Wendezeit – bewegte Zeit

von René Cassien
Vor ca. 30 Jahren gründete ich mit einem sehr weisen Menschenbildner eine GmbH. Diese GmbH bildete den Rechtsfuß in unserer materiellen Welt für eine Lebensgemeinschaft von mehreren Hundert Menschen, die neue Wege in ihrem Leben und in der materiellen Welt beschreiten wollten.
Nachdem wir alle Unterschriften geleistet und die behördlichen Vorgänge abgeschlossen hatten, trafen wir uns noch zu einer kleinen Feier im Büro unseres Rechtsanwaltes.
Wir öffneten eine Flasche besten Champagners, füllten ihn in neue Gläser und tranken auf unsere gemeinsame „Unternehmung“.
Als die Gläser ausgetrunken waren, bat uns der weise Menschenbildner die Gläser in einen großen Plastikbehälter zu werfen um sie zu zerstören.
Wir zerstörten die materielle FORM, nachdem wir den „GEIST des Weines“ genossen hatten, im Bewusstsein, dass es sich bei dem nicht um den Alkohol handelt, sondern um den Lichtgehalt des Weines.
Vom Dionysos-Kult der Griechen bis hin zum Messwein wurde dem Rebensaft schon immer eine besondere spirituelle Bedeutung beigemessen. Wie keine andere Pflanze rankt die Rebe in Richtung Licht, wobei die Rebe dabei nicht nur das physische, sondern auch das geistige Licht assimiliert. Daher auch der Ausspruch „in vino veritas“ – im Wein liegt die WAHRHEIT. Schon Dante Alighieri wusste vor mehr als 700 Jahren: „Vom Urbeginn der Schöpfung ist dem Wein eine Kraft beigegeben, um den schattigen Weg zur WAHRHEIT zu erhellen.“
An dieses Erlebnis wurde ich über die Pfingstzeit 2014 intensiv erinnert – „Wo der GEIST weht, wo, wann und wie er will …“.
Vor, über und nach Pfingsten wehte – ja stürmte – bei mir (nur bei mir !??) der GEIST in einem überaus unerwarteten Ausmaß, gleichzeitig wurde auch bei mir die FORM zerstört und ich lebe in einer (nur für mich !??) total veränderter Welt.
Ich möchte sie an diesen Erlebnissen, Ereignissen und Erreichnissen gerne teilhaben lassen.
Vor Pfingsten hatte ich mehrere Tage Besuch, mit dem ich intensive und bewegende Themen besprechen, Erfahrungen sammeln und Erkenntnisse gewinnen konnte. Wir sprachen über REALITÄT und WIRKLICHKEIT, über das GEHEIMNIS DER ZEIT, insbesondere über CHRONOS und KAIROS, und ganz ausführlich über SELBST-ERKENNUNG, deren Prozesse und wie ca. acht Milliarden individuelle und völlig unterschiedliche Menschen auf diesem Planeten Erde eine, ja, die MENSCHHEIT bilden.
Pfingstmontag fuhr ich mit meiner Frau in die Ost-Steiermark in einen außergewöhnlichen Urlaub.
Seit mehreren Wochen bin ich wieder zu Hause, aber jetzt erst in der Verfassung einige Zeilen in AKADEMIE INTEGRA zu schreiben. Ich musste (durfte !?) die Ereignisse erst sorgsam rekapitulieren, vieles „reinigen“, mich von vielem „befreien“ und die neue Situation für mich und meine Umgebung wieder in ein Gleichgewicht bringen.
In diesem Beitrag möchte ich einige Gedanken anmerken zu denen mich der Urlaub in der Ost-Steiermark inspirierte.
Sind sie schon einmal durch die Eingangstür eines Gebäudes gegangen und haben sofort, noch bevor Ihnen der erste Mensch begegnet ist, gespürt, dass sie da nicht hingehören? Sind sie schon einmal in einen Laden, in ein Restaurant in eine Galerie in eine Kirche gekommen und haben sofort gemerkt, dass sie hier gern bleiben möchten? Sind sie schon einmal einem Menschen begegnet und haben auf den ersten Blick gesehen, dass sie mit ihm „können“, dass eine Freundschaft, eine gemeinsame Reise oder eine Unternehmung angenehm werden wird? Sind sie schon einmal in eine Stadt gekommen und haben gleich gewusst, dass sie hier nie wohnen könnten oder auch, dass sie hier am liebsten bleiben würden, wenn es sich nur einrichten ließe? Sind sie schon einmal über eine Landesgrenze gefahren und ist Ihnen dabei klar geworden, dass sie, wenn es nicht unbedingt sein muss, nie wieder in dieses Land fahren wollen oder umgekehrt, dass sie sich hier wohl fühlen, eigentlich hierhin gehören ?
Dieses Wohlgefühl durchströmte mich, als wir die Ost-Steiermark erreichten. Zuvor fuhren wir durch eindrucksvolle Landschaften, enge Schluchten mit teilweise überhängenden Felswänden begleitet von reißenden Bergbächen mit kristallklarem Wasser, Berghöhen mit weitem Ausblick über die „österreichische Toskana“, wie die Ost-Steiermark auch genannt wird.
Plötzlich rief ich intuitiv „hier bin ich zu Hause“ und dieses „zu Hause sein“ fühlte ich während der gesamten Urlaubszeit. Dieses Wohlgefühl überraschte mich und mich bewegte immer wieder die Frage: Wie kommt es zu dieser Regung?
Wissenschaftlich ist nachgewiesen, dass unser „erster Eindruck“, also unser erster intuitiver Blick, nach nur 30 Sekunden in 70 Prozent aller Fälle mit unserem später sorgfältig geprüften Urteil identisch ist.
Doch: Es ist nie der erste Blick und unsere Sinne erfassen gar nichts. Unsere Neuronen erkennen, dass die Neuronen des oder der anderen auf der gleichen Welle schwimmen oder dass die Schwingung im Raum, der sogar menschenleer sein kann, unserer Eigenfrequenz entspricht. Wir sind in ein einheitliches neuronales Feld eingetaucht oder wir sind von einem nicht kompatiblen neuronalen Feld abgestoßen worden. Und diese Kraft ist stärker als unser Verstand, als unser Wille, als wir selbst.
Als rationale Menschen können wir die Kraft dieser Wellen bekämpfen. Dazu benötigen wir extreme Energie, wie jedes Schiff, das gegen starke Strömung voranstampft und nach jedem Brecher Bugwasser absaugen muss, welches den Rumpf zuerst nach oben wölbt, danach, wie bei einer Kraftprobe, mit der Nase nach unten presst und eintaucht, und schließlich – wie aus Protest gegen solche Verachtung des geistig/transzendenten Willens – an seinen Seiten gen Himmel spritzt, nach Hilfe schreiend für den nächsten Schritt. Vielleicht schaffen sie es.
Neuronale Felder aber funktionieren anders: wir nutzen den Schwung der Welle und lassen uns von ihnen tragen: ohne Kampf, ohne Krampf, ohne Kraft. Dies ist die Strategie des Delfins. Es ist eine Strategie der feinen Antennen, die Feldschwingungen empfängt, vielleicht moduliert, vielleicht aber auch nicht und in uns „fährt“, gemeinsam mit allen, die auch darin „schwimmen“, die somit synchron schwingen.
Wie entsteht synchrone Schwingung? Woher bekommen neuronale Felder ihre Kraft?
Das Urbild der Klangerzeugung, dem auch unsere menschlichen Stimmbänder entsprechen, ist die Saite. Wenn eine Saite schwingt, geschieht nun etwas ganz und gar Wunderbares: Nicht nur die ganze Saite, also ihr Grundton, auch die halbe Saite schwingt zwangsläufig mit, also die nächst höhere Oktave. Und es schwingen zudem 2/3 der Saite (die Ouinte), und 3/4 (die Ouarte), und 4/5 (die große Terz), und 5/6 (die kleine Terz) usw. Die ganze Tonleiter erklingt, nur eben als Obertonreihe. Jeder Ton enthält alle Töne.
Das griechische Wort „tónos“ heißt nicht nur Ton, sondern auch Seil, Seide, Anstrengung, Kraft. Es ist die Spannung, die Kraft der Saite, in dessen Ton alle anderen Töne mitschwingen. Durch die Fähigkeit unseres Mundes wird der Atem zur Stimme. Das „Zuerst war der Atem“ der Inder und Tibeter ist deshalb nichts anders wie das „Am Anfang war das Wort“ der Christen. „Wer das Geheimnis des Tones kennt, kennt das Mysterium des Weltalls“, berichtet Sufi Hazrat Inayat Khan von der Offenbarung des Propheten Mohammed.
Die Pythagoräer haben von einer Sternenmusik im Kosmos gesprochen. Musik ist ihnen ein Gleichnis für die Harmonie der Welt. Die Himmelsbewegungen sind nichts anderes als eine fortwährende mehrstimmige Musik, schreibt der große Mathematiker und Astronom Johannes Kepler vor 400 Jahren. Der französische Forscher Francois Warain hat Keplers Berechnungen vor 60 Jahren bestätigt: „Zwischen den Planeten unseres Sonnensystems gibt es 38 Intervalle, also 76 Töne, stellt er fest. 22 Intervalle sind Urharmonien. 72 Töne gehören zur Durtonleiler, 58 Töne entfallen auf den Dur Dreiklang c e g, 44 auf den Moll Dreiklang a.c.g.“
A l l e Materie reagiert auf diese Schwingungen. Körper im gleichen Schwingungszustand sind, so heißt es, miteinander in RESONANZ. Das klassische Beispiel dafür ist die Stimmgabel. Ein alltägliches Beispiel ist ein lockeres Blech in einem alten Auto, das auf eine bestimmte Umdrehungszahl des Motors reagiert. Ein historisches Beispiel sind die Posaunen von Jericho, der Palmenstadt im Jordantal zur Zeit Jesu. Die mit den Posaunen verbreiteten Schwingungen haben sich auf die Stadtmauern übertragen, Resonanz hat sie einstürzen lassen.
Auch unsere Nerven und Zellen reagieren auf Schwingungen sogar auf extrem feine und schwache die vor kurzen noch gar nicht messbar waren: die Gehirnwellen.
Die Neurologie ist gerade dabei, Dinge zu erklären, die uns vor wenigen Jahren als esoterischer Hokospokus vorgekommen sind. Aber auch das hat uns die Sprache bereits vorausgesagt: Das lateinische „cantare“ wird im Allgemeinen mit „singen“ übersetzt. Ursprünglich aber heißt es „zaubern“.
Unsere Wissenschaft entdeckt nun schon seit fast 200 Jahren immer neue Wellen. Und so können wir davon ausgehen, dass wir in Zukunft noch vieles entdecken werden, mit dem wir heute schon in Resonanz schwingen.
Wir machen uns keine Vorstellung von den vielen Schwingungseinflüssen, denen wir ausgesetzt sind.
Unser geflügeltes Wort „Liebe geht durch den Magen“ bezieht sich ursprünglich gar nicht auf Kochkünste, sondern auf Resonanz. Und natürlich nehmen wir, wenn wir Fleisch essen, auch die Schwingungen der Tiere auf, die entweder ein artgerechtes, würdiges Leben hatten, oder zu Tode gequält worden sind.
Ein weiteres Beispiel ist die Wirksamkeit homöopathischer Medikamente. Die Wissenschaft hat in empirischen Studien nachgewiesen, dass Homöopathie wirkt, aber sie hat keine Erklärung dafür, warum sie wirkt. Die möglichen Wirksubstanzen sind so stark verdünnt, dass sie im Medikament eigentlich nicht mehr vorhanden sind. Und wie kann dann eine Wirkung entstehen? Es wird ja keine Chemie verabreicht, stattdessen werden Information und Schwingung weitergegeben. Es ist ein Resonanzphänomen.
Resonanz öffnet dem Informationsfluss Tür und Tor. Das Aufregende dabei ist nun, dass dieser Informationsfluss durch den Verstand nicht gefiltert wird. Wir können auch sagen: er fließt direkt ins Herz. Denken wir an die Ratten und Kinder in Hameln, an strandende Wale und Delfine oder auch daran, als wir verliebt waren, (oder es vielleicht noch sind): Die Erfahrung der Liebe kann mit dem Intellekt nicht verstanden werden, die Gefühle werden direkt und ungefiltert übertragen.
