Doch eines stand fest: Deutschland muss wiedervereinigt werden. Der 17. Juni wurde zur Erinnerung an einen Aufstand in der DDR, der von Sowjet-Panzern niedergeschlagen wurde, zum Tag der Deutschen Einheit und zum arbeitsfreien Feiertag erklärt, der schon bald in den Rang von Himmelfahrt oder 1. Mai abglitt, also nur noch eine mehr oder minder alkoholträchtige Gelegenheit für einen Eintagsausflug war. Fortschrittliche Arbeitszeitsysteme erlaubten später, den 17. Juni in so genannte „Fenstertagsfreizeiten“ einzubauen, was im Frühsommer sehr beliebt war.
Allerdings meinte man bis 1989 mit Deutscher Einheit stets die Aufhebung der Grenze zwischen beiden deutschen Staaten, das Wiedererstehen eines einzigen, vereinten Deutschlands.
Heute mag ich von jener deutschen Einheit sprechen, die als Maßeinheit zu verstehen ist. Jene deutsche Maß-Einheit, die anzeigt, wann das Maß voll ist. Jenes Hohlmaß Deutschland, das mit allem gefüllt wird, was zu Deutschland gehört.
Dieses Maß war vor 25 Jahren, die ehemalige BRD betreffend, noch ziemlich voll. Vielleicht ein bisschen mehr Schaum als Nutzinhalt, aber der Verein gegen unlauteres Einschenken hätte immer noch die Note 3+ dafür vergeben.
Was war da nicht alles drin!
•Die Deutsche Mark
•Die Deutsche Wirtschaft (Deutschland AG)
(von A, wie Allianz, bis Z, wie Zahnradfabrik Friedrichshafen)
•Die Deutsche Bank
•Die Deutsche Bundeswehr
•Die Deutschen Katholiken mit ihrem Zentralkommittee
•Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hatte ihr Drinsein sogar im Namen festgehalten.
•Der Zentralrat der Juden in Deutschland
•Der Deutsche Bundestag
•Die Christlich Soziale Union
•Die Christlich Demokratische Union
•Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands
•Die Freie Demokratische Partei Deutschlands
•Die ARD und das ZDF
•Die Deutsche Welle
•Das Deutsche Bildungswesen
•Das Deutsche Sozialversicherungswesen
•Das Made in Germany
•Der Deutsche Michel.
Nun, die DEUTSCHE MARK wurde entsorgt. Die Deutschland AG zerschlagen. Die Deutsche Bank zum internationalen Investmentbanker umgebaut, die Bundeswehr auf Berufssoldaten eingedampft, die Katholiken und die Evangelen treten in Scharen aus den Religionsgemeinschaften aus. Das deutsche Bildungswesen zeigt von PISA zu PISA immer mehr, dass es nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Gleiches gilt für das deutsche Sozialversicherungswesen sowohl bei der Renten- als auch bei der Kranken- und Arbeitslosenversicherung. Das Made in Germany wird in weiten Teilen von General Electric für sich beansprucht und der Rest wird gerade per VW-Skandal in die Tonne getreten.
Unbeschadet überlebt haben nur die Parteien. Es sind, mit den Grünen und den LINKEn sogar zwei dazugekommen – und die Zahl der Sitze im Bundestag ist auf über 600 in die Höhe geschossen.
Der Deutschland Maßkrug, nach der Wiedervereinigung mit 30 Prozent mehr Fassungsvermögen, hatte mehr als die Hälfte seines Inhalts eingebüßt – und was von den angeschlossenen neuen Bundesländern hätte hinzukommen können, wurde schleunigst durch die Treuhand entsorgt. Die Bodensatzschicht im Maßkrug Deutschland, der Deutsche Michel, wurde zwar um ein paar Millimeter dicker, doch wirkte sich das negativ auf das Fortpflanzungsvermögen, vielleicht auch nur auf den Fortpflanzungswillen aus, sodass sich auch daraus die gewohnte Füllmenge nicht herstellen ließ, vom Erreichen eines Eichstrichs ganz zu schweigen.
