Zwischenruf eines Blauäugigen: Terrorismus ist besiegbar wenn wir umdenken

 aus „Tlaxcala“

„Entscheidend wird es sein, dass wir endlich aufhören, ausschließlich in den Kategorien des Militärs und der repressiven Gewalt zu denken. Solange wir glauben, wir könnten unser Leben und unsere sogenannten westlichen Werte hauptsächlich mit Panzern, Kampfhubschraubern und Drohnen verteidigen, werden wir keine Ruhe bekommen. “

Peter Vonnahme (Richter i. R.)

Die terroristischen Anschläge seit 2015 (Charlie Hebdo, Stade de France, Bataclan-Theater, Flughafen Brüssel-Zaventem, U-Bahnhof Maalbeek, Orlando sowie zuletzt Promenade des Anglais in Nizza) gleichen sich auf eine gespenstische Art. Die Ähnlichkeit liegt nicht in der äußeren Form der Tatbegehung; diese differiert naturgemäß, abhängig vom Täter- und Opferkreis, von den Örtlichkeiten und vom Ziel der Attentate. Was sich jedoch gleicht, das sind die die öffentlichen Reaktionen, insbesondere die ritualisierte Betroffenheitsrhetorik der Politiker. Diese bekennen sich zum eigenen, „westlichen“ Lebensstil, zur europäischen Wertegemeinschaft, zur grenzüberschreitenden Solidarität und zur wachsamen Kampfbereitschaft („Wir befinden uns im Krieg“). Bei genauem Hinsehen werden wir jedoch Zeugen von tiefem Unverständnis der Problematik. Wir erleben Pathos, Patriotismus und vor allem beängstigende Ratlosigkeit.
Schlimm ist, dass sich dieses Szenario in immer kürzeren Zeitabständen wiederholt. Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass auch Deutschland von großen Anschlägen nicht verschont bleiben wird. Es ist nur eine Frage der Zeit. Eine kleine Vorahnung hat uns der „Axt-Attentäter“ im Regionalzug nach Würzburg vor ein paar Tagen beschert.
Und was unternimmt die Politik? Sie macht das, was sie am besten kann. Sie legt die Stirn in Falten, kondoliert, beschwört, konferiert und erweckt den Anschein, dass sie handelt. Aber sie handelt nicht wirklich.
Schnellschüsse
Die Opfer von Nizza lagen noch in Planen gehüllt auf der Strandpromenade, da waren bereits die stets gleichen Fragen im öffentlichen Raum: Wo war die Polizei? Warum ist sie nicht rechtzeitig eingeschritten? Gab es kein Sicherheitskonzept? Hat man die terroristische Bedrohung unterschätzt? Gibt es Hinweise auf einen islamistischen Täterkreis? Und vor allem: Hätte das Blutbad verhindert werden können?
Die Antwort auf die letzte Frage müsste lauten: Nein, die Gefahr von terroristischen Anschlägen ist das Restrisiko unseres Lebensstils. Aber so entwaffnend ehrlich ist kein Polizeipräsident, kein Innenminister und schon gleich gar kein Regierungschef. Es wäre nämlich das Eingeständnis der eigenen Machtlosigkeit. Stattdessen wird beteuert, man habe alles Menschenmögliche getan, um die Veranstaltungsbesucher, Bahnreisenden und Flugtouristen nach bestem Wissen zu beschützen und künftig werde man noch mehr tun: mehr Überwachungskameras, mehr Straßensperren, Sicherheitskräfte verstärken, ja sogar der Einsatz von Bürgerwehren werde geprüft. Kurzum: Terrorabwehr mit Hardware! Außerdem werde die internationale Zusammenarbeit intensiviert. Leider sei es unvermeidbar, den Datenschutz weiter einzuschränken – zu unserem Wohle. Es gelte, Freiheit zugunsten von mehr Sicherheit zu opfern. Doch schon Benjamin Franklin wusste, dass man bei diesem Geschäft am Ende beides verlieren wird.
Bereits wenige Stunden nach einem Terroranschlag beginnt im öffentlich-rechtlichen Infotainment-TV das Stelldichein der nimmermüden Polit-Allzweckwaffen: Altmaier, Bosbach, de Maizière, Kubicki, Oppermann bis hin zu Scheuer, Stoiber, Trittin und Wagenknecht. Erfahrene TV-Konsumenten wissen im Voraus, dass der Erkenntnisgewinn gering sein wird. Auf die immer gleichen Fragen von Anne Will & Co. folgen die immer gleichen Antworten.
Terroristische Planungen und die Antwort „war on terror“
Währenddessen bereiten junge Männer, zumeist aus dem Nahen Osten oder aus dem Maghreb, ihre nächsten Aktionen vor. Sie kennen ihr Risiko, aber es schreckt sie nicht. Sie haben keine Angst vor dem Tod. Im Gegenteil, manche suchen ihn geradezu. Sie wollen als Märtyrer sterben, um der lustvollen Verheißungen ihrer religiösen Wahnvorstellungen teilhaftig zu werden. Die Tragik dieser jungen Männer ist, dass sie sich unmerklich von den Glaubensinhalten ihrer Religion entfernt haben – verführt und fehlgeleitet von fanatisierten Gotteskriegern.
Parallel dazu räsonieren unsere Sicherheitsexperten darüber, wie man mit scheinbar rationalen Maßnahmen (Polizeieinsatz, Schusswaffengebrauch, Überwachung, Aufklärung) den Zerstörungsphantasien von verblendeten Islamisten begegnen kann. Dabei wird übersehen, dass die Logik der künftigen Attentäter mit westlichen Denkschemata nichts gemein hat. Während wir den Anspruch erheben, bedrohtes Leben zu schützen, ist ihr Sinnen darauf gerichtet, durch hundert- und tausendfachen Mord an unschuldigen Menschen größtmögliche öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen und flächendeckend Angst zu erzeugen.
Es scheint, dass ihr Plan in den letzten Jahren aufgegangen ist: Sie bestimmen den Takt des Todes, wir betrauern und bestatten die Opfer. Allmählich beginnen wir zu begreifen, dass es nahezu unmöglich ist, aberwitzige Terrorpläne im Vorfeld zu erkennen und ihre Ausführung zu verhindern. Welcher Analytiker hat schon die Phantasie sich vorzustellen, dass es einer Handvoll junger Männer aus dem Morgenland gelingen könnte, nahezu zeitgleich vier Passagiermaschinen in ihre Gewalt zu bringen, um mit ihnen unter Hingabe des eigenen Lebens die höchsten Türme und das Verteidigungsministerium der größten Militärmacht der Erde zu zerstören? Ein solches Szenario kommt nur in Fieberträumen vor. Oder wer kommt auf die absurde Idee, dass ein bisher unauffälliger Mann am französischen Nationalfeiertag mit einem gemieteten Lastwagen die von Feiernden gesäumte Strandpromenade in Nizza entlangfahren könnte in dem alleinigen Bestreben, möglichst viele Menschen zu überfahren?
Angesichts der offensichtlichen Schwierigkeit solche Planungen rechtzeitig zu erkennen, verfiel die westliche Politik auf die Idee, das Übel von Grund auf auszurotten. Man klassifizierte missliebige Staaten als Schurkenstaaten, erklärte sie als vogelfrei und entschied sich für den war on terror. Doch bald zeigte sich, dass man terroristische Aktionen nicht mit konventionellen Kriegen bekämpfen kann. Zu groß sind die Unterschiede. Der klassische Krieg ist dadurch gekennzeichnet, dass Staaten ihre Konflikte mittels Armeen und Feldherrn auf Schlachtfeldern austragen. Terroristische Aktionen hingegen werden jedoch nicht von Armeen, sondern von im Untergrund operierenden Kommandos ausgeführt. Nicht Materialschlachten und die Eroberung von Feindesland stehen im Vordergrund, sondern die zynische Absicht, mittels massenhafter Tötung Unschuldiger weltweit Aufmerksamkeit zu erlangen und dadurch psychischen Druck auf den militärisch hoch überlegenen Feind aufzubauen. Während Soldaten überleben wollen, benützt der „moderne“ Terrorist sein eigenes Leben als Waffe. Für solche Auseinandersetzungen („asymmetrische Kriege“) eignen sich Soldatenheere und Militärtechnologie nicht, weder zur Vorbeugung noch zur Abwehr von Übergriffen.
gal_11759Tomas, Italien
Irrweg