Haben sie schon einmal einen Vogelschwarm am Himmel beobachtet? Hunderte oder tausende von Vögeln fliegen in die gleiche Richtung und ändern plötzlich, im Bruchteil einer Sekunde, diese Richtung – im identischen Winkel. Zeitlupenfilme zeigen 50 000 Vögel, die in weniger als einer winzigstel Sekunde synchron abschwenken. Bei jedem solchen Manöver bleiben einige Vögel auf der Strecke, machen den gemeinsamen Schwenk nicht mit, bemerken, dass sie nicht mehr zum Schwarm gehören, flattern verzweifelt, um den Anschluss zu finden, den einige von ihnen schaffen und andere wiederum nicht – die dann, wieder gemeinsam, einen neuen kleinen Schwarm der zu spät Gekommenen bilden, der, frei nach Michail Corbatschow, vom Leben bestraft wird.
Haben sie schon einmal einen Menschenschwarm beobachtet?
Hunderte oder tausende Teenager, die im Angesicht ihrer Idole die Besinnung verlieren, hunderttausende ausgewachsener Männer und Frauen, die beim Anblick ihres Führers „Sieg Heil“ schreien, Horden von Randalierern, die ohne die Kontrolle ihres Verstandes durch die Innenstadt trampeln und Schaufensterscheiben zertrümmern, ein Saal voller Parteigänger, die nach der Rede ihres Helden in Begeisterungstürme ausbrechen, eine Menschenmenge von Fanatikern, die sich durch ihre Parolen selbst in ein ekstatisches Hochgefühl hineinsteigert, eine Zuschauertribüne bei einem Fußballländerspiel, wo die Fans sich selber vergessen und der Sport die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln ist?
Menschenschwärme, Vogelschwärme, Heuschreckenschwärme, Termitenschwärme, Fischschwärme, Delfinschwärme – alle Schwärme verhalten sich wie Schleimpilze; das ist eine Amöbenart, die als Einzeller lebt, bei knapper Nahrung aber eine Chemikalie ausscheidet, die andere Amöben veranlasst, sich zu versammeln und ihre synchronen Bewegungen bis zu dem Punkt zu verstärken, wo sich ein zusammenhängendes Gebilde auf dem Waldboden fortbewegt. Ein Beispiel für den fließenden Übergang von individuellem zu kollektivem Verhalten: der Amöbenschwarm bewegt sich nicht, er wird bewegt – er wird bewegt von einem Resonanzfeld, das ihn trägt.
Wir können uns das vorstellen wie einen fahrenden Eisenbahnzug: Nachdem wir uns einmal zum Einsteigen entschieden haben, ist unser absoluter individueller Bewegungsspielraum auf kleine Distanzen im Rahmen der Grundbewegung und Begrenzungen des Zugs beschränkt. Unser Planet ist auch so ein Zug. Hier ist das Bild vom Raumschiff Erde gebräuchlicher.
Der Astronaut Edgar Mitchell ist sehr bewegt, als er unseren wunderschönen blauen Planeten an einem dunklen schwarzen Himmel vom Mond aus über sich strahlen sieht:
„Dieser harmonisch und friedlich wirkende Himmelskörper gibt mir ein starkes Heimatgefühl, ein Gefühl des Seins und Einsseins – unmittelbares Weltbewusstsein möchte ich es nennen. Und wenn du zurückkommst fühlst du dich nicht mehr als Bürger der Vereinigten Staaten, sondern als Bürger der Erde.”
Russell Schweikart drückt es so aus:
„Dir wird klar, auf diesem kleinen Ding dort befindet sich alles, was dir etwas bedeutet, alles, was es gibt an Geschichte und Musik, Dichtung und Kunst, Tod, Geburt und Liebe, Tränen, Freuden und Spielen – alles auf der winzigen Kugel dort. Du erkennst, dass du ein Stück davon bist, dass du dazugehörst. Dieses Erlebnis ändert dein Verhältnis zur Erde und zu allen Formen von Leben auf ihr.“
Raumerlebnisse verwandeln Identität und schaffen eine neue Definition von „zu Hause“. Das einheitliche neuronale Feld der irdischen Humanität ist auf dem Mond entstanden und breitet sich seitdem langsam aber spürbar als ein hochfrequenter Schleier über die Erde aus. Distanz läutert; der Blick von außen klärt vieles: Mahatma Gandhi bewirkt die Befreiung Indiens von Afrika aus in Gedanken. Charles de Gaulle bewirkt die Lösung Algeriens von Frankreich von England aus in Gedanken.
Der Ayatollah Khomeini stürzt Mohammed Reza Schah Pahlewi von Persien von Paris aus in Gedanken. Nelson Mandela beendet die Apartheid in Südafrika vom Gefängnis aus – in Gedanken. Das Helden im Exil durch ein einheitliches neuronales Feld mit ihrer heimatlichen Gemeinschaft gestärkt werden, ist ein wiederkehrendes Muster in der Geschichte.
Wir sind hier und machen, ob wir wollen oder nicht, alle Bewegungen des Planeten mit: Die tägliche Umdrehung um seine eigene Achse, den jährlichen elliptischen Umlauf um die Sonne, den 25 860 Jahre dauernden elliptischen Umlauf unseres Sonnensystems um das Zentrum unserer Galaxis (der uns gerade in das so genannte Wassermannzeitalter führt) und den rasanten Flug unserer Galaxis – mit einer Geschwindigkeit von 1,8 Millionen km/h – in Richtung Virgohaufen. Ob auch das eine Reise auf irgendeiner Umlaufbahn ist, wissen wir nicht.
Auf dieser vielschichtigen, spiralförmigen Reise sind wir immer wieder neuen Grundschwingungen ausgesetzt, die einen Rahmen bilden, in dem wir agieren können oder müssen.
Alle großen Staatsmänner und erfolgreichen Unternehmer nutzen das Phänomen der Resonanz, auch wenn das den meisten gar nicht bewusst ist. Diese Menschen können gleichsam einen Lichtschalter bedienen, ohne Elektrizität zu verstehen. Und wir können die elektromagnetischen Wellen, in die unsere Gehirne eingetaucht sind, erfolgreich einsetzen, ohne von ihrer Existenz zu wissen.
Die großen Veränderungen der Menschheitsgeschichte sind nie das Ergebnis kriegerischer Auseinandersetzungen gewesen. Kriege sind Symptome veränderter Schwingungsmuster. Wir bewegen die Welt genauso wenig, wie das Thermometer die Temperatur verändert.
Keine Weltmacht, kein die Welt beherrschendes Gesellschafts- oder Wirtschaftssystem ist je militärisch besiegt worden. Auch zuletzt der Kolonialismus und der Kommunismus nicht. Und trotzdem sind sie untergegangen.
Die Grundschwingung hat sich geändert. Die alten Führer sind mit den neuen Gegebenheiten nicht mehr in Resonanz gewesen. Die Geschichte ist nicht zu Ende, unserem heute die Welt beherrschenden System eines ungeregelten Kapitalismus ergeht es nicht anders – den Anfang vom Ende können wir schon deutlich spüren.
Die Grundschwingungen, auf die alle anderen Schwingungen aufmoduliert sind, ist das Gesetz, nach dem die Welt sich bewegt. Wer sich auf sie einstimmt, ist in Resonanz mit dem „Fluss“ – mit dem neuronalen Feld der Welt.
Mihaly Csikszentmihalyi, der als „Glückspsychologe“ bezeichnete Amerikaner, hat hierfür den Begriff „Flow“ geprägt. Wer in Resonanz mit dem Fluss der Welt ist, bewegt sich „in the flow“ (im Fluss).
Ihm geht alles leicht von der Hand, seine Vorhaben gelingen von selbst, aus seinem Selbst heraus. Wer gegen den Fluss der Welt ankämpft, kann großen Wirbel auslösen, manchmal sogar Wirbelstürme, aber auf Dauer kaum etwas bewirken.
Es geht nicht darum, die Gesetze zu ändern, sondern sie zu respektieren.
Es geht darum, nicht gegen, sondern durch sie zu arbeiten.
„Überall regt sich Bildung und Streben. Alles will sie mit Farben beleben“, sagt Faust über die Sonne. Natürlich ist die Sonne nicht nur Ursprung der Farbe, sondern auch der Gesundheit.
Im Prolog zum Faust aber steht noch etwas Bemerkenswertes:
„Die Sonne tönt nach alter Weise
in Brudersfähren Wettgesang,
und ihre vorgeschriebene Reise
vollenden sie mit Donnergang.“
Goethe lässt die Sonne nicht scheinen, sondern „tönen“. Er wusste, dass wegen ihres größeren Frequenzspektrums vor allem Töne neuronale Felder aufladen.
Große Führer sind Personen, die in Resonanz mit dem „Ton der Zeit“ arbeiten, ihn sich zu Nutze machen. Ihre Größe liegt nicht in ihrer Macht. Die ergibt sich manchmal daraus, ist aber gar nicht so entscheidend, wie wir immer meinen. Ihre Größe liegt in der mentalen Kraft, mit der sie diese Grundschwingung mit den Schwingungen der Neuronen – dem „Ton“ in unserem Gehirn rückkoppeln und ausrichten.
Mahathma Gandhi hat die Frequenz neu ausgerichtet, in der die Menschen in der größten britischen Kolonie schwingen. Michail Gorbatschow hat die Frequenz neu ausgerichtet, in der die Menschen in der Sowjetunion schwingen. Ayatollah Khomeini hat die Frequenz des Iran umprogrammiert, Nelson Mandela die von Südafrika. Charles de Gaulle und Konrad Adenauer haben die Frequenzen umgestaltet, mit denen sich Franzosen und Deutsche Jahrhunderte lang begegnet sind.
Diese Resonanzachse trägt auch dann, wenn die beiden Staatslenker unterschiedlichen politischen Lagern angehören, wie zuerst Ciscard d’Estaing und Helmut Schmid – und später, umgekehrt Francois Mitterand und Helmut Kohl. Und sie hat sogar getragen, wo die beiden Staatslenker sich persönlich zunächst schwer miteinander getan haben, wie Jacques Chirac und Gerhard Schröder, die beide zunächst den innenpolitischen Gegner des anderen favorisiert haben.
In jeder Sekunde laufen in unserem Körper eine Trillion chemischer Reaktionen ab – das ist eine Zahl mit 18 Nullen.
Die können wir bewusst weder kontrollieren noch überblicken. Sie werden gesteuert von den verschiedenen sich überlagernden Schwingungen, auf deren Empfang unser Körper eingestellt ist. Die „Einstellung auf Empfang“, die Entscheidung, womit wir in Resonanz gehen wollen, ist unsere Entscheidung. Ein Parameter dabei ist der Faktor Zeit.
Stellen sie sich eine Symphonie vor, die von einem Tonträger in einer Sekunde abgespielt wird. Würden wir die noch erkennen? Wohl kaum. Stellen sie sich eine Symphonie vor, bei der ein ganzer Ton einen ganzen Tag dauert. Die würden wir sicher auch nicht anhören wollen. Die Beispiele zeigen, unter welchen Bedingungen wir über unsere Ohren mit Musik in Resonanz gehen können.
Viele Tiere, und nicht nur Wale, Wölfe, Mäuse oder Würmer, reagieren auf Signale, zum Beispiel bei nahenden Erdbeben, die von uns nicht bewusst empfangen werden. Resonanz bedarf nicht nur ähnlicher Frequenzen sondern auch ähnlicher Zeitmuster.
Unsere Lungen und unsere Haut atmen Luft ein, filtern das aus uns heraus, was der Körper braucht und geben den Rest wieder ab. Unsere Kultur ist eingebettet in das Hintergrundrauschen der ganzen Welt, empfängt aber nur das, was unser Frequenz und unserem Zeitmuster entspricht. Der Rest wird nicht wahrgenommen, nicht als wahr angenommen. Er fließt durch uns oder unser Gemeinwesen hindurch, ohne Spuren zu hinterlassen. Mit den Frequenzen der Rundfunk-und Fernsehsender, auf die wir unser Gerät nicht eingestellt haben, ist es ebenso.
Die Ost-Steiermark jedoch hat bei mir Spuren hinterlassen und ich bin immer noch mit ihr in Resonanz.
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Frohe Pfingsten !