Also hat man sich im Kreise der Erlauchten die Köpfe zerbrochen, wie man denn die deutsche Einheit wieder sinnvoll füllen könnte. Da gehörten dann erst einmal alle EU-Europäer dazu, denn man gewährte ihnen innerhalb der EU Freizügigkeit, was dazu führte, vor allem nach der Osterweiterung, dass das Maß schon wieder voller wurde.
Dann wurde entdeckt, dass der Hindukusch zu Deutschland gehört, was sich bei den Afghanen allerdings nur sehr langsam herumgesprochen hat, vor allem, weil sie ja – nachdem sie von der Bundeswehr umsorgt wurden – glauben konnten, Afghanistan sei als neuestes Bundesland beigetreten. Nun allerdings, nachdem die Bw weg ist, jedenfalls größtenteils, kommen sie „Heim ins Reich“. Eine Million Reisepässe sollen ausgestellt worden sein, und Monat für Monat sollen 100.000 davon Gebrauch machen.
Natürlich gehört inzwischen auch der Euro zu Deutschland. Obwohl man das natürlich auch anders betrachten könnte, nämlich, dass Deutschland dem Euro gehört, genau so, wie man früher in gottesfürchtigen Kreisen sagte: „Du gehörst dem Teufel!“
Seit etlichen Jahren gehört nun auch der Islam zu Deutschland und steht mit Burkha und Gebetsteppich gleichberechtigt neben Laptop und Lederhose. Sein Ramadan gehört zu Deutschland wie Oktoberfest und Cannstatter Wasen. Seine Scharia wird großzügig ins BGB und ins StGB integriert und wer will und kann, darf in Deutschland auch noch seine christlichen Werte hochhalten, was vor allem jenen helfen wird, welche die Glaubenskraft der Muslime für Fanatismus halten und ihre fremdartigen Sitten und Gebräuche ablehnen.
Das Gebräu, das in dieser größten deutschen Maßeinheit „1 Deutschland“ schwappt, ist zwar bereits höchst pikant gewürzt, doch noch immer scheint dieses „1 Deutschland“ nicht hinreichend genutzt, nicht bis zum Stehkragen abgefüllt zu sein.
„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit!“, liebsäuselte daher die leibhaftige Inkarnation der germanischen Frigg, Frau des Wotan, Schutzgöttin von Ehe und Familie und bot allen, die da kommen wollten Asyl. So nennt man Adoption in politisch-völkerrechtlicher Größenordnung. Wenn sich die Michel und Michelinnen schon nicht selbst vermehren wollen, soll doch dennoch das Maß jetzt voll werden und auf ewig voll bleiben.
Frau Merkel hätte sich einmal die Zeit nehmen sollen, den Schankkellnern auf dem Oktoberfest über die Schulter zu schauen. Sie hätte erkennen können, wann das Maß voll ist, und – was geschieht, wenn man das Glas dennoch weiter unter den geöffneten Zapfhahn hält.
Es schäumt und schäumt und schäumt über und über – und das in alle Richtungen, links, rechts, vorne, hinten…
Das Maß wird nicht voller. Es fasst nämlich nicht mehr als hineinpasst. Dafür ist es ein Maß.
Alles andere ist nicht alternativlos, sondern bloß maßlos.
Das, was dann überschäumt, generell als Abschaum (andere Bez. für Pack, etc.) zu bezeichnen, entspricht dem Ruf des fliehenden Diebes: „Haltet, den Dieb!“
Was überschäumt, weil der Maßkrug zu lange unter den geöffneten Zapfhahn gehalten wird, wäre gutes, kühles, trinkbares Bier gewesen, hätte der Schankkellner sein Handwerk verstanden, oder sich nicht ab“lenken“ lassen. So wird nicht nur ihm der Kittel nass.
Leider ist es leichter, die Schuld dafür bei anderen zu suchen, als einen eigenen Fehler zu erkennen. Und so, wie es heute aussieht, heißt die Parole nun schon wieder: „Es wird schon irgendwann aufhören zu schäumen, wenn wir nur lange und viel genug einfüllen.“
Originaltext

Über Akademie Integra

Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
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