Die asymmetrischen Kriege haben zudem eine schlimme Nebenwirkung: Sie erzeugen neuen blutigen Terror. Die Erfahrungen der letzten 15 Jahre haben gezeigt, dass der war on terror häufig zum Terror gegen die Zivilbevölkerung mutiert. Präsident Barack Obama hat kürzlich eingeräumt, dass seit 2009 bei US-Drohneneinsätzen in Pakistan, Jemen, Somalia und Libyen zwischen 64 und 116 unschuldige Zivilisten getötet worden (sog. sog. Kollateralschäden). Andere Quellen sprechen von 1147 Opfern (The Guardian), Menschenrechtsorganisationen sogar von etwa 6000. Es bedarf wenig Phantasie sich vorzustellen, dass Angehörige und Freunde von unschuldigen Drohnen- oder Bombenopfern leicht für Vergeltungsaktionen („Terroranschläge“) zu gewinnen sind. Der Journalist und ehemalige CDU-Abgeordnete Jürgen Todenhöfer sagte kürzlich in einem Gespräch mit WDR2: „Wir haben jetzt 14 Jahre lang „Krieg gegen den Terror“ geführt. Am Anfang hatten wir ein paar hundert international gefährliche Terroristen, jetzt haben wir über 100.000.“ Auch wenn diese Zahl nicht genau überprüfbar ist, zeigt sie eine gefährliche Tendenz auf. Wir befinden uns auf einem Irrweg.
So werden wir es nicht schaffen.
Wir müssen umdenken.
Wenn wir Terrorismus ernsthaft eindämmen wollen, kommen wir nicht umhin, neue Wege zu beschreiten. Sie bieten eine weitaus bessere Zukunftschance als das phantasielose Weiterlaufen auf falschen Wegen. Prinzip Hoffnung.
Es gibt allerdings keine Garantie, dass die Kursänderung geradlinig und schnell zum Ziel führt. Unsere Geduld wird gefragt sein und Rückschläge werden nicht ausbleiben. Diese Einschränkung gilt jedoch für die bisherige Sicherheitsdoktrin erst recht. Das wuchernde Krebsgeschwür des Terrorismus beweist es jeden Tag aufs Neue.
Wir müssen umdenken.
Unser bisheriges Denken geht in die falsche Richtung. Die alte gescheiterte Politik fragt immer: Wie kann man geplante Attentate im Voraus erkennen? Mit welchen Mitteln kann man Terroristen unschädlich machen? Welche Sicherheitsmaßnahmen sind zu verstärken? Das ist zu wenig! Mehr Soldaten, mehr Polizisten und mehr Überwachung sind eine unzureichende Antwort. Natürlich ist Präventionsdenken vonnöten, aber genau genommen setzt es zu spät an. Wenn ein junger Mann erst mal zum Terroristen geworden ist, ist die Schlacht fast schon verloren. Richtigerweise sollte also gefragt werden: Was kann man tun, damit junge Männer gar nicht erst zu Terroristen werden? Wie kann man den Sumpf austrocknen, auf dem Terrorismus gedeiht?
Erforderlich ist ein schonungsloser Blick auf die Hintergründe des Terrorismus, auch auf eigene Fehler der Vergangenheit.
Die „Fehlersuche“ erfordert große Offenheit und die Bereitschaft, eigenes Fehlverhalten einzuräumen. Das ist kein Selbstläufer. Denn im Wortschatz der Mächtigen stehen Reflexion, Empathie, Verständigungswille, Ausgleich sowie Konfliktforschung nicht an oberster Stelle.
Feindbild Islam
In einem ersten Schritt müssen alle dogmatischen und sorgsam gepflegten Scheuklappen abgelegt werden. Wenn heute der Islam als Quelle allen Übels verdächtigt wird, dann sollten wir uns daran erinnern, dass das nicht immer so war. Es gab lange Perioden des friedlichen Zusammenlebens zwischen Muslimen, Juden und Christen. Wenn es heute anders ist, dann ist das Beweis dafür, dass sich irgendwann in der Vergangenheit etwas zum Schlechteren verändert hat. Wir müssen also ergründen, warum es heute anders ist. Die Ursachen für die Verschlechterung der Beziehungen können weit zurückliegen und sie können im Verborgenen liegen. Denkbar sind neben Kolonialismus, Ausbeutung und Hegemoniebestrebungen auch kulturelle Überheblichkeit, Ausgrenzung, Geringschätzung anderer religiöser Überzeugungen, Bevormundung, Übervorteilung, Armut, Hoffnungslosigkeit sowie tatsächliche oder vermeintliche Kränkungen und Entrechtungen.
Islamismus
Es ist an der Zeit, dass wir wohlfeile, aber vereinfachende Erklärungsmodelle hinter uns lassen. Der immer wieder gehörte Hinweis „Nicht alle Muslime sind Terroristen, aber alle Terroristen sind Muslime“ ist inhaltlich nicht richtig (Näheres hierzu Jürgen Todenhöfer). Doch selbst wenn die Tatsachenbehauptung stimmen würde, wäre der Satz dennoch falsch. Er hat denselben Erkenntniswert wie die Feststellung, dass alle Atombomben der Menschheitsgeschichte von Christen abgeworfen wurden und zudem alle Drohnenmorde, Kreuzzüge und Hexenverbrennungen von Christen zu verantworten seien. Ebenso wenig wie diese Verbrechen den Kern des christlichen Glaubens abbilden, ist das Phänomen des Terrorismus dem Islam zuzurechnen. Eine solche Vereinfachung verkennt, dass muslimische Terroristen längst den Boden ihres ursprünglichen Glaubens verlassen haben. Ihr Handeln hat somit mit dem Islam genauso viele Gemeinsamkeiten wie die Verbrennung von Ketzern auf dem Scheiterhaufen mit der Lehre von Jesus. Nicht die Bibel oder der Koran sind schuld an den Wahnsinnstaten, sondern die Verirrungen Fehlgeleiteter. Verantwortlich sind nicht „der Islam“ oder „das Christentum“, sondern Islamismus und christlicher Fundamentalismus. Im Übrigen übersehen die Vereinfacher völlig, dass nicht Europäer und Amerikaner die Hauptleidtragenden islamistischer Terroraktionen sind, sondern Menschen, die in islamisch geprägten Ländern leben.
Entsolidarisierung
Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich dramatisch geöffnet. Die 80 Superreichen dieser Erde haben so viel wie die ärmere Hälfte der Erdbevölkerung und das sind immerhin 3,5 Milliarden Menschen. Ein solches System schafft Verbitterung und Hass. Die zornigen jungen Männer, die sich dagegen auflehnen, sind nicht Monster, die das Böse in sich tragen, sondern sie sind die Kehrseite einer entsolidarisierten „freien“ Gesellschaft. Wer das total entgrenzte System treffen will, hat es leicht. Er kann überall und jederzeit zuschlagen. Für Hoffnungslose ist es gleich, wen sie treffen, Hauptsache es trifft dieses System. Nur wenn es gelingt, das System in eine solidarische Gesellschaft umzubauen, besteht eine Chance. Wer es aber nicht einmal versucht, macht sich mitschuldig an den Toten der Zukunft (Staatssekretär a.D. Heiner Flassbeck).
Doppelmoral
Der auf einer „christlich-jüdischen Wertegemeinschaft“ aufbauende Westen ist einer beängstigenden Selbstgefälligkeit verfallen. Wir haben keine Zweifel: Wir sind die Guten. Wer nicht mitspielt, ist der Böse.
Wir messen mit zweierlei Maßstäben. Wir beklagen den Blutzoll, den uns „der Islam“ auferlegt. Tatsache ist aber, dass Täter mit christlichem oder jüdischem Glaubenshintergrund im letzten Jahrhundert ungleich mehr Muslime getötet haben als umgekehrt Christen und Juden durch muslimische Gewalttäter umgekommen sind. Im ersteren Fall nennen wir das Selbstverteidigung oder gerechter Krieg, im letzteren Fall islamistischen Terrorismus. Zur inneren Rechtfertigung des eigenen Tuns genügt die Überzeugung, dass man selbst auf der richtigen Seite der Geschichte steht. Unsere Politik lebt von Doppelmoral. Wir haben uns verrannt. Kürzlich sprach Bundespräsident Gauck angesichts einer Bombendetonation in Istanbul, bei der mehrere Deutsche umkamen: „Wieder wurden bei einem hinterhältigen terroristischen Anschlag unschuldige Menschen ermordet“. Er hat ja recht. Aber hat man jemals Vergleichbares von ihm und Seinesgleichen gehört, wenn durch völkerrechtswidrige westliche Interventionskriege hunderttausende unschuldige Muslime ums Leben kamen wie etwa im Irak, in Libyen, in Syrien? Wo bleiben dann die Millionenaufmärsche in unseren Hauptstädten? Und wo bleibt die westliche Politprominenz wie seinerzeit beim Marche Républicaine nach dem Charlie Hebdo-Attentat? Wo sind die Sondersendungen im TV?
Solange der innere Zusammenhang zwischen rechtswidrigen Kriegen und der Zunahme bestialischer Terrormorde nicht begriffen wird, werden wir mit dem Terrorismus leben müssen und nebenbei auch mit der Millionenschar verzweifelter Kriegsflüchtlinge, die unser Land fluten.