picasso-geistvon René Cassien
Dieser GEIST, von Johannes (Johannes 3,8) auch als unsichtbarer, nicht fassbarer „Wind“ und von Lukas (Lukas 24,49) als “Kraft aus der Höhe” bezeichnet, durchdrang 50 Tage nach der „Auferstehung Christi“ (Ostern), 3000 versammelte Menschen. In dieser Versammlung waren Juden, Parther, Meder, Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von der Provinz Asien, von Ägypten, dem Gebiet Libyens, sowie auch Römer.
Dieses Ereignis, heute Pfingsten (griechisch: pentekoste = der fünfzigste Tag) genannt, ist verbunden mit dem sog. Sprachenwunder, durch das diese Menschen so zu sprechen befähigt wurden, dass ihre Worte die Herzen aller Menschen erreichten. Alle verstanden sich untereinander trotz mannigfaltig unterschiedlicher Muttersprachen. Dadurch wurde die „ Babylonische Sprachverwirrung“ aufgehoben, mit der Gott einst die Menschen für ihre Eigenmächtigkeit und den Größenwahn des „Turmbaus zu Babel“, der ja bis in den Himmel reichen sollte, bestraft hatte.
Pfingsten steht also für Völkerverständigung als Gegenteil zur Geschichte des „Turmbaus zu Babel“. Ein lehrreiches und noch heute aktuelles Ereignis.
Dieser „Wind“, diese “Kraft aus der Höhe” kann sich aber auch im Leben der Menschen, sofern wir dazu bereit und offen genug sind, als wilder Sturm gebärden, der das Morsche wegweht und die Segel des Neuen bläht, der Weise und Gelehrte zu lautem Rufen drängt und als frischer Wind für Überraschungen sorgt. Aber diese Kraft ist auch spürbar als sanftes Säuseln, das den gehetzten Seelen Ruhe gibt und sich in den Tiefen des menschlichen Herzens niederlässt.
Ist die Taube Symbol ihrer Sanftheit, so ist das Feuer Symbol ihrer Dynamik.
Pfingsten kann also auch genutzt werden, um uns von dieser “Kraft aus der Höhe” durchdringen zu lassen und uns zu hinterfragen, auf dass uns niemals die Intuition, die Inspiration, die Kreativität sowie die persönliche, intime, konstante Hinterfragung der Dinge dieser Welt abhanden komme.
Ich wünsche allen Freunden und Lesern frohe Festtage an diesem wunderbar sonnigen Wochenende, alle mögen erhellt werden im GEISTE und hoffe, ihr steht nicht im Stau gen Süden. Das wäre sicherlich nicht im Sinne der “Kraft aus der Höhe”!
Zur Information:
AKADEMIE INTEGRA verlängert seine Pfingst-Festtage bis ca. Ende Juni 2014.
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Der Mensch: der bewusste und intelligente Aspekt der Erde

von Leonardo Boff
Übersetzung Bettina Gold-Hartnack
Der mit Bewusstsein ausgestattete Mensch sollte nicht als außerhalb des Evolutionsprozesses stehend betrachtet werden. Der Mensch repräsentiert ein sehr spezifisches Moment in der Komplexität der Energien, Informationen und der Materie von Mutter Erde. Kosmologen lehren uns, dass zu dem Zeitpunkt, als ein gewisser Level an Verbindungen erreicht war, an dem eine Spezies von gleichklingenden Vibrationen kreiert worden war, die Erde das Bewusstsein erwachen ließ und damit Intelligenz, Einfühlungsvermögen und Liebe.
Der Mensch ist der Teil von Mutter Erde, der zu einem fortgeschrittenen Moment ihrer Evolution zu fühlen begann, zu denken, achtsam zu sein und zur Verehrung fähig wurde. Dann erblickte das komplexeste Wesen, das wir kennen, das Licht der Welt: der Homo sapiens sapiens. Daher leitet sich, dem antiken Mythos der Achtsamkeit zufolge, der Begriff Homo (Mensch) von Humus (fruchtbare Erde) ab, und Adam (Sohn und Tochter der Erde) stammt vom hebräischen adamah (fruchtbare Erde).
Mit anderen Worten stehen wir weder außerhalb noch oberhalb der lebendigen Erde. Wir sind Teil der Erde, gemeinsam mit den anderen Wesen, die sie ebenfalls hervorbrachte. Wir können nicht ohne die Erde überleben, doch die Erde könnte ihren Weg ohne uns fortsetzen.
Da wir mit Bewusstsein und Intelligenz ausgestattet sind, sind wir Wesen mit einer besonderen Eigenschaft: Wir wurden beauftragt, Sorge für unser Gemeinsames Haus zu tragen und es zu bewahren. Und darüber hinaus: Wir sind mit dem Leben beschenkt und können den natürlichen Vertrag zwischen Erde und Menschheit ständig erneuern, denn seine Erfüllung wird die Nachhaltigkeit des Ganzen gewährleisten.
Diese Gegenseitigkeit Erde-Menschheit lässt sich besser absichern, wenn wir die instrumentell-analytische intellektuelle Vernunft mit der einfühlsamen Vernunft des Herzens verbinden. Dann gelingt es uns noch besser zu verstehen, dass wir Lebewesen sind, die mit Zuneigung ausgestattet sind, und dass wir in der Lage sind zu fühlen und Zuneigung zu schenken und zu empfangen. Diese Dimension ist Jahrmillionen alt, seit das Leben vor ca. 3,8 Milliarden Jahren entstand. Aus ihr entstanden die Leidenschaften, Träume und Utopien, die Menschen in Bewegung versetzen. Diese Dimension, die auch als emotionale Intelligenz bezeichnet wird, wurde in der letzten Zeit unterschätzt, auch im Namen der angeblichen Objektivität der rationalen Analyse. Inzwischen wissen wir aber, dass alle Vorstellungen, Ideen und Visionen der Welt von Anfang an durchdrungen waren von Zuneigung und Sensibilität (Michael Maffesoli, Elogio da razão sensível, Petrópolis 1998).
Die bewusste und notwendige Vereinigung der emotionalen Intelligenz mit der intellektuellen Vernunft wird uns noch mehr dazu verhelfen, für Mutter Erde und ihre Geschöpfe zu sorgen und sie zu respektieren.
Mit dieser intellektuellen und emotionalen Intelligenz besitzt der Mensch auch eine spirituelle Intelligenz. Spirituelle Intelligenz ist nicht nur dem Menschen eigen; namhaften Kosmologen zufolge ist sie eine der Dimensionen des Universums. Geist und Bewusstsein haben ihren Platz inmitten des kosmischen Prozesses. Wir können sagen, dass sie zuerst im Universum auftauchte und erst später auf der Erde und im Menschen. Der Unterschied zwischen dem Geist der Erde und des Universums und unsrem eigenen Geist beruht nicht auf einer unterschiedlichen Herkunft, sondern auf einer unterschiedlichen Ausprägung.
Der Geist war aktiv vom allerersten Augenblick nach dem Urknall. Es ist dies die Fähigkeit des Universums, eine sinfonische Einheit aller Beziehungen und Interdependenzen herzustellen. Seine Aufgabe besteht darin, das zu verwirklichen, was manche Quantenphysiker (Zohar, Swimme u. a.) als Relational Holism bezeichnen: alle Faktoren miteinander zu verbinden und alle Energien zu bündeln, alle Informationen zu koordinieren und alle Impulse nach vorn und nach oben zu bringen, sodass sich ein Ganzes bildet und der Kosmos tatsächlich als ein Kosmos (etwas Geordnetes) entsteht und nicht einfach als ein Nebeneinander von Lebewesen oder ein Chaos.
In diesem Sinne sprechen nicht wenige Wissenschaftler (A. Goswami, D. Bohm, B. Swimme u. a.) von einem selbst-bewussten Universum und von einem Zweck, der verfolgt wird, indem die gebündelten Energien in Aktion treten. Diese Bewegungslinie lässt sich nicht leugnen: von den ersten Energien hin zur Materie, von der Materie zur Komplexität, von der Komplexität zum Leben, vom Leben zum Bewusstsein, das in uns Menschen als individuelle Selbst-Wahrnehmung verwirklicht ist, und von der Selbst-Wahrnehmung gehen wir zur Noosphäre (Teilhard de Chardin), die uns spüren lässt, dass wir alle mit einem kollektiven Geist beseelt sind.
Alle Wesen haben auf der einen oder anderen Weise an diesem Geist teil, ganz gleich wie “unbeweglich“ sie uns erscheinen, wie z. B. ein Berg oder ein Stein. Auch sie sind in einem unbegrenzten Netzwerk von Beziehungen involviert, in dem sich der Geist manifestiert. Wir könnten es in folgende Formel fassen: Der Geist in uns ist das Moment des Bewusstseins, an dem das Bewusstsein seiner selbst gewahr wird, sich als Teil eines größeren Ganzen empfindet und eine Verbindung spürt, die alle Wesen miteinander vereint und in der Existenz eines Kosmos resultiert, nicht in einem Chaos.
Dieses Verständnis erweckt in uns ein Gefühl der Zugehörigkeit zu diesem Ganzen, der Verwandtschaft mit unseren Mitgeschöpfen, der Anerkennung seines inneren Wertes durch dessen bloße Existenz und zum Gefühl, etwas vom Mysterium des Universums aufgedeckt zu haben.
Wenn wir von Nachhaltigkeit in ihrer globaleren Bedeutung sprechen, müssen wir dieses Moment der kosmischen, irdischen und menschlichen Spiritualität einbeziehen, damit die Nachhaltigkeit vollständig und ganzheitlich sein kann und um ihre unterstützende Kraft zu stärken.
Originaltext
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Brecht das Schweigen: Ein Weltkrieg droht

von John Pilger, Übersetzug Hergen Matussik, aus “Tlaxcala”

Warum nehmen wir die Gefahr eines weiteren Weltkriegs in unserem Namen einfach so hin? Warum erlauben wir die Lügen, die dieses Risiko rechtfertigen sollen? Harold Pinter schrieb einst, daß das Ausmaß unserer Indoktrinierung ein „brillanter, sogar witziger und höchst erfolgreicher Akt von Hypnose“ ist, ganz so als wäre die Wahrheit „nie geschehen, selbst zu der Zeit nicht, als sie sich zutrug“.

Jedes Jahr veröffentlicht der amerikanische Historiker William Blum seine „aktualisierte Zusammenfassung der amerikanischen Außenpolitik“, die belegt, daß die USA seit 1945 versucht haben mehr als 50 Regierungen zu stürzen, viele davon demokratisch gewählt; daß sie sich grob in Wahlen in 30 Ländern eingemischt haben, die Zivilbevölkerung von 30 Ländern bombardiert und dabei chemische und biologische Waffen benutzt haben, und daß sie versuchten ausländische Führungs-persönlichkeiten zu ermorden.

In vielen Fällen war Großbritannien dabei Mittäter. Das Ausmaß menschlichen Leids, von der Kriminalität dieser Taten ganz zu schweigen, wird um Westen kaum wahrgenommen, trotz der modernsten Kommunikationsmedien und des vorgeblich freiesten Journalismus auf diesem Planeten. Daß die meisten Opfer des Terrorismus – „unseres“ Terrorismus – Muslime sind, darf nicht gesagt werden. Die Tatsache, daß der radikale Islamismus mit seinem „heiligen Krieg“, der zu den Anschlägen vom 11. September geführt hat, als Waffe der anglo-amerikanischen Politik (Operation Zyklon in Afghanistan) gehegt und gepflegt wurde, wird unterdrückt. Im April stellte das US-Außenministerium fest, daß Libyen in der Folge der NATO-Bombardierung im Jahre 2011 „zu einem sicheren Hafen für Terroristen geworden ist“.