gal_13956

Terrormaschine, von Tjeerd Royaards, Niederlande
Gespaltene Zungen
Politik und Medien sprechen mit gespaltener Zunge, wenn sie terroristische Attentäter stereotyp als feige und hinterhältig bezeichnen. Ist es etwa mutiger, in einem sicheren Befehlsstand in den USA auf einen Knopf zu drücken, um einen in Afghanistan vermuteten Gotteskrieger samt seiner Entourage mittels lautlos anfliegender Drohnen zu ermorden? Das, was bei uns als feige und hinterhältig eingestuft wird, ist die Folge davon, dass die terroristischen Einzeltäter weder über Drohnen noch über Jagdflugzeuge verfügen. Es ist zu vermuten, dass viele dieser Desperados ihre zur Selbstvernichtung führenden Sprengstoffgürtel liebend gerne gegen modernes Kriegsgerät austauschen würden. Aber das ist uns keinen Gedanken wert.
Falsche Sprachbilder sind wirkmächtig. Denn entscheidend für unsere Weltsicht ist nicht, was ist, sondern woran man glaubt.
Was tun?
Mit dem Erkennen von Fehlern ist es nicht getan. Das Erkannte muss auch umgesetzt werden. Hierbei sind Begegnungen „auf Augenhöhe“ und die strenge Beachtung des Rechts unverzichtbar. Letzteres gilt auch – und gerade – dann, wenn sich die andere Seite außerhalb des Rechtsrahmens bewegt. Es mag schwerfallen, aber Rechtsstaaten dürfen sich in ihrer Reaktion auf terroristische Übergriffe unter keinen Umständen zu illegalen Handlungen hinreißen lassen. Wer glaubwürdig sein will, muss die „Stärke des Rechts“ beweisen und nicht das „Recht des Stärkeren“ praktizieren. Es ist fatal, wenn ein Staat Kriege führt mit dem Anspruch, andere Länder zu demokratisieren, und hierbei seinerseits Völkerrecht oder Menschenrechte massiv verletzt. Nicht weniger schlimm ist es, wenn wir, die Guten und Gerechten, im Umgang mit ressourcenreichen Unrechtsstaaten bei deren Rechtsbrüchen schelmenhaft beide Augen zudrücken, nur um eigene Vorteile zu erlangen. Wer so handelt, macht sich im wahrsten Sinne des Wortes angreifbar. Einer solchen Politik der Beliebigkeit wird es nicht gelingen, die Keimzellen des Terrorismus auszutrocknen. Denn es fehlt ihr am Wichtigsten, an Glaubwürdigkeit.
Wir müssen begreifen, dass nur ehrlicher Dialog zu geistiger Abrüstung, Verständnis und – am Ende eines schwierigen Prozesses – zu Befriedung führt. Das geht nicht ohne Respekt für andere Sichtweisen. Im Bereich der Religion sollte das am Ehesten möglich sein, hier gibt es kein falsch oder richtig, sondern nur glauben oder nicht glauben. Das ist die Spielwiese der Toleranz. Wenn man der muslimischen Welt mit Blick auf deren größere Verletzbarkeit in Religionsfragen mit Empathie und Nachsicht begegnen würde, wäre das nicht Ausdruck von Feigheit oder gar Kapitulation. Es wäre nur Respekt vor anderen Überzeugungen. Die Grenze des Entgegenkommens setzt in jedem Fall das, was in internationalen Konventionen verbürgt ist.
Doch auch im diesseitigen Leben muss die Einsicht reifen, dass unsere westlichen Vorstellungen nicht schlechthin für andere Kulturen maßstabbildend sind. Wir können unsere Lebensformen anbieten, sie erklären und für sie werben. Aber herbeibomben lässt sich Akzeptanz nicht. Aufgabe der Politik wird es sein, die Integration des friedfertigen echten Islam in Europa zu fördern und friedliche Muslime zu stärken. Die Grenzlinie verläuft nicht zwischen christlichen und muslimischen Gesellschaften, sondern zwischen Weltoffenheit und Verblendetheit.
Last but not least
Die Anwendung militärischer Gewalt wird auch in Zukunft nicht völlig vermeidbar sein. Aber sie muss künftig in jedem Fall ultima ratio sein und sie muss die Regeln des internationalen Rechts beachten. Nicht mehr und nicht weniger.
Entscheidend aber wird es sein, dass wir endlich aufhören, ausschließlich in den Kategorien des Militärs und der repressiven Gewalt zu denken. Solange wir glauben, wir könnten unser Leben und unsere sogenannten westlichen Werte hauptsächlich mit Panzern, Kampfhubschraubern und Drohnen verteidigen, werden wir keine Ruhe bekommen.
Tlaxcala-Text
Courtesy of Nachdenkseiten
Source: http://www.nachdenkseiten.de/?p=34333
Veröffentlicht unter Éthnos, Bewußtsein, Kultur-Leben, Menschenwürde, Rechts-Leben, Soziales Leben, Zum Aufwachen | 1 Kommentar

Das System Erdowahn

Quelle
Veröffentlicht unter Éthnos, Bewußtsein, Kultur-Leben, Menschenwürde, Rechts-Leben, Soziales Leben, Zum Aufwachen | Kommentar hinterlassen

Denkpause nach dem nächtlichen Putschversuch in der Türkei

von Milena Ramboli, „Tlaxcala“

Wenn es einen Putschversuch im Lande gibt, wissen die Menschen nie, worum es wirklich geht und was gerade wirklich passiert und ob das nicht alles nur ein Albtraum ist. Es bricht Panik aus, weil es eine vermeintliche Bedrohung gibt. Menschen rufen sich gegenseitig an und fragen nach. Diese Bedrohung wird auch immer realistischer, weil man sie am Laptop, im Fernsehen oder in den sozialen Medien sieht. Oder man ist gerade mitten auf der Straße und wird von Militärflugzeugen überflogen und hört Panzer und Geschosse.

turkey_military_coup2Es melden sich Menschen aus aller Welt bei einem, die nachfragen, anrufen, schreiben und wissen möchten, wie der Putsch so ist, wie das denn alles sein kann. Man erhält E-Mails, in deren Betreff man liest: Putsch? Die Menschen wollen wissen, was es mit der Nachrichtensperre an sich hat, welche sozialen Medien wann abgeschaltet werden und welcher türkische Sender noch Pressefreiheit hat. Denn alle denken, es geht um Islam gegen Pressefreiheit, Islam gegen Demokratie, Islam gegen laizistisches Militär.
Es kommen Fragen wie: „Du bist aber nicht mitten drin oder?“ oder Ratschläge wie: “Pass auf dich auf… Lass nicht die mutige Kommentatorin raushängen.. Halt Dich am besten aus der Politik im Lande raus.“
Sich aus einem Putsch rauszuhalten, klingt aber nach einem Biedermeierparadoxon, denn jeder von uns ist Teil der Geschichte, und Geschichte ist eben Politik, Macht, Kampf um Ressourcen und Militärtechnologie. Und dies gilt auch für ein Volk mit einer vorübergehenden Ausgangssperre, um nicht abgeschossen zu werden, und nicht um der Meinungsfreiheit willen.
Aber alles hat am Ende immer mit dem Islam zu tun, denn alles mündet irgendwie in den großen, inklusiven Ozean des Islam, der alles in sich aufnimmt, so sieht es der Westen. Der afghanische US-Bürger, der mit seiner komplexen Identität als Schwuler nicht zurechtkommt, dann HIV bekommt und sich rächt, indem er in einem Schwulenclub Latinos abschießt, ist Muslim, am besten noch vom Islamischen Staat, also kein Muslim der Biedermeierzeit, sondern der Geist einer aktiven Terrorzelle aus dem irakischen Sunnistan von ISIS im Ausland. Der tunesisch-französische LKW-Fahrer, der anstatt Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu singen, in Nizza in eine Menge rast: auch hier hat die Sache mit dem Islam zu tun und mit seinen möglichen Verbindung zu islamistischen Terrorzellen der ersten, zweiten oder dritten eingebürgerten Generation im alten Kolonialstaat Frankreich.
Die islamische Gemeinde Frankreichs ist entsetzt und entschuldigt sich zwischen den Zeilen für etwas, mit dem sie gar nichts zu tun hat. Wäre es ein nicht-muslimischer Franzose gewesen, hätte sich wohl eher die nationale Vertretung der LKW-Fahrer für dessen Tat entschuldigt.
Und hier wieder. Die Menschen im Westen denken, es geht um Demokratie gegen Islam und Islam gegen Demokratie. Wer dann wer ist, ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass die Fronten sich verhärten und die Mauern am Ende der Sackgassen stehen bleiben. Teile und herrsche!
Nach dem Putsch fordert der türkische Präsident Erdogan die Menschen auf, auf die Straße zu gehen. Es ist 0.37 Uhr. Sie jubeln wie nach einem Fußballspiel. Es folgt ein Sondergebetsruf für den Zusammenhalt der Nation. Nun ist es wieder still hier an der Mittelmeerküste in der Nähe von Alanya. Und es ist 3.18 Uhr. In Ankara und Istanbul ist es noch laut, wahrscheinlich die ganze Nacht noch. Eine Kollegin freut sich heute abend zum ersten Mal, doch am Stadtrand ihr Zimmer gemietet zu haben anstatt in unserer Nähe in der Istanbuler Altstadt.
Der Westen guckt auf den Destabilisierungsversuch und denkt sich irgendwie doch, dass vielleicht das Militär wirklich den demokratischen Notstand zurecht ausrufen wollte, um die islamische Diktatur im Natoland, das direkt an den IS grenzt, wegzufegen. Die Muslime hier freuen sich über den Imageverlust der alten Militärelite, Türken wie Kurden. Aber die meisten möchten einfach nur leben und diesem nihilistischen Schachspiel aus dem Wege gehen. Selbst das Militär distanziert sich vom Putsch und erklärt ihn für illegal.
Der Kampf um die Macht holt auch den genügsamsten Bürger ein. Jeder muss sich auf eine Seite stellen, wissen, wo er hingehört, Farbe bekennen, genau wie nach einem Fußballspiel.
Und die ganze militaristische Spieluhr singt nicht mehr. Man weiß am Ende nicht, was geschehen ist, man weiß aber, dass es um Macht geht. Um sehr viel Macht. Und man weiß, dass es die „Technologisierung“ der Militärmacht noch schwerer macht, die Angst zu vergessen. Denn es fahren Panzer durch die Straßen, eine Polizeistation wird gebombt …. Menschen sterben. Es wird an der Bosphorosbrücke in Istanbul gekämpft.
Und dies mitten in einem friedlichen Juli einer Türkei, die sich gerade vom Islam ohne Allah des Terroranschlags des Istanbuler Flughafens Atatürk erholt hat und hofft, es wird sie eine Zeit lang nicht mehr treffen oder wenigstens nicht so hart.
Alle hoffen auf ein Ende des Bürgerkriegs in Syrien und auf ein Ende des Bürgerkriegs im eigenen Land. Alle sind müde, sich jeden Tag fragen zu müssen, wer wann und warum auf wen schießt, Autobomben hochgehen lässt oder sich selbst in die Luft sprengt, indem er sich auf Allah, den Gott des Lebens beruft und andere in den Tod reißt. Alle möchten Sicherheit und Wohlstand für ihre Familien in diesem Vielvölkerstaat mit einer toleranten und geduldigen Zivilbevölkerung, die noch nicht an ihrer Willkommenskultur zerbrochen ist.
Immer wenn man sich die Dinge nicht rational erklären kann und auch nicht mal militaristisch oder kolonialistisch, dann geht es um nihilistisches Denken zwecks Destabilisierung eines Landes mit muslimischer Bevölkerung und um paranoide Machtspiele. Es geht um Resourcen um der Macht willen, nicht mal mehr um des Geldes willen.
Was mir heute klar wurde, ist, wie froh die Türken jeglicher Herkunft darüber sind, endlich alle auf einer Seite zu stehen, gegen das Militär und gegen die Destabilisierung ihrer jungen Demokratie. Gehört die Spaltung zwischen Kemalisten und Islamisten der Vergangenheit an? Möchten sie nun alle gemeinsam keine militärische Willkür und keine Machtspiele gegen das Volk und den Staat? Wollen sie alle die blinde Unterwürfigkeit gegenüber dem Militär über Bord werfen, um eine langfristige soziale Ruhe im Lande zu erlangen? Das ist heute Nacht meine Hoffnung in meiner Wahlheimat, vor allem für die neue Generation der Kinder, die davon nichts oder wenig mitbekommen hat.
Originaltext
Veröffentlicht unter Éthnos, Bewußtsein, Entfaltung der Menschenwürde, Kultur-Leben, Menschenwürde, Rechts-Leben, Soziales Leben, Zum Aufwachen | Kommentar hinterlassen

„Sie“ und „Wir“: ein LKW und die Werte

von Fausto Giudice, Übersetzung Milena Rampoldi, „Tlaxcala“

„Das ist wichtig… denn wir müssen ihnen zeigen, dass nicht sie herrschen werden, sondern wir“: das sagt eine blonde Dame um die siebzig mit Schirmmütze und Brille.  In der Hand hält sie eine blau-weiß-rote Flagge. Wir sind irgendwo im tiefen Frankreich während der nationalen Schweigeminute für die Opfer des LKW von Nizza am 16. Juli 2016 gegen Mittag.