Die Bezeichnung für „unseren“ Feind hat sich über die Jahre hinweg immer wieder geändert, vom Kommunismus bis zum Islam, aber allgemein gesprochen ist es jede vom Westen unabhängige Gesellschaft, die auf strategisch wichtigem oder rohstoffreichem Territorium siedelt. Die Führer dieser störenden Nationen werden in der Regel gewaltsam aus dem Weg geräumt wie etwa die Demokraten Mohammad Mossadeq im Iran oder Salvador Allende in Chile, oder sie werden ermordet wie Patrice Lumumba im Kongo. Alle werden in den westlichen Medien als Karikaturen ihrer selbst oder als Schurken dargestellt – man denke an Fidel Castro, Hugo Chavez und jetzt Wladimir Putin.

Washingtons Rolle in der Ukraine unterscheidet sich von all diesem lediglich in den Auswirkungen, die die Geschehnisse für uns alle haben könnten. Zum ersten Mal seit den Jahren der Reagan-Regierung, drohen die USA damit, Krieg in der gesamten Welt auszulösen. Nachdem Osteuropa und der Balkan jetzt militärische Vorposten der NATO sind, wird jetzt der letzte „Pufferstaat“ an Rußlands Grenze zerrissen. Wir im Westen unterstützen Neonazis, wo ukrainische Nazis Hitler unterstützten.

Nachdem Washington im Februar den Umsturz gegen die demokratisch gewählte Regierung in Kiew organisiert hatte, schlug der Versuch fehl, Rußlands legitime eisfreie Marinebasis auf der Krim unter amerikanische Kontrolle zu bringen. Die Russen verteidigten sich, so wie sie es seit beinahe einem Jahrhundert gegen jede Bedrohung und Invasion aus dem Westen getan haben.

Aber die militärische Umzingelung des Landes durch die NATO hat sich beschleunigt, ebenso wie von den USA koordinierte Angriffe auf die russische Minderheit in der Ukraine. Wenn Putin dazu provoziert werden kann, diesen zur Hilfe zu eilen, wird seine von vorneherein festgelegte Rolle als „Paria der westlichen Wertegemeinschaft“ einen von der NATO geführten Guerilla-Krieg rechtfertigen, der sich höchstwahrscheinlich auch innerhalb Rußlands ausbreiten wird.

Putin hat sich in der Identifizierung der Kriegsparteien getäuscht, indem er eine Verständigung mit Washington und der Europäischen Union suchte, indem er Truppen von der ukrainischen Grenze zurückzog und indem er die russische Minderheit zu bewegen suchte, von dem provokativen Referendum zur Unabhängigkeit vom letzten Wochenende Abstand zu nehmen. Diese Russisch sprechenden und zweisprachigen Menschen – ein Drittel der Bevölkerung der Ukraine – streben seit langem eine demokratische Föderation an, die die ethnische Vielfalt des Landes widerspiegelt und ebenso autonom ist wie unabhängig von Moskau. Die meisten von ihnen sind weder „Separatisten“ noch „Rebellen“, sondern schlicht Bürger, die sicher und friedlich in ihrer Heimat leben möchten.

Wie die Ruinen des Irak und Afghanistans ist die Ukraine in einen Themenpark der CIA verwandelt worden – organisiert von CIA-Direktor John Brennan in Kiew, mit „Spezialeinheiten“ von CIA und FBI, die „Sicherheitsstrukturen“ schaffen, die brutale Übergriffe auf jene überwachen, die sich dem Putsch vom Februar entgegenstellten. Sehen Sie sich die Videos an und hören Sie die die Augenzeugenberichte von dem Massaker in Odessa in diesem Monat. Mit Bussen herangeschaffte Nazischläger setzten das Gewerkschaftshaus in Brand und töteten dabei 41 Menschen, die in dem Gebäude eingeschlossen waren. Sehen Sie selbst (http://www.youtube.com/watch?v=xZUEBIoZu0w), wie die Polizei tatenlos dabei zusah. Ein Arzt beschrieb, wie er versuchte, Menschen zu retten, „aber ich wurde von pro-ukrainischen Nazis zurückgehalten. Einer von ihnen stieß mich grob zur Seite und versprach mir bei dieser Gelegenheit, daß mich und andere Juden in Odessa bald dasselbe Schicksal ereilen werde … Ich frage mich, warum die Welt zu diesen Dingen schweigt.“

Russisch sprechende Ukrainer kämpfen um ihr Überleben. Als Putin den Rückzug russischer Truppen von der Grenze ankündete, prahlte der Verteidigungsminister der Junta in Kiew – ein Gründungsmitglied der faschistischen Partei Svoboda – daß die Angriffe gegen die „Aufständischen“ weitergehen werden. Nach Orwellschem Muster hat die Propaganda des Westens dieses so verdreht, daß es nun heißt, Moskau „versuche, Konflikt und Provokation zu orchestrieren“, wie es der britische Außenminister William Hague ausdrückte. Sein Zynismus steht im Einklang mit Obamas grotesken Glückwünschen an die Junta in Kiew wegen der „bemerkenswerten Zurückhaltung“, die sie in der Folge des Massakers von Odessa geübt habe. Illegal und von Faschisten beherrscht, wird die Junta von Obama gleichwohl als rechtmäßig gewählt bezeichnet. Wie (Kriegsverbrecher) Henry Kissinger einst meinte, kommt es nicht auf die Wahrheit an, sondern auf das, „was für wahr gehalten wird.“

In den US Medien wurde das Massaker von Odessa als „undurchsichtiges Ereignis“ und „Tragödie“ heruntergespielt, bei dem „Nationalisten“ (Neonazis) „Separatisten“ (Leute, die Unterschriften für das Referendum über eine föderalistische Ukraine sammelten) angegriffen hätten. Rupert Murdochs Wall Street Journal beschuldigte gar die Opfer – „Regierung sagt: Tödliches Feuer in der Ukraine wahrscheinlich von den Rebellen ausgelöst“. Die Propaganda in Deutschland verwies direkt auf den kalten Krieg – die Frankfurter Allgemeine Zeitung warnte ihre Leser vor Rußlands „unerklärtem Krieg“. Für Deutsche ist es hinterhältige Ironie, daß Putin der einzige Staatsführer ist, der den Aufstieg des Faschismus im Europa des 21. Jahrhunderts verurteilt.

Eine gängige Binsenweisheit besagt, daß sich die Welt in der Folge des 11. September 2001 gewandelt habe. Aber was hat sich geändert? Nach Ansicht von Daniel Ellsberg, der seinerzeit als Whistleblower Unterlagen des Pentagon veröffentlichte, die das verbrecherische Vorgehen der USA in Vietnam dokumentierten, hat in Washington ein stiller Putsch stattgefunden, nach dem jetzt ein zügelloser Militarismus Maßstab und Ausrichtung der US-Politik ist. Gegenwärtig führt das Pentagon in 124 Ländern „Spezialoperationen“ durch. Daheim in den USA sind wachsende Armut und rapide verschwindende Freiheitsrechte der Kollateralschaden für den permanenten Kriegszustand. Addieren wir hierzu noch die Gefahr eines Nuklearkriegs, so stellt sich die Frage: Warum nehmen wir dies alles hin?

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Ukraine – USA: Was will Obama mit seiner 1-Milliarde-”Europa-Beruhigungs-Initiative” erreichen?

aus “Konjunktion”
Kriegsnobelpreisträger Barack Obama sprach vor wenigen Tagen davon 1 Milliarde US-Dollar in die Hand nehmen zu wollen, um die “europäische Sicherheit” zu gewährleisten. Abgesehen davon, dass sich eigentlich weder die USA noch die europäischen Vasallen eine solche “Investition” leisten können, sehen wir hier einen erneuten Propagandazug des US-Regimes. Der offizielle Name dieser Initiative lautet “European Reassurance Initiative” oder zu deutsch “Europäische Beruhigungsinitiative”. Mit dieser Initiative – besser wäre wohl “Wehrtechnikankaufsprogramm” – wollen uns die westlichen ReGIERungen “beruhigen” und die Ängste nehmen, dass morgen russische Panzer über die Straßen von Warschau, Athen, Rom oder Berlin rollen. Die gute Nachricht dabei ist, dass Uncle Sam bereitsteht und uns versichert, dass er so etwas nicht zulassen wird und dass eine zusätzliche Milliarde den russischen Bären wieder in seine Schranken weisen wird.
Hat man jemals etwas lächerlicheres gelesen oder gehört?
Um was geht es denn wirklich bei dieser Initiative?
Im Amerikanischen gibt es eine wunderbare Redewendung, die besagt, dass
für einen Mann mit einem Hammer alles wie ein Nagel aussieht.
Für Obama und seine Washingtoner Hintermänner sehen die EU und die Ukraine wohl wirklich wie Nägel aus, weil das einzige Werkzeug, das die USA in ihrer Außenpolitik seit Jahrzehnten benutzt, ein “Hammer” bestehend aus Geld und Waffen ist. Aber gehen wir nochmals für eine Sekunde einen Schritt zurück.
Die US-Außenpolitik in und für Europa ist mehr oder weniger gescheitert. Nicht nur dass der US-gesteuerte Coup in der Ukraine sich zu einer voll umfassenden Katastrophe entwickelt hat, zeigten auch die letzten Europawahlen ganz eindeutig, dass die europäische Bevölkerung immer EU- und US-kritischer wird. Um konkret zu werden: Seitdem die EU nur mehr ein Instrument der USA ist, um Europa im kolonialen Herrschaftsstil zu beherrschen, bedeutet eine Anti-EU-Haltung gleichzeitig auch eine Anti-USA-Haltung. Bernard-Henri Levy, ein Polit-Clown der sich selber als “Philosoph” bezeichnet und der der Liebling der europäischen Eliten ist, sagte einmal, dass
Anti-Amerikanismus eine Metapher für Anti-Semitismus ist.
Um in seinem Worten zu sprechen: “Anti-Europäismus ist eine Metapher für Anti-Amerikanismus” (zumindestens wenn wir unter “Europa” den transnationalen Moloch EU verstehen und nicht das “Europa der Vaterländer”, wie es de Gaulle, ein wahrer französischer Patriot und Europäer, bezeichnete). Und auch die Verschwörer in Washington wissen das, denn dumm sind sie nicht. Dabei ist das Schlimmste für diese Leute, dass ihnen die Zeit davon rennt und die Situation bzw. Stimmung an der Basis immer schlechter wird – und das nicht nur in Tageszeiträumen gemessen, sondern in Zeitspannen von Stunden. Besonders Frankreich kann jeden Tag “regelrecht explodieren”.
Aber das echte Problem ist nicht Europa oder die Ukraine, es ist in den USA selbst zu finden. Die US-Führung, berauscht von einer kaiserlichen Hybris und der Arroganz der 1%, hat ganz einfach Bismarcks Worte vergessen, dass
Politik, die Kunst des Möglichen ist.
Und das ist auch der Grund dafür, dass sie anstatt nach den bestmöglichen Kompromiss, der zu einem bestmöglichen Ergebnis führt, zu suchen, sie sich mit Todesverachtung an ein unmögliches Ergebnis klammern: Ein Europa geführt durch die EU und eine vereinigte Ukraine an der Grenze zu Russland. Das wird natürlich so niemals eintreten. In der Tat ist es so, dass je mehr die USA für ein solches Ergebnis Druck ausüben, umso unwahrscheinlicher es ist, dass es jemals Realität wird. Dazu benötigt man auch nicht Hegel, um das zu verstehen – ein schneller Blick auf die derzeitigen Ereignisse in Europa zeigt klar, dass das USraelische Konzept für eine “Zone vom Atlantik bis zum Ural (ATTU)” nirgendwo hinführt und in einer peinlichen Kernschmelze enden wird.
Angesichts dieser Perspektive macht das Weiße Haus das, was die Franzosen als “fuite en avant” (die “Flucht nach vorne”, wenn man so will, oder “noch schneller im Treibsand verschwinden”) bezeichnen.
  • Die Russen haben den ukrainischen Köder nicht geschluckt? Nun gut, wir geben einfach vor, dass sie irgendwas gemacht haben und “beruhigen” die Europäer dadurch, dass wir erklären, dass “die Sicherheit der amerikanischen Europa-Verbündeten unantastbar ist” mit genügend Nachdruck, um sie hoffentlich glauben zu machen, dass sie in echter Gefahr sind.
  • Die faschistische Junta in Kiew hat gerade ein weiteres Massaker im Osten verübt? Kein Problem, wir loben einfach das Regime für seine Zurückhaltung und seinen “demokratischen Charakter”.
  • Die EU-Führung hat nach den letzten Wahlen eine Panikattacke erlitten? Auch kein Problem, wir geben ihnen einfach einen Milliarde Dollar Bestechungsgeld, um ihnen zu zeigen, dass wir an ihrer Seite stehen, egal was und unabhängig davon wem diese lästigen Europäer beim nächsten Mal ihre Stimme geben.
Denn genau das ist diese 1 Milliarde Dollar. Es ist nur Bestechungsgeld für die 1% in den USA und in Europa, das unter diesen Plutokraten unter dem Deckmantel “Europa zu beruhigen” verteilt wird. In Wahrheit dient die “Europaen Reaasurance Initiative” nur dazu, die europäischen Eliten und die EUkraten zu beruhigen, die auch die einzigen sind, die wirklich davon profitieren werden. Und wo soll eigentlich das Geld dafür herkommen? Nun Uncle Sam kann ganz einfach dieses Geld aus dem Nichts mit Hilfe von ein paar Tastatureingaben am richtigen Computer erschaffen. Und solange die EU und der Rest der US-kolonialisierten Welt weiterhin Zahlungen in US-Dollar akzeptieren, werden sie diejenigen sein, die wirklich diese “EU plutocracy reassurance initiative” bezahlen.
Man könnte erwidern, dass dies eine dumme Strategie ist, die die Dinge nur schlimmer machen wird. Und derjenige hat recht. Aber nicht in diesen engen Zeiträumen. Außerdem sind Geld und Waffen die einzigen zwei “politischen Werkzeuge”, die die US-Eliten verstehen – also warum nicht etwas Geld auf diese Sache werfen und hoffen, dass allein durch Säbelrasseln der Westen stärker wirkt.
Es ist so pathetisch, wie es unmoralisch ist. Die gute Nachricht ist, dass USrael sich wirklich selbst sabotiert und dass es das schneller und besser tut als es sich eine äußere Macht erträumen könnte. Und wir sind dabei noch weit davon entfernt das Schlimmste davon zu sehen (man denke nur einmal daran, wie eine Präsidentschaft von Killary Clinton aussehen würde!).
Die Menschen in der Ostukraine und in Russland sollten weiterhin – auch wenn das angesichts der Massaker und Übergriffe durch die Kiewer Junta mehr als schwierig ist – ruhig bleiben und erkennen, dass all die “heiße Luft aus dem Westen” genau das ist – heiße Luft. Ja, natürlich “klingen” sie machmal beängtigend, aber das nur, weil die amerikanischen Politiker Meister darin sind andere das glauben zu machen, und weil sie – wie Chris Hedges es so brilliant formuliert hat – das “Reich der Illusionen” anführen. Egal was sie sagen, die Realität am Boden, in der realen Welt, ist, dass Kiew keinerlei militärische Optionen im Donbass besitzt, genausowenig wie der Westen militärische Optionen bzgl. Russland hat. Ja, sie können es sicherlich “behaupten”, aber behaupten ist nicht gleich haben.
Was wir alle in Erinnerung behalten sollten, ist, dass weder Geld noch Waffen Kriege gewinnen. Ja, sie sind wichtige Faktoren, aber sie können das Ergebnis nicht entscheiden. Willenskraft dagegen schon. Die Amerikaner sind sich dessen übrigens bewusst. Nur die Dummen glauben ihrer eigenen Propaganda, aber die Schlauen wissen, dass der einzige Zweck der “glauben machen, dass…”-Propaganda nicht im Tun liegt, sondern um den Gegner zu demoralisieren und seine Widerstandskraft zu brechen. Die Gefahr dabei ist, dass, sobald der Gegner dies verstanden hat, auch etwas anderes begriefen wird: Dass das Bellen schlimmer ist als der eigentliche Biss. Genau das passierte auch mit der Hisbollah.
Jahrelang hat die USrealische Propaganda die Kämpfer der israelischen Armee (IDF) als eine Art Elite dargestellt, eine fast unbesiegbare Kraft (die sie nie war und wie alle wußten, die mit ihnen trainiert haben). Und dieser Mythos der Unbesiegbarkeit Israels hat den gesamten Mittleren Osten gelähmt – bis es zur Herausforderung durch die Hisbollah kam. Genauso wie Robert Fisk 2006 berichtete:
Während in der Vergangheit die Libanesen in ihre Autos gesprungen und Richtung Norden gefahren sind sobald ein israelischer Angriff angekündigt wurde, würden sie jetzt in ihre Autos springen und in Richtung Süden fahren.
Dieser “Schalter” im Kopf der Libanesen besiegte in Wahrheit die IDF im Jahr 2006, nicht irgendwelche Superwaffen der Hisbollah.
Doch was bedeutet das für die Ost- und Südukraine?
Es bedeutet, dass die Leute in dieser Region wirklich an sich selber glauben müssen und aufhöhren auf eine russische Interventionen zu hoffen, die nicht eintreten wird – zumindestens zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Lasst Obama solange mit seinem 1 Milliarde-“Hammer” fuchteln bis er ihn aus Erschöpfung fallen lässt, aber lasst euch nicht von einem Sieg ablenken, der in greifbarer Nähe ist. Ja, die Massaker von Odessa, Mariupol, Slaviansk, Kramatorsk, Donezk and jetzt in Lugansk sind ekelhafte Gräueltaten, die weder vergessen noch vergeben werden können, aber sie haben nicht das gleiche Ausmaß wie der Horror des 2. Weltkriegs.
Lügen und Terror haben die exakt gleichen Ziele: Den Willen ihrer Gegner zu brechen. Und wir müssen noch mehr Lügen und Terror durch die Faschisten in Kiew, unterstützt durch den Westen, erwarten. Aber wir müssen das Beispiel der Hisbollah im Libanon beherzigen und wenn wir immer daran denken, dass die Zeit auf unserer Seite steht, werden wir uns durchsetzen, eher früher als später.
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Ein Reich ohne militärische Strategie

von Thierry Meyssan aus “voltaire.net”

Präsident Obama gab seine strategische Doktrin auf West Point bekannt. In seiner Rede bekräftigte er die militärische Allmacht der USA, obwohl sie technisch sowohl durch Russland als auch China übertroffen wird. Unfähig Moskau zu konfrontieren, verschwieg er den Verlust der Krim und zog vor, den einzigen Gegner der Wert hat, anzuzeigen: die Taktik des Terrorismus. Während Al-Qaida-Lager in Ländern unter NATO-Besetzung oder sogar bei NATO-Mitgliedern installiert sind, kündigte er ein umfassendes Programm zu ihrer Bekämpfung an. Schließlich wiederholte er seine Unterstützung der „syrischen Opposition” und versprach, dass er nicht zögern würde… ihr zu helfen, wenn er in der Lage sein wird, die Zustimmung des Kongresses zu erhalten.