„Sie“ und „wir“. Wer sind denn diese „sie“? Und wer sind „wir“? That’s the question.
Eine frankophone maghrebinische Tageszeitung titelt: „Gezielt waren die republikanischen Werte“. Donnerwetter! Wie Raymond Barre so schön gesagt hätte: „Gezielt waren die republikanischen Werte. Getroffen wurden unschuldige Franzosen“. Hatte somit der wahnsinnige LKW-Fahrer aus Nizza was gegen die „republikanischen Werte“? Welche Werte denn?
Nein, meine liebe Frau, es gibt kein „Euch“ und „Uns“. Denn es gibt nur ein „Uns“. Und dieses Uns heißt Menschheit. Und es gibt auch keine Werte, die als republikanisch gelten dürfen und andere, die es nicht wären. Es gibt Menschenwerte, und diese Menschenwerte sind universell. Und der erste Menschenwert bezieht sich auf die Unantastbarkeit des Lebens in jeglicher Form, ob nun Mensch, Tier, Pflanze oder Gestein.
Der Islamische Staat hat den wahnsinnigen LKW-Fahrer aus Nizza als einen „seiner Soldaten“ bezeichnet. Und darauf haben sich alle Medienexperten gleich gestürzt, um zu „bestätigen“, dass der LKW-Fahrer von M’Saken auch wirklich ein Dschihadist war. Wäre das alles nicht so tragisch, könnte man darüber lachen. Denn schließlich hatte der IS ja schon erklärt, dass der Mörder von Orlando auch einer der Kämpfer seiner internationalen Schattenarmee war. Nun weiß man aber, dass Omar Mateen sich rächen wollte, weil er von einem seiner Liebhaber aus Puerto Rico mit dem HIV-Virus angesteckt worden war und somit so viele „schwule Latinos“ wie möglich töten wollte. Der IS nutzt wohl alle Mittel für sich. Denn es wäre ja schade, diese wunderbaren Gelegenheiten nicht zu nutzen, die die internationalen Medien zu bieten haben, um sich kostenlose Werbung zu machen. Und diejenigen, die die Bekennerbotschaften des IS auch noch „bestätigen“, stellen wirklich nur ihre bodenlose und kriminelle Dummheit unter Beweis.
Und der zweite universelle Wert, meine liebe Dame, lautet: „Du wirst nicht über deinen Mitmenschen herrschen“. Denn solange man die Menschheit in „Herrscher“ und „Beherrschte“ aufteilt, wird es wahnsinnige LKW-Fahrer geben, die sich dafür entscheiden werden, die letzte Viertelstunde ihres Lebens in einem menschentötenden Feuerwerk zu verbringen, und dies mit der Sicherheit, eine globale Resonanz in den Medien zu erlangen.
Originaltext
Veröffentlicht unter Éthnos, Bewußtsein, Entfaltung der Menschenwürde, Kultur-Leben, Menschenwürde, Soziales Leben, Transformation, Zum Aufwachen | Kommentar hinterlassen

AUFRUF ZUM PROTEST!

Deutschland ab 2016 offiziell wieder militärisch offensiv! –Europas Existenz provokant gefährdend!

Ende Mai/Anfang Juni dieses Jahres informierte die Tagespresse (SZ, FAZ u.a.) über Details eines „Weißbuches” (ein offizielles militärpolitisches Richtlinien-Handbuch der BRD-Regierung), welches im Sommer veröffentlicht werden soll. In diesem werden u.a. die sog. Feinde – d.h. Staatsfeinde aus militärpolitischer Sicht, gegen die umgehend und maximal aufzurüsten ist – konkret beim Namen genannt!
Diese sind: „der IS, der Cyberterror – und Russland”!
Diese Vorab-Veröffentlichung besagt, dass Deutschland wieder eine militärische Führungsrolle übernehmen soll! Die Bundesrepublik soll über ihre Bundeswehr – so im Entwurf des Weißbuches – in Zukunft ein „zentraler Akteur in Europa“ werden. Des Weiteren sei Deutschland bei Auslandseinsätzen bereit, innerhalb eines Bündnisses auch Führungsverantwortung zu übernehmen! Letzteres bezieht sich hier – unterstellter Weise – auf die Führungsinitiative in der NATO, wenn es gegen den amtlich definierten Feind (Russland – als einzigem Staat!) geht. Hierfür ist nun die Bundeswehr mit mehr Geld – so der Sinn des Ganzen – hochzurüsten…
* * *
Unser Kommentar: Im Rückblick waren – nun deutlich erkennbar – alle freundlich-kooperativen Worte und relativen Vereinbarungen zwischen der BRD und Russland offensichtlich geheuchelt. Die nun im offiziellen Dokument offenbarte Absicht, gegen den genannten Feind (Russland) hoch zu rüsten und ab einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt die Bundeswehr einzusetzen, war wahrscheinlich keine ‚Über-Nacht-Entscheidung’! Zu welchen konkreten Rückschlüssen und militärpolitischen Entscheidungen wird, ja muss Russland aufgrund einer solchen Weißbuch-Offenbarung seines deutschen Nachbarn kommen? Soll diese nur als harmloser und zweckpolitischer Irrtum klassifiziert werden oder soll Russland notwendiger Weise demnächst gründlich – auch militärisch – darauf reagieren? Könnte dies von den USA sogar erwünscht sein?
Dieser Weißbuch-Entwurf reflektiert die aktuellen Stimmen des Bundeskanzleramtes, sowie des Verteidigungs- und Außenministeriums der Bundesrepublik Deutschland und deren Hintermänner…!
„Russland habe sich von der Partnerschaft mit dem Westen abgewandt … das erfordere Antworten von EU und NATO…” – (Quelle: FAZ und SZ 27.5.2016, etc.). Man spricht in einer Wortwahl, die fast erpresserisch-drohend klingt!
W I R  P R O T E S T I E R E N
auf das schärfste gegen diese öffentliche, Russlands militärisches Einsatzpotential herausfordernde, überdeutliche ‚Vorab-Kriegserklärung’ der BRD!
Wir distanzieren uns auch grundsätzlich von jeglichen, auf konkreter, militärischer Gewalt aufbauenden Planungen von Offensiven! Wir sind der Meinung, dass außereuropäische Mächte in Führungs- und Entscheidungsinstitutionen nationaler und europäischer Institutionen grundsätzlich nichts verloren haben! Solch eine provozierende und andere Völker diskriminierende Politik der BRD (?) stellt unter Berücksichtigung von Russlands Atompotentialen die weitere Existenz Europas, ja sogar die des Planeten in Frage! Deswegen schließen wir uns als Friedensvereinigung mit Sitz in Österreich diesem Protest der partnerschaftlichen Friedensvereine ausdrücklich an!
Deutschland hat schon bei den größten Zivilisations-Katastrophen in der Geschichte der Menschheit – die in kurzer Abfolge in zwei Weltkriege mündeten – eine wesentliche Rolle gespielt! Das genügt uns absolut! Eine dritte Katastrophe, wie es in dem Weißbuch anklingt und die zu einer Provokation von Bundeswehr und NATO gegen Russland führt, darf es nicht mehr geben! Grundsätzlich für niemanden auf unserem Planeten!
Wo bleiben die umgehend erforderlichen Einsprüche gegen dieses a-kulturelle Verhalten der bis heute lautlosen UN, der UNESCO, gar des Vatikans und anderer Friedens- und Kulturgemeinschaften? Denn bei einer militärischen Konfrontation der Bundeswehr (NATO) mit dem im Weißbuch namentlich genannten Staatsfeind Russland wird es keine militärischen Sieger geben…
Deutschlands Zukunft ist nur dann gesichert, konstruktiv und positive Früchte tragend, wenn es eindeutig und transparent zu einer gewaltfreien Grundhaltung zurückfindet. Ansonsten sollten die nachbarschaftlichen EU-Staaten ,dieses’ zurzeit militärisch entgleisende Deutschland unverzüglich auf den Boden eines militär- und gewaltfreien Weltfriedens zurückholen! Deutschland wäre stattdessen – bei all den heute bereits wissenschaftlich bestätigten, auf die Menschheit global zukommenden natürlich-kosmischen und selbst verursachten Katastrophen und Kataklysmen – dazu prädestiniert, eine Art kontinentales Katastrophen-Netzwerk zu initiieren sowie ein solches auf- und auszubauen, welches unter der pragmatischen Führung einer BRD-Zentrale technisch und zivilisatorisch optimale Sofort-Einsätze ermöglichen würde. Unser Ja hierzu und unsere Freude an einem solchen globalen Hilfswerk wäre groß…
Das real-politische Szenario, welches die BRD derzeit bietet, indem sie einem ohne Frage militärisch übermächtigen Nachbarn per Regierungsbeschluss eine militärische Konfrontation ankündigt und damit heute bereits eine Art Kriegserklärung frei Haus liefert, ist neu und unseres Wissens einzigartig.
Abgesehen davon, dass es diese politische Regierung in der BRD in Kürze mit 99%iger Wahrscheinlichkeit nicht mehr geben wird und neue, das Geschehen bestimmende Initiativen, Aktionen und Taten durch andere gesetzt werden, stellt sich die Frage: Ist das offizielle Deutschland handlungspolitisch noch bei Sinnen?
Aus unserer Sicht hat auch die EU-Führung die kulturell-ethische Pflicht, umgehend zu verlangen, dass die vorstehend aufgezeigten Beschlüsse der deutschen Bundesregierung aus europäischer Friedenssicht sofort zurückgenommen und durch Friedensinitiativen ersetzt werden!
* * *
Unser offenes Wort kommt hoffentlich noch zur rechten Zeit – und sollte von den Bürgern und Bürgerinnen in aller Welt (!) zur Kenntnis genommen werden, denn wir sprechen über einen nächsten Weltkrieg! Auch wenn das Weißbuch in der als Entwurf vorliegenden Form inhaltlich offiziell korrigiert, zurückgezogen oder unter Öffentlichkeitsdruck wegen ‚parteipolitischer’ Bedenken in der geplanten Form nicht erscheinen würde – die Welt sollte vor einem solchen Ungeist, der Russland derart provoziert, gewarnt sein und sich rechtzeitig gewaltfrei, demokratisch und ethisch dagegen wehren!
So wären Sanktionen, d.h. ein Import-Verbot von Waren aus der BRD sowie ein Export-Verbot bestimmter Waren und Produkte in die BRD, ein deutliches und berechtigtes Zeichen der Bürger aus aller Welt für eine grundsätzlich erwünschte Friedenshaltung!
Zur Erinnerung: In der BRD lagern zahlreiche einsatzbereite Atombomben und viele andere Atomwaffen der USA! Solche transportiert die NATO – nach Meldungen im Internet – bereits seit Monaten, speziell in Nordeuropa, umher. Die USA haben in den letzten 60 Jahren die gesamte BRD als ihr stellvertretendes, primäres, militärisch-globales Verteidigungszentrum ausgebaut, welches bereits seit dem Kalten Krieg gegen Russland gerichtet ist! Natürlich haben sich die sog. „Feinde“ längst mit Raketen und Weltraumwaffen darauf eingestellt!
Aufgrund dieser Fakten steht die Zukunft des Einzelnen und seiner Familie unter bedrohlichen Zeichen, die es abzuwenden gilt! JETZT!
* * *
Geehrte Leserschaft, verstehen Sie daher diesen Aufruf als Einladung, konkret mitzuarbeiten!
Kontaktadresse
Veröffentlicht unter Aufrufe, Éthnos, Bewußtsein, Kultur-Leben, Menschenwürde, Rechts-Leben, Soziales Leben, Wirtschafts-Leben, Zum Aufwachen | Kommentar hinterlassen

Fußball und die Zukunft Europas

von Christoph Quarch, „Wirks“
Es ist wieder so weit: Europameisterschaft. König Fußball bittet zum Tanz, und alle machen mit: Ukrainer und Russen sind dabei, Polen und Briten. Wenn’s um Fußball geht, kann von Brexit keine Rede sein. Und das, obwohl der „Club“, der diese Meisterschaft veranstaltet – die UEFA –, skandalumwittert ist wie kaum ein anderer; und das, obwohl die Angst vor Terror um sich greift.
Nein, all das kann die große Begeisterung nicht trüben. Millionen sitzen vor den Bildschirmen, treffen sich zum Public Viewing, fiebern mit: Männer und Frauen, Reiche und Arme, Religiöse und Atheisten – alle.
Wirtschaft gegen Kultur

Wie stellt der Fußball dieses Kunststück an? Was ist sein Geheimnis, dass er ganz Europa fasziniert – und dass er trotz Skandalen seine Attraktivität nicht einbüßt. Wir kommen dem Geheimnis näher, wenn wir uns vor Augen führen, dass sich im Fußball zwei einander entgegengesetzte Mächte treffen: Ökonomie und Spiel. Man könnte auch sagen: Homo Oeconomicus (der wirtschaftende Mensch) und Homo Ludens (der spielende Mensch). Oder: Wirtschaft und Kultur. So oder so: die beiden großen geistigen Konfigurationen, die wie zwei Pole das Spannungsfeld öffnen, in dem sich Europa bewegt – und in dem sich das Schicksal Europas entscheiden wird: Marktplatz oder Kulturraum?
Die Zeichen stehen auf Marktplatz. Das liegt im Naturell des Homo Oeconomicus. Mit tyrannischer Kraft neigt er dazu, sich auszubreiten und die Lebenswelt der Menschen zu kolonialisieren. Die Politik hat er längst erobert, das Gesundheitswesen, das Bildungswesen, das Sozialwesen; auch die Kultur und erst recht den Sport. Allein, das Fußballspiel hält noch dagegen. Sein Umfeld ist schon längst zum Business mutiert, jedoch das Spiel als solches ist immer noch ein Spiel. Es leistet seiner Ökonomisierung unerbittlichen Widerstand.
Der Zauberkreis des Spielgeschehens
Das liegt im Naturell des Spiels. Es hat eine Spielzeit und ein Spielfeld. Das sind die Grenzen, die es vor dem Zugriff des Homo Oeconomicus schützen. Mag der auch noch so geschickt das Spiel zur konsumierbaren Ware für Zuschauer konvertieren, mag er noch so sehr im Merchandising schwelgen und mit Lizenzen handeln, mag er das Spiel noch so sehr seiner Profitgier unterwerfen – den Zauberkreis des Spielgeschehens kann er doch nicht brechen. Das Spiel, solange es seine Unschuld wahrt, entzieht sich seinen Krallen.
Deshalb trotzt der Fußball noch dem Business. Wird auch das Spiel als Ware hoch gehandelt, als Spiel hält es sich von Logik und Denkweise des Wirtschaftens frei. Zwischen Anpfiff und Abpfiff geht es den Spielern nur noch um das Spiel. Gewiss, auch sie wollen gewinnen, das liegt in der Logik dieses Spiels. Doch Gewinnen-Wollen ist etwas anderes als Nach-dem-Gewinn-Schielen. Dem Spieler (wenn er denn ein Spieler ist) geht es ums schöne Spiel. Schön ist es immer dann, wenn es unberechenbar bleibt, wenn es sich dem strategischen Kalkül und der Kontrolle entzieht – wenn es all das nicht hat, was der Homo Oeconomicus so sehr liebt.
Der Stoff, aus dem Tragödien sind
Weil das so ist, können im Spiel Dinge geschehen, die sich in der von Zweckrationalität und instrumenteller Vernunft (Max Horkheimer) beherrschten Welt des Homo Oeconomicus nie zutragen dürfen, wohl aber dort zu Hause sind, wo das Spiel ursprünglich herkommt: in der griechischen Tragödie. Die Macht des Schicksals tritt grausam hervor: Ein Elfer an die Stange zerstört EM-Träume. Ungerechtigkeit wird nicht geahndet: Maradonas „Hand Gottes“ erzwingt den Sieg gegen England. Ein Mann mutiert zum Bock: Zidane rammt Materazzi die Hörner in den Leib. Das ist der Stoff, aus dem Tragödien sind. Das ist der Stoff, der aus dem Fußballspiel ein Drama macht. So lange so etwas beim Fußball vorkommt, ist das Spiel noch nicht zum Business entseelt, sondern bleibt ein kulturelles Geschehen höchster Güte. Das heißt: In ihm bekundet sich das wahre Menschsein: es leuchtet auf in seiner Größe – der Größe einer Niederlage und der Größe des Triumphes.
Doch, wie gesagt, der Fußball ist bedroht. Die gierige Klaue des Homo Oeconomicus greift nach ihm. Er hypt das Spiel, was das Zeug hält. Jeden Flaschendeckel ziert demnächst das Konterfei der Spieler. So wird der Fußball vom Homo Oeconomicus populär gemacht, obwohl sein Geist sich nicht mit dem des Spiels verträgt. Er führt den Fußball vor, wie einen strahlenden, kraftvollen König in einem unsichtbaren Käfig. Er stellt ihn auf dem Marktplatz aus. Ihn feilzubieten, ist des Homo Oeconomicus größter Triumph – und seine größte Gefahr. Denn der König ist nicht tot, das Spiel birgt immer noch ein subversives Potenzial. Sollte der Homo Ludens ausbrechen, wäre die Herrschaft des Homo Oeconomicus gebrochen.
Verhängnis und Rettung

Das also ist das Geheimnis des Fußballs. Er trägt in sich die Spannung zweier Mächte aus: die Macht der Wirtschaft, die Europa heute an den Abgrund treibt; und ebenso die Macht des Spiels, die immer wieder – erst in Griechenland, später in Renaissance und Barock – Europas kulturelle Blüte beflügelt hat; und die neu zu entfesseln, einen Weg aus jener zivilisatorischen Krise weisen könnte, die Europa derzeit heimsucht. So gesehen war das Ziel der Islamisten gut gewählt, als sie in Paris das Stade de France angriffen. Wer den Fußball trifft, trifft in eins die verhängnisvoll herrschende Macht Europas (den Geschäftsgeist) und die Macht, die Europa retten könnte (seine Spielkultur).
Zumal das Fußballspiel nicht nur eine schöne, spielerische Gegenwelt zum globalen Marktplatz inszeniert, sondern auch alle jene Werte und Tugenden feiert, die den europäischen Geist auszeichnen: Teamgeist und Fairness, Disziplin und Kreativität, Respekt und Willenskraft, Größe in Sieg und Niederlage. Vor allem jenes Ineinander intensiver Verbundenheit in der Mannschaft und virtuoser Entfaltung individueller Potenziale der Spieler. Das alles macht die Schönheit jenes Spiels aus, die völlig unabhängig davon ist, wer zuletzt gewinnt. Wenn diese Tugenden und Werte bei der jetzigen EM bekundet werden, gewinnt auf jeden Fall Europa – ganz egal, wer schließlich im Finale steht. So lange Europa spielt, wird sie nicht untergehen.
Dabei sein ist noch immer alles
Ob sich in Frankreich der Homo Ludens durchsetzt oder der Homo Oeconomicus ihn zur Strecke bringt, entscheidet sich an uns, den Zuschauern und Fans. Von uns geht die größte Bedrohung aus. Das lässt sich am Spielfeldrand eines beliebigen Jugendspiels beobachten. Da brüllt und schreit der Homo Oeconomicus in Gestalt echauffierter Mütter und Väter, da zählt beim Publikum allein der Sieg. Da wird Erfolg zum Zwang. Wenn wir den Spielenden mit dieser Haltung begegnen, zerstören wir ihr Spiel. Spielen braucht Bildung, nicht Gier. Wir sollten jenen schönen Geist des „Dabei sein ist alles“ nicht voreilig auf dem Altar des Erfolgs opfern.
Und ebenso wenig sollten wir dem Ungeist des Kontrollwahns frönen. Torkamera, Videobeweis – all das mag den kontrollhungrigen Homo Oeconomicus freuen, dem Spieler ist es ein Greul. Warum? Weil durch Kontrolle jene magischen Momente zunichte gemacht werden, die über Jahrzehnte das Spielerherz entzücken. Man denke nur ans „Wembley-Tor“. Wieviel schöner ist doch eine ungerechte Niederlage als ein verdienter Sieg?
Bei dieser EM geht es nicht um Sieg und Niederlage einer Mannschaft, sondern um Sieg und Niederlage jenes Geistes, der Europas Kultur hervorgebracht hat und groß hat werden lassen. Es geht darum, ob das Fußballspiel endgültig zur bloßen Ware konvertiert wird oder uns als Kulturereignis erhalten bleibt. Um Europas willen sagen wir: Das Spiel möge gewinnen.
Originaltext
Veröffentlicht unter Éthnos, Bewußtsein, Entfaltung der Menschenwürde, Kultur-Leben, Menschenwürde, Soziales Leben, Wirtschafts-Leben, Zum Aufwachen | Kommentar hinterlassen