1-4565-9e38e-3-afcf0Die Vereinigten Staaten sind nur mehr “eine unverzichtbare Nation” in der Rede von Präsident Obama.
Präsident Obama gab am 28. Mai eine wichtige Rede, in der er seine strategische Doktrin darlegte, anlässlich der Diplomübergabe an die Kadetten der Militär-Akademie West Point [1].
Ohne Überraschung erinnerte der Präsident sein Versprechen gehalten zu haben, und zwar die Rückführung der in Afghanistan und im Irak eingesetzten Truppen und seinen Erfolg, Osama Ben Laden beseitigt zu haben. Aber was er als eine angeblich erfolgreiche Bilanz dargestellt hat, ist es nicht: die GI‘s kamen aus Afghanistan erschöpft zurück und flohen aus dem Irak, bevor der populäre Widerstand sie verjagt hatte. Die exorbitanten Kosten für diese Expeditionen – mehr als 1 Billion [1000 Milliarden] Dollar – haben das Pentagon daran gehindert sein Arsenal in Stand zu halten. Was den Tod von Ben Laden angeht, ist es nur eine Geschichte für kleine Kinder: Osama Ben Laden hatte nichts mit den Anschlägen des 11. September zu tun, und er starb an Krankheit und wurde im Dezember 2001 begraben, so wie es der britische MI6 bezeugt hat [2].
Man kann nur von der Kapazität der USA beeindruckt sein, ihre Erzählung einer imaginären, trotz handfester Beweise widerlegten Wirklichkeit weiterzuführen und immer noch die atlantische Presse auf ihrer Seite zu haben.
In seiner Rede bezeichnete der Präsident sein Land als “eine unverzichtbare Nation”, die sowohl militärisch als auch wirtschaftlich die mächtigste sei. Jedoch sind keine dieser zwei Behauptungen noch wahr. Am 14. Mai räumte General Martin Dempsey, Vorsitzender des Ausschusses der Generalstabschefs, vor dem Atlantic Council ein, dass seine Streitkräfte auf jeden Fall in 10 Jahren überholt wären, wenn nicht sofort eine enorme Anstrengung für die Aktualisierung unternommen würde [3] ; eine unwahrscheinliche Bemühung bei den Haushaltsbeschränkungen. Das Pentagon stellt fest, dass der Rückstand der militärischen Forschung wahrscheinlich irreversibel ist. Die Spitzen-Militärtechnologien von Russland und China sind jetzt besser entwickelt als die der Vereinigten Staaten. Es ist zu spät, um den Rückstand wettzumachen. Die scheinbare Überlegenheit Washingtons kommt nur daher, weil seine Truppen weltweit bereitgestellt wurden. Sie existiert also nur in einigen Operations-Theatern, aber weder gegen Russland noch China, die im Falle eines Weltkrieges gewinnen würden. Was die Wirtschaft betrifft, wird die Mehrheit der Konsumgüter, die in den USA verbraucht werden, in China hergestellt.
Auf dieser phantasmagorischen Grundlage, mit den Worten des Washington Post, der sich nur auf die relative militärische Schwäche der Vereinigten Staaten bezieht [4], hat Präsident Obama angekündigt, dass sein Land nicht zögern würde, im Ausland zu intervenieren, wenn seine direkten Interessen in Frage gestellt wären, aber auf internationale Koalitionen zurückgreifen würde, um weiter entfernte Probleme zu behandeln. Er sagte, dass, im Gegensatz zu der Zeit des Kalten Krieges, Russland keine unmittelbare Gefahr mehr bedeutete, und dass der Hauptgegner der Terrorismus sei.
Der Beitritt der Krim zur Russischen Föderation bedeutet also offenbar nichts. Washington wird nicht dagegen kämpfen, den es selbst als eine das Völkerrecht ernsthaft verletzende “Annexion” darstellte, und nicht zögerte, Präsident Wladimir Putin mit Adolf Hitler zu vergleichen.
Vor allem, nach 13 Jahren “Krieg gegen den Terror” behauptet Washington ein paar Fanatiker ausgeschaltet zu haben, die zur internationalen Führung der Al-Kaida gehörten, muss aber jetzt ein größeres Problem lösen: sehr viele mit Al-Qaida verbundene Gruppen, die sich fast überall in der Welt gebildet haben.
Dieser “Krieg ohne Ende” hat den Vorteil alles zu erlauben. Seit 2001 in einer Selbstverteidigungspose hat sich Washington erlaubt, die Souveränität anderer Staaten zu verletzen, und nach Belieben dort Leute zu entführen oder zu bombardieren. Um den Krieg fortzusetzen hat Präsident Obama die Gründung eines „Partnerschaft-Fonds gegen den Terrorismus“ in Höhe von $ 5 Milliarden angekündigt. Er zielt darauf ab, die Sicherheitsdienste der alliierten Staaten auszubilden. Wer kann an ein solches Programm glauben? Derzeit werden die Terroristen in mehreren permanenten Al Qaida Lagern ausgebildet, die sich in der libyschen Wüste befinden, in einem von der NATO besetzten Land. Drei andere Lager von Al-Qaida sind in Şanlıurfa, Osmaniye und Karaman, in der Türkei, in einem NATO-Mitgliedsland installiert [5].
Die Syrer erinnern sich an die Bekenntnisse im Fernsehen dieses Emirs der Al-Nusra Front (angeschlossen an Al-Qaida), der chemische Raketen von einer türkischen Militärbasis nach Ghuta bei Damaskus transportiert hatte. Nach diesem Mann wären die Waffen ihm nicht nur von einem Mitglied der NATO-Armee geliefert worden, sondern auch der Befehl, sie “unter falscher Flagge“ zu verwenden, um ein Bombardement von Syrien durch die Vereinigten Staaten zu rechtfertigen, käme aus den Vereinigten Staaten.
13 Jahre nach den Ereignissen des 11. September 2001, wer kann noch glauben, dass Al-Qaida der Hauptfeind der “unverzichtbaren Nation” ist, während selbst Barack Obama die mit Al-Qaida verbundenen Elemente als “weniger fähig” als ihre Zentrale während seiner Rede an der National Defense University am 28. Mai 2013 beschrieben hatte? [6]. Er sagte damals, die Gefahr wäre relativ geworden und die Vereinigten Staaten sollten nicht länger ihre Priorität aus ihnen machen.
Was Syrien betrifft, stellte Präsident Obama auf West Point fest, dass man “dem syrischen Volk helfen muss, gegen einen Diktator standzuhalten, der sein Volk bombardiert und aushungert ” (SIC!). Deshalb wird Washington dabei “denjenigen“ helfen, „die für das Recht aller Syrer, Architekten ihrer Zukunft zu sein, kämpfen“ (man verstehe: nicht die Syrer selbst die ihren Präsidenten wählen, sondern nur diejenigen, die bereit sind, mit einer kolonialen von der NATO aufgestellten Regierung zu arbeiten).
Außerdem, warum nur in Syrien eingreifen? Weil „der syrische Bürgerkrieg sich über die Grenzen des Landes ausbreitet, die Fähigkeit der extremistischen kampferprobten Gruppen, die uns zum Ziel nehmen, nur wachsen wird“. Mit anderen Worten, nachdem Syrien in Brand gesteckt wurde, könnten die Vereinigten Staaten durch das Feuer erreicht werden, das sie gelegt hatten.
“Wir werden unsere Bemühungen intensivieren, um die Nachbarn von Syrien – Jordanien und den Libanon, die Türkei und den Irak – zu unterstützen, die das Problem der Flüchtlinge verwalten. Ich werde mit dem Kongress arbeiten, um die Unterstützung der syrischen Oppositions-Elemente zu erhöhen, die die beste Alternative für die Terroristen und einen brutalen Diktator bieten. Darüber hinaus werden wir weiterhin mit unseren Freunden und Verbündeten in Europa und in der arabischen Welt für eine politische Lösung für diese Krise arbeiten, um sicherzustellen, dass diese Länder und nicht nur die Vereinigten Staaten einen fairen Anteil an der Unterstützung des syrischen Volkes übernehmen“, fuhr er fort.
Mit anderen Worten, das Weiße Haus verhandelt mit dem Kongress, wie man die persönlichen Ambitionen der Mitglieder der nationalen Koalition unterstützen kann. Nach Pressemeldungen könnte Washington militärische Ausbildung in Nachbarstaaten geben und effizientere Waffen verteilen. Ja aber:
- Wenn Washington beginnt, syrische Mitarbeiter auszubilden und auszurüsten, wird man wohl zugeben müssen, es vorher nicht groß angelegt getan zu haben und vor allem ausländische Söldner als Teil von Al-Qaida verwendet zu haben.
- Wenn 250.000 Dschihadisten Söldner unfähig waren, den syrischen Staat in den letzten drei Jahren zu stürzen, wie könnten ein paar tausende syrische Kollaborateure der westlichen Kolonisation es erreichen?
- Warum wären die in einem geheimen Krieg bereits verwickelten benachbarten Staaten bereit, einen offenen Krieg gegen Syrien zu machen, mit den Risiken, die er ihnen bringt?
- Welche noch entwickeltere Waffen könnte man diesen Kollaborateuren des Kolonialismus liefern, die sie nicht eines Tages gegen andere Ziele, darunter gegen die Luftüberlegenheit Israels, verwenden können? Und —the last, but not the least— da wir wissen, dass all dies seit drei Jahren diskutiert wird, welche Neuheit würde uns drängen zu glauben, dass heute solche Fragen beantwortet werden könnten?
Die Obama-Rede ist die der Hilflosigkeit: Er brüstet sich, seine Truppen in Afghanistan und im Irak zurückgezogen zu haben und einen Geist, den es seit einem Jahrzehnt nur in den VHS-Kassetten von Al-Dschasira gab, ermordet zu haben. Er gibt bekannt, dass er überall den Terrorismus bekämpfen wird, den er überall schützt. Er erklärt, dass er die “syrische Opposition” effektiver unterstützen wird, schiebt aber sofort den Kongress vor -, der das Land während der Krise der chemischen Waffen nicht bombardieren wollte, – vollkommen überzeugt, dass dieser sich auf ein Minimum beschränkt wird.
3-40-7e653-2-a0d8bDie neuen Absolventen der Militär Akademie West Point reservierten Präsident Obama keine Standing Ovation.
Diese Rede ist nur ein Fassaden-Gerede, die versucht, einen irreversiblen Niedergang zu verbergen. Sie hat das Publikum betäubt, welches das Ende seiner Eroberungsträume verstanden hat. Allen Widrigkeiten zum Trotz, hat weniger als ein Viertel der 1064 neuen Absolventen der Militär-Akademie West Point dem Präsidenten Beifall gezollt, während die meisten ungerührt blieben. Das Imperium stirbt langsam.
[1] “Remarks by Barack Obama at West Point Academy”, by Barack Obama, Voltaire Network, 28 May 2014.
[2] « Réflexions sur l’annonce officielle de la mort d’Oussama Ben Laden », par Thierry Meyssan, Réseau Voltaire, 4 mai 2011. (Auch auf Englisch)
[3] «La ecuación «2, 2, 2, 1» del Pentágono reconoce a Rusia y China como pesos pesados», por Alfredo Jalife-Rahme, La Jornada (México), Red Voltaire , 27 de mayo de 2014.
[4] “President Obama’s foreign policy is based on fantasy”, die Ausarbeitung der Washington Post-Redaktion, 2. März 2014.
[5] “Israeli general says al Qaeda’s Syria fighters set up in Turkey”, par Dan Williams, Reuters, 29 janvier 2014. „Offener Brief an die Europäer hinter dem US-israelischen Eisernen Vorhang“, von Hassan Hamadé, Voltaire Netzwerk, 28. Mai 2014.
[6] “Barack Obama on the Future of Fight Against Terrorism”, by Barack Obama, Voltaire Network, 23 May 2013.
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Das Finanz-System steht vor dem Kollaps