EM BREXIT

Wie das Herz die Profession besiegt

von „BUSINESS REFRAMING“
„Was mein Kopf denken und mein Herz glauben kann, das kann ich auch erreichen“
Muhammad Ali
Bei der EM 2016 schickt Island am 27. Juni die Engländer, eine der teuersten Profitruppen der Welt, nach Hause. Wie kann es sein, dass ein Top Management mit einem Gehalt von € 4,3 Mio. jährlich von einem „Halb-Tags-Profi-Trainerteam“ besiegt wird? Ist es möglich, dass ein Herz(enswunsch) Einfluss auf die Realität hat?
EM BREXIT„Was Sie (vielleicht) schon mal gedacht, aber bisher nicht zu glauben wagten“ – unser Herz steuert bedeutend mehr in unserem Leben, als bislang überhaupt vermutet. Ein konkretes Beispiel: Die Wissenschaft hat erwiesen, dass das elektromagnetische Feld des Herzens, das größte des menschlichen Körpers ist – weitaus größer, als jenes des Gehirns – und dabei über mehrere Meter Entfernung gemessen werden kann. Es kann nicht nur den eigenen Körper, sondern ebenfalls die Gehirnwellen von Mitmenschen in unserer Nähe beeinflussen und sich mit ihnen synchronisieren. Andere Menschen können deshalb unsere „Herz-Energie“ spüren. Dieses elektromagnetische Feld, liegt in der Evolution begründet, es ließ Gruppen besser kommunizieren, sich austauschen und verstehen, was in früheren Zeiten, überlebenswichtig war. Kinder kommunizieren heute noch die ersten 2 Lebensjahre über dieses Feld, bevor sie eine Sprache lernen.
Vor 20 Jahren begannen Kardiologen und Psychologen zusammenzuarbeiten und bis dahin wusste man, dass das Hirn das Herz beeinflusst. Doch erst seit die Wissenschaftler aus den unterschiedlichen Disziplinen ihre Erkenntnisse und Köpfe zusammen führten, wurde klar, wie sehr das Gleichgewicht des Herzens unser Gehirn ununterbrochen beeinflusst. In was für einen Ausmaß dies der Fall ist, war bis dato völlig unbekannt. Wie ein Fußball-Torwart, der beim Elfmeter hin und her springt, tut es das Herz auch. Es bleibt in Bewegung und passt sich in jeder Sekunde an kleinste Kleinigkeiten an.
Nur, wenn Anspannung und Entspannung gleichermaßen gut funktionieren, arbeitet das Herz harmonisch, in Kohärenz. Das Gegenteil der Kohärenz wird als „Chaos“ bezeichnet. Hier sind die Wellen nicht mehr gleichmäßig, sondern werden auf Monitoren als gezackte Linie, in Folge von Stress, Unstimmigkeit, Ärger oder Anspannung sichtbar. In der Kohärenz, wie beispielsweise Begeisterung, freudiger Erregung, positiver Stimmung, Herzenslust, kann es sich viel besser an aktuelle Gegebenheiten oder Veränderungen anpassen,
Eine weitere Erkenntnis ist, dass das Herz ein „eigenes kleines Gehirn ist“ – ein Netzwerk aus etwa 40.000 Neuronen. Dieses Netzwerk kann unabhängig vom Gehirn eine Situation, ein (Lebens-)Ereignis eigenständig wahrnehmen. Es kann Veränderungen schneller spüren als das „Kopf-Hirn, d.h. die Zukunft intuitiv „vorhersehen“ und den gesamten Organismus beeinflussen. Neben den Neuronen besitzt das Herz eine eigene Hormonfabrik, mit der es mittels der Hormone Adrenalin und Noradrenalin die Leistungsfähigkeit und den Blutdruck steuern und steigern kann. Des Weiteren verfügt diese Fabrik über das herzeigene Hormon Oxytocin, welches die emotionale Bindung stärkt. Diese spürbare Bindung entsteht, wenn eine Mutter ihr Kind stillt, aber auch in Form eines Magnet- u. Resonanzfeldes bei Teams oder Gruppen, die ein gemeinsames Ziel erreichen wollen.
Wir alle können lernen unser Herz in Kohärenz zu bringen. Das geht über ein sogenanntes „Kohärenz-Training“, wobei Hirn und Herz – „was der Kopf denken und das Herz glauben kann“ – in Übereinstimmung kommen. Vielleicht haben ja die Isländer genau so ein Training absolviert.
Auch wenn die EM für die Isländer mit dem Spiel gegen Frankreich zu Ende geht, bleiben sie die Sympathiemannschaft der EM. Die Begeisterung der Mannschaft und der 30.000 Fans, die ihre Mannschaft nach Frankreich begleitet haben (fast ein Zehntel der Bevölkerung!) hat andere angesteckt. Auch nach dem verlorenen Spiel gegen Frankreich feierten die Fans auf Frankreichs Straßen. Das ist ein Geist, der die Menschen in Europa verbinden kann.
Originaltext
Veröffentlicht unter Éthnos, Bewußtsein, Entfaltung der Menschenwürde, Kultur-Leben, Menschenwürde, Soziales Leben, Transformation, Zum Aufwachen | Kommentar hinterlassen

Gibt es noch Rettung für das heutige Brasilien?

Von Leonardo Boff
(Anmerkung von AI: Wenn, im nachfolgenden Beitrag von Leonardo Boff, die spezifisch brasilianischen Verhältnisse verallgemeinert und auf die Weltverhältnisse übertragen werden, könnte die Frage: „Gibt es noch Rettung für das heutige Brasilien?“ auch lauten: „Gibt es noch Rettung für die heutige Welt?“)
Jeder, der sich die politisch-sozioökonomische Situation anschaut, fragt sich: „Gibt es noch Rettung für das heutige Brasilien?Eine Diebesbande, verkleidet als Senatoren und Richter, sind entgegen aller das Gegenteil belegenden Argumente darauf aus, eine unschuldige Frau, Präsidentin Dilma Roussef, zu verdammen, die weder der unrechtmäßiger Aneignung öffentlicher Güter noch irgendeiner persönlichen Korruption anzuklagen ist.
Durch die neuen, wichtigen Enthüllungen wurde klar, dass das Problem nicht Präsidentin Roussef ist, sondern die Operation Lava Jato, welche, abgesehen von einzelnen Beschuldigungen gegen die Arbeiterpartei PT, den Großteil der Oppositionsführer betrifft. Sie alle haben auf die eine oder andere Weise durch Geschenke von Petrobras profitiert, um ihre Wahlsiege sicherzustellen. „Wir müssen diese Blutung stoppen“, sagte einer der bekanntesten der Korrupten, „sonst wird es uns alle betreffen. Wir müssen Dilma loswerden.
Niemand setzt sein eigenes Vermögen aufs Spiel, um seine Wahlkampagne zu finanzieren. Niemand braucht dies zu tun: Dafür gibt es eine schwarze Kasse, die durch korrupte Unternehmen gefüllt wird, welche sich damit spätere Vorteile für große Projekte zu sichern suchen, oftmals zu überhöhtem Preis. So kommt deren Vermögen zustande.
In den Augen der Welt befinden wir uns in einer lächerlichen Situation: zwei Präsidenten, einer davon unrechtmäßig, schwach und ohne eine Führungsqualität; der andere legitim, aber ausgebootet und zur Gefangenen im eigenen Palast gemacht; zwei Planungsminister: einer ausgebootet, der andere nur ein Ersatz; eine monströse Regierung, reaktionär und im Volk unbeliebt.
Wir befinden uns in der Tat im Blindflug. Niemand weiß, worauf diese Nation zusteuert, die die siebtgrößte Weltwirtschaft mit den weltgrößten Öl- und Gasvorkommen ist sowie von unübertroffenem ökologischem Reichtum, d. h. der Grundlage der künftigen Ökonomie. So wie die Kräfte jetzt aufgestellt sind, führt uns das nirgendwohin außer in einen eventuellen sozialen Konflikt.
Die Armen, die die Mehrheit der Brasilianer stellen, sind es gewohnt zu leiden und einen Ausweg finden zu müssen. Doch es wird ein Punkt kommen, an dem das Leid unerträglich werden wird. Niemand kann mehr gleichgültig bleiben beim Anblick von Kindern, die vor Hunger sterben und am kompletten Mangel an medizinischer Versorgung. Und man kommt zum Schluss: so kann es nicht weitergehen, eine Revolte muss her.
Dies erinnert mich an einen franziskanischen Bischof aus dem 13. Jh. in Schottland, der die vom Papst erhobenen hohen Steuern ablehnte und auf die Nachfrage durch den Papst antwortete: „Ich akzeptiere dies nicht, ich verweigere mich und revoltiere.“ Und der Papst gab nach. Könnte so etwas auch heute bei uns vorkommen?
Wenn ich mich in meinen Reden bemühe, einen Hoffnungsschimmer auszustrahlen und man mir sagt, ich sei wohl ein Pessimist, erwidere ich mit Saramago: „Ich bin kein Pessimist; es ist die Realität, die so deprimierend ist.“ Die Realität ist in der Tat für alle deprimierend, außer für die betuchten Eliten, die an rücksichtslose Ausbeutung gewohnt sind und von der sich verschlechternden Lage des Volkes profitieren. Diese Eliten haben ihren profanen Tempel in Sao Paulos Paulista Avenue, wo sich ein Großteil des brasilianischen BSP konzentriert.
Unser großes Problem besteht im Mangel an Führungspersönlichkeiten. Abgesehen vom früheren Präsidenten Lula, dessen Charisma außer Frage steht, sind nur zwei Personen der Rede wert: Ciro Gomes und Roberto Requiao. Meiner Ansicht nach sind sie die einzigen starken Führungspersönlichkeiten, die den Mut haben, die Wahrheit auszusprechen, und mehr an Brasilien denken als an parteipolitische Streitereien.
Diese Krise hat einen bisher ungelösten Präzedenzfall in unserer Geschichte, wie Jesse Souza vor kurzem herausstellte (A tolice da inteligência brasileira, 2015). Wir sind die Erben von jahrhundertealtem Kolonialismus, der uns den Stempel des „wertlosen Volkes“ aufdrückte, das immer von Fremden abhängig war.
Noch schlimmer ist das weltliche Erbe der Sklaverei, die ihre Erben La Casa Grande glauben lässt, sie können Herr über Leben und Tod der Schwarzen und Armen sein. Ihnen reicht es nicht, die Schwarzen und Armen an den Rand zu drängen, nein, sie müssen auch noch abgelehnt und gedemütigt werden. Die Mittelklasse imitiert die Oberklasse, indem sie sich von dieser völlig manipulieren lässt und unbewusst zu Komplizen der horrenden sozialen Ungleichheit wird.
Die superreichen Eliten (71.440 Personen, die laut IPEA 600.000 Dollar pro Monat verdienen), die mithilfe der Massenkommunikationsmittel, welche das Öl in der Maschinerie ihrer Beherrschung ist, wurden „Golpistas“ und Reaktionäre. Diesen Eliten lag nie an wahrer Demokratie, sie wollen nur eine Demokratie von sehr niedriger Intensität, welche sie kaufen und manipulieren können. Sie bevorzugen Putsch und Diktatur. Da Putsche nicht länger mit Bajonetten durchgeführt werden können, planten sie etwas anderes: einen Coup mithilfe von künstlicher Manipulation unter korrupten Politikern, eine politisierte juristische Branche, und durch polizeiliche Repression. Folglich gibt es drei Arten von Putsch: durch Politik, Justiz und Polizei.
Ich schließe mit den Worten von Jesse Souza: „Wir befinden uns selbst in einer Welt, in der Politik von einer Diebesbande bestimmt wird, Justiz durch „justicieros“ gemacht wird, die diese protegiert, einer Elite von Blutsaugern und in einer Gesellschaft, die zu materiellem Elend und spiritueller Armut verdammt ist. Es ist wichtig, dass jeder diesen Coup versteht. Es ist der Spiegel dessen, was aus uns wurde.“ Sollte ich hier Heidegger zitieren: „Nur Gott kann uns retten“? Karl Marx ist da vielleicht bescheidener und akkurater, wenn er sagt: „Es gibt immer eine Lösung für jedes Problem“. Und so wird es sein.
Originaltext
Veröffentlicht unter Éthnos, Bewußtsein, Kultur-Leben, Menschenwürde, Rechts-Leben, Soziales Leben, Wirtschafts-Leben, Zum Aufwachen | Kommentar hinterlassen

Nach Brexit-Votum: Künstliche Beatmung fürs globale Finanzsystem

Veröffentlicht unter Éthnos, Bewußtsein, Geld, Kultur-Leben, Menschenwürde, Rechts-Leben, Soziales Leben, Wirtschafts-Leben, Zum Aufwachen | Kommentar hinterlassen

Waren das noch Zeiten!

aus Klardenker
Adenauer, den seit Wort von gestern nicht mehr scherte (wem auf der politischen Bühne fiel das nicht leicht?), pöbelnder Wehner, beleidigender Strauß, faselnder Brandt, marschierender Kiesinger, akzentuierender Schmidt, polternder Kohl – Herrschaftszeiten! Da sind wir auch auf die Schippe genommen worden, aber bei solchen Exkursionen legte jeder das Micky Mouse Heft beiseite und konnte was erleben. Diese Zeiten haben sich geändert. Merkel, die anscheinend keinen Sekundenkleber mehr in die Finger bekommen darf (Kitt reicht nicht immer aus!), ein Gauck, dem das Volk zu viel geworden ist (ohne Blick dafür, daß er dem Volk zu viel geworden ist), eine Roth, die schon mit 13 zur Steine werfenden Alt68zigerin geworden ist. Von den Jüngeren mag ich schon gar nicht mehr reden. 2/3 heute davon sollen ungelernt sein, ungebildet sind wahrscheinlich noch mehr. Sie stehen immer noch da, obwohl so vieler Vergehen und Fehler schuldig, bei denen in früheren Zeiten der Rückzug von „Amt und Würden“ schon vollzogen wäre. Aber wer stünde dann zur Verfügung? Menschen, unkundig des Lesens und Schreibens? Bis jetzt sind’s ja noch die des Wahrnehmens und Zuhörens Unfähigen.
Mann, den ganzen Tag Micky Mouse! Wer kann das aushalten? Wer will das den ganzen Tag ignorieren?
Wer blickt da noch durch? Wer will denn noch dadurch blicken?
Was wäre wenn dieser Haufen sich nicht mehr auf die Pistole an der Hüfte verlassen könnte?
Wenn‘s denn nicht gegen das Existenzielle gehen würde.
Fußball und Brexit sollen bei Laune halten. Der Klamauk um Fußball (ein wirklich schöner Sport – wenn man selber spielt!) kommt nicht so recht aus dem Quark in diesem Jahr. Obwohl schon fast vorbei! Verständlicherweise gibt es endlich einmal wichtigere Themen im Volke. Existenzielle Themen. Aus Gauck’s Sicht gesehen ist’s wirklich wahr: das Volk stört! Leider lassen sich immer mehr Themen, die weder menschlich noch sachlich in den Tag passen, mit „denen da oben“ kinderleicht in Zusammenhang bringen. Bei den geeigneten Beobachtern schon lange, aber jetzt auch bei den bisher von Verschwörungstheorien unbelasteten „Hinguckern“. Vor Jahren schrieb ich einmal, daß sich die meisten von uns wie Zaungäste gerieren, frei nach dem Motto: habe ich ja nichts mit zu tun!
Mittlerweile sind wir alle zu geladenen Gästen geworden. Wir stehen allerdings nicht mit dem Teller vor dem Grill, sondern sitzen mit dem A…. darauf. Sicherlich gibt es noch genügend Menschen, die erst wach werden, wenn sie an den Haaren aus ihren Wohnungen geschliffen werden. Fromme Wünsche sagen, dazu wird es schon nicht kommen. Wenn ich nach „oben“ schaue – na – da traue ich dem Braten aber nicht. Gerade wenn da einem, der als unbelastet beschrieben wird, aber offensichtlich nicht belastbar ist, das Volk zu viel wird. Dazu gehören auch Nachbarn, Kinder … Nachbarn gehen in die Betreuung (neuer Studienberuf: Sozialbetreuer), Kinder werden in der Kita abgestellt (viele deutsche Kindergärtnerinnen verlieren oder wechseln ihren Job, obwohl immer mehr Bedarf ist!). Zombieworld.
Hinter sich lassen … scheint so einfach … dann wieder auch nicht.
Andreas schrieb vor einigen Jahren einmal: Heimat ist ein Paradies! Ja, das stimmt. Wenn ich nach „oben“ schaue, dann kotzt’s auf mich herunter vor lauter Vaterlandsloser Gesellen, die mit ihren Gesinnungsablegern alles, aber auch alles in den Dreck getreten haben. Und somit den erlauchten und sorgsam gepflegten Wertebegriff Heimat in eine alimentierte vollgemachte Windel verwandelt haben, die uns täglich von fremden „Facharbeitern und Ärzten“, „Journaille“, einbestellter „Prominenz“ und politisch „Verantwortlichen“ um die Ohren gewatscht wird. Und wehe Du sagst, daß das stinkt, dann kommt einer und sagt Dir, daß Du störst!
Stört Dich das?
Großunternehmen in Deutschland gehen bereits seit Beginn des Jahres daran, Deutsche, die über die Mitte der vierzig sind, aus dem Hause zu kegeln. Entweder gegen Abfindung oder Mobbing. Dazu zählen auch Freiberufler. Mal schauen, wann der erste Dachdecker über 45 kein Asylantenheim mehr decken darf.
Mittelständler denen das „Finanzamt“ viel Geld schuldet, aber im Umkehrschluß wegen Peanuts (Verrechnen ist nicht jedermanns Sache!) das Konto schließt und die Beine wegtritt. Bleibt nur zu hoffen, daß all die „im Auftrag veranlassenden“ irgendwann ohne fremde Hilfe eine Kartoffel aus der Erde heraus bekommen.
Unverschämt ist es aber, all diese Zwangsaufträge auf Menschen abzuwälzen, die ihre Haut täglich riskieren, um Ruhe und Ordnung sicher zu stellen. Oder ist es da schon besser, die heran zu ziehen, die illegal zugewandert sind und rudimentär bestens in diesen Bereichen herangebildet sind? Wie es ja auch schon  besprochen ist.
Wer mag da noch auf ein Gewäsch zwischen Merkel und Seehofer hoffen? Wen interessiert, was in der Türkei abgeht (außer Christel Beck)? Warum dort urlauben? Was ist an Obama in seiner Käseglocke so interessant?
Mann, seit die AfD da ist, ändert sich alles! Petry fährt nach Israel, besucht US-Botschaften, Gauland sieht den 2 + 4 als Friedensvertrag an, von Storch bügelt Parteitagsanträge mit gelogenen Worten platt, andere bringen aus phlegmatischer Unkenntnis Kommunalpolitiker auf’s Glatteis, der rechtliche Zustand der Deutschen und des faktisch Jetzigen sei einwandfrei – ja gute Güte! Wo wollt Ihr hin? Mit uns?
Für mich wäre das so, als zöge sich Merkel in der Öffentlichkeit mal einen kurzen Rock an (Oh, Mann!), oder der den das Volk stört, trinkt plötzlich nur noch Molkereiprodukte (Gibt’s vielleicht auch als Mix), oder Uschi sagt, daß jedes ihrer Kinder eine G36 sicher anwenden könne (ohne PC -Animation!). Das heißt, es ist der gleiche Zug, der nach Nirgendwo fährt, mit dem störenden Volk als Passagier.
Wir haben seit Jahren rhetorisch gebildete Schwafler im politischen Umfeld gesehen und gehört, wir haben an der Seitenlinie hoch dotierte Professoren, die trotz eines Art 120 GG von einem „souveränen Deutschland“ schwadronieren. Das, so glaubte ich meinen Ohren nicht zu trauen „aus dem Gewohnheitsrecht der Völker“ heraus (was für eine Begründung – das normativ faktische Spiel). Ein Finanzminister aus dem Epos „Der Herr der Ringe“ (der der heute in Angst und Sorge vor fataler Inzucht Europas lebt, wenn’s denn nicht die Zuwanderung gäbe – Spieglein, Spieglein an der Wand…) läutete vor fünf Jahren einmal: „Das Völkerrecht wurde im letzten Jahrhundert durch zwei Weltkriege ad absurdum geführt!“ Ich entdecke bei diesen Ausdrucksweisen immer wieder den Gebrauch eines unschuldigen Passivismus, wenn es um die Verklärung der eigenen Schuld geht, Mißstände nicht reguliert aber tatkräftig weiterbefördert zu haben. Aber ja, es soll Menschen geben, die nichts anderes können oder anderes nicht besser können.
Nun, es ist mittlerweile verdammt einfach über diese Gesellen so zu polemisieren, sie schlecht zu machen – sie können aus Ihrer Haut nicht mehr heraus. Sie haben ihren Auftrag zu erfüllen. Darum entschuldige ich mich aufrichtig widerwillig für all meine Nettigkeiten dort oben. Aber wehe, Ihr sprecht bei Auftrag noch einmal von Wählerauftrag!
Was könnte man aus der AfD besseres machen? Einfach! Historische, juristische und faktische Bildung in die Basis, damit die Substanz gut wird und das nach oben gespült wird, was selbstsicher und selbstbewußt eine grundlegende Verbesserung für jeden Geneigten und Geeigneten bewegen kann.
Nur möge sich diese Partei nicht vor Aller Augen selbst zerfleischen. Dazu darf man sich fragen, ob die o. g. Personen wirklich von epochaler Bedeutung für die AfD sind. Sachliche Verneiner sind dem Grunde nach Versager. So wie wir es aus den althergebrachten Parteien bereits zur Genüge kennen.
Wollen wir denn Parteien? Wieviel Sinn macht denn die Partei, wenn die „freiheitlich demokratische Grundordnung“ mit dem § 129,2 StGB gesegnet ist und der Rest außen vor (wir alle) den § 130 StGB um den Hals gewickelt bekommt? Leute, so verdient man hier Geld!
Oder woll’n wir unser’n alten Kaiser Wilhelm wiederhaben?
Also, politisch (was es auch immer ist) haben die Deutschen Völker nichts zu erwarten, außer heißer Luft. Vielleicht gibt’s die ganz schnell auf Siedetemperatur, vielleicht auch nicht.
Das europäische Trauerspiel ist zu einem Dauernieselregen mit Wetterauffälligkeiten geworden. Was ist so schade am Brexit? Das so viele Superstars nicht mehr so problemlos in die Premier League wechseln könnten? Von welchen Einkommensklassen reden wir denn hier? Oder von zwei Seiten Micky Mouse Heft, die verklebt sind? Was ist denn nicht gelaufen vor 1973? War das denn alles so schwierig vorher? Würde die EU endlich auseinanderfallen, dann müßte sich nur jeder mehr am Riemen reißen, mehr nachdenken und vielleicht auf etwas (viel) Spaß verzichten. Die Funktionstaste für Spaß und Spiele könnte eingeschränkt werden (ist eh ausgeleiert!). Dann auf zu neuen (alten!) Ufern!
Dann kommen wir auf die Grundlagen zu. Wen wir dazu nicht gebrauchen können, spiegelt das TV jeden Tag bis zum Abschalten vor. Also ausblenden!
Währungsspielchen hat’s ohne EU auch schon vor dem II. WK und auch davor gegeben und zwar viele, viele Male. Denken Sie mal darüber nach, wie sehr verärgert die Amerikaner zu Beginn der 1920-er waren, als die Engländer das Pfund-Sterling tatsächlich einfach zu einer Leitwährung in ihrem Einflußbereich machten. Obwohl 1919 eine Häufung fremden Goldes in den USA plötzlich vorgehalten wurde. So etwas kostet die Arbeits- und Leistungsscheuen immer viel Markt, wenn schlechtes Geld in Form von Krediten und Anleihen nicht los getreten werden kann. Tatsächlich „gelang“ es den Briten noch, Frankreich mit zu ziehen. Man stelle sich vor, dann kam das „Nazi“reich und bog ab 1935/36 noch 27% des US-Handels aus Südamerika zu sich in Form von Warentauschgeschäften ab. Und das nur in Südamerika! Vor diesem Hintergrund versuchte man schon seit 1925 das Bargeld abzuschaffen! Ginge das heute auch wieder? Jetzt nach Brexit? Allet jeht!
Da war der Anlass zum I. WK weitaus geringer (der ethisch-moralische Ansatz zum II., das wissen wir heute alle, war und ist polemisch politische Schaumschlägerei).  Erst eine politische (wirtschaftliche) Absicht verunglimpft Geschichte zur Lüge – niemals das historische Faktum sich selbst!
Das meinte Schäuble in seiner Rede vor den Bankern 2011: Interessen haben vor Völkerrecht zu gehen! Bekannt?
Wir wissen, daß Menschenrecht über das Völkerrecht erreichbar ist. Da fragt man sich, ob die offiziösen Verfechter der Menschenrechte nicht doch etwa in eine andere Richtung zielen und denken.
Schauen wir uns um! Ich kann mir gut vorstellen, daß viele auf alles gefasst sind. Die Herdplatte wird heißer, der Druck höher, das Abkapseln schneller. 500.000 Deutsche sollen sich in diesem Jahr 2016 ernsthaft um eine Auswanderung nach Rußland bemühen. Sicherlich denken wir bei diesen nicht an alimentierte Personenkreise. Auf der anderen Seite bemühen sich mindestens dreimal so viele (und alternativlos unbegrenzt) um ein dauerhaftes alternativloses Bleiberecht in Deutschland, hier rechnet niemand (bis auf gaaaaanz schlaue Verstörte) mit werteschaffenden Personenkreisen. Destruktivismus pur – danach Passivismus nur. Das Volk stört dabei nur. Eine Kartoffel aus der Erde zu holen ist besser als sie als Nase zu tragen.
Wir haben nichts zu erwarten, aus keiner Richtung. Schlecht wie nichts. Wenn’s so ist, dann ist’s gewollt.
Warum soll man sich auf dieses Szenario einstimmen? Ich weiß es nicht. Was ist wenn Rußland zur Kehrseite der gleichen Medaille gehört, wenn Donald Trump und Hillary Clinton ein eigens engagiertes Gespann sind? Wäre Trump schlechter als Clinton? Clinton besser als Trump? Oder ist sie einfach wieder nur eine andere Frau, die Konflikte schürt und keinen verhindert (wofür so ziemlich alles in ihrem politischen und privaten Umfeld spricht!) – so wie Frauen jetzt alles besser können, aber in den letzten 60 Jahren noch keinen einzigen Krieg verhindert, wohl aber geführt haben?
Wir beschäftigen uns seit Jahren mit dem Auf und Ab dieser Szenarien, die wir Politik, Weltpolitik, Nachrichten, Informationen und was auch immer nennen. Sind wir mal objektiv – hat uns das gut getan?
Nur wenige beschäftigen sich mit Wissen, Fertigkeiten, Kenntnissen und deren Mehrung. Bestimmt ist die Mehrheit der Menschen, gerade hier, sich noch gar nicht bewußt, was alles und insbesondere in Ihnen steckt. Wir alle kennen tatkräftige Männer und wundervolle Frauen. Zwei Symbiosen in einem Satz: Mann und Frau; tatkräftig und wundervoll. Wie erstrebenswert ist Phantasie! Entfernt Sie uns doch vom Gedanken des alimentiert sein Wollens, geleitet uns aber zur kräftigen Tat und schafft uns volle Wunder.
Erlebte nur jeder die große Freiheit, täglich fünf Prozent seines eigenen Handelns und Nachdenkens für aufrichtige allgemeine Verbesserung der Dinge aufbringen zu dürfen, genössen wir alle auf dieser Welt jeden Tag eine musikalische Meisterleistung. Aus uns heraus für uns.
Freude, ist einfach gesagt und trotzdem sucht jeder danach. Manchmal denke ich, Freude schaffen ist einfacher als danach zu suchen – ach was! Freude, mein bester Freund!
Fragt Sie heute jemand, was für Sie das wichtigste sei, so antworten Sie getrost:
Freiheit und Wissen!
Das eine gedeiht nur um das andere schwingend, aber beides bereitet die Grundlage für das Glück – allgemein und individuell: Gedeihen, Verstand, Familie, Freude. Und natürlich viel des Guten mehr!
Woran arbeiten Sie derzeit?
Mit den besten Grüßen an Sie
Herz und Verstand in die Hand –
Die freie für den Nachbarn
Ihr
Bernhard Klapdor
Veröffentlicht unter Éthnos, Bewußtsein, Entfaltung der Menschenwürde, Kultur-Leben, Menschenwürde, Rechts-Leben, Soziales Leben, Wirtschafts-Leben, Zum Aufwachen | 1 Kommentar