von René Cassien
In den Beiträgen “Die Herrschaft des Imperiums” und “USA: Krieg gegen europäische Banken” berichteten wir über die verzweifelten Rundum-Schläge eines Ertrinkenden auf der (vergeblichen) Suche nach einem Halt.
Der Kollaps des bisherigen Finanzsystems ist unausweichlich und steht alsbald bevor.
Um diese Behauptung zu untermauern wollen wir ihnen noch weitere aktuelle Hinweise geben.
Das die Finanzstabilität des globalen Finanzsystems massiv gefährdet ist, wird von den offiziellen Stellen kaum noch in Frage gestellt. Die einzige Frage die sich stellt ist, wie lange noch die Zentralbanken mit dem ungebremsten Gelddrucken und wie lange noch eine weitere Senkung der Zinssätze – selbst in den Negativbereich – möglich sind und diese die Blase sogar noch weiter aufpumpen werden.
Sehen sie auch hierzu die Aussagen von Altbundeskanzler Helmut Schmidt und deren Bestätigung
durch Finanzminister Schäuble:
„Wir befinden uns am Vorabend einer Revolution in Europa,
…das bedeutet, dass man nicht alle Regierungsabkommen einhält und das man international ratifizierte Verträge verletzt.“
Grob gesagt agieren die Finanz-Jongleure weltweit in einem total rechtsfreien Raum, bzw. jeder macht sich seine eigenen Gesetze (siehe z.B. Draghi / EZB oder SEC / USA).
In der Zwischenzeit reduzieren die großen Banken bereits ihr Personal zu Tausenden.
Laut der Securities and Exchange Commission verkaufte der amerikanische Investor George Soros im ersten Quartal seine Anteile von den US-Banken Goldman Sachs, Citigroup, J.P. Morgan und Bank of America.
Wenn Soros seine Bank-Aktien abstößt und in anderen Bereichen investiert, dann signalisiert er damit, dass dort kein Geld mehr zu verdienen ist und das System am Ende ist.
Soros ist aber nicht der einzige Milliardär, der seine Aktien massiv abstößt. Warren Buffet und John Paulsen verlagerten ebenfalls in aller Stille ihre Bestände. Mit Sicherheit sind sich diese Milliarden schweren Investoren der spezifischen Daten bewusst, die auf einen massiven, unvorstellbaren Finanz-Kollaps hindeuten.
Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi warnte am 28.5.2014 internationale Banken und Investoren vom größeren ungeordneten Abbau jüngster Kapitalflüsse und riet ihnen dafür dringend Vorsorge zu treffen.
Wenn man bedenkt welche Verwerfungen 2008 die Pleite von Lehman Brothers auslöste, kann man sich vorstellen welches Chaos dann erst auftritt, wenn das System als Ganzes kollabieren wird.
Auch wir können ihnen nur empfehlen sich dem Chaos zu entziehen und so bald als möglich eigene Vorsorge zu treffen.

Ändern Sie Ihre Einstellung zum Geld. Befreien Sie sich von der kollektiven Hypnose: Geld hätte einen Wert. Ändern Sie Ihren individuellen Umgang mit Geld !

Über diese Vorsorge haben wir häufig genug berichtet (siehe u.a “Macht über das Geld“) dennoch nachfolgend einige Empfehlungen:

Wechseln sie zu den Alternativ-Banken !

Diese Banken verpflichten sich zu transparenten, ethisch und ökologisch nachhaltigen Finanzgeschäften.
Namentliche Auflistung siehe hier.

Im Grossraum München empfehlen wir das Mitglied in der Gemeinwohlökonomie die SPARDA BANK . Siehe auch: “GEMEINWOHL ÖKONOMIE – Ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft“.

In Europa empfehlen wir die 25 europäische Banken, die sich unter FEBEA zusammengeschlossen haben.
Der empfehlenswerteste Weg in die Zukunft wäre natürlich, wenn Sie schon den Schritt zum

eigengeschöpften Geld

gehen würden und z.B. Ihre Handels- und Finanz-Transaktionen tätigen mit

Minuto-ZeitGutscheinen – Ein Zahlungsmittel mit Herz.

Siehe auch Minuto.
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GEMEINWOHL ÖKONOMIE – Ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft

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AKADEMIE INTEGRA, als Mitglied der GEMEINWOHL ÖKONOMIE, freut sich ihnen heute die neue Website der GEMEINWOHL ÖKONOMIE vorstellen zu können:

NEUE GWÖ-WEBSITE IST ONLINE

Die Gemeinwohl-Ökonomie möchte in einem demokratischen, partizipativen und ergebnisoffenen Prozess ein Wirtschaftssystem etablieren, in dem das Gemeinwohl an oberster Stelle steht.
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VISION DER GEMEINWOHL-ÖKONOMIE
Gemeinwohl-Ökonomie bezeichnet ein Wirtschaftssystem, das auf gemeinwohlfördernden Werten aufgebaut ist. Die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein Veränderungshebel auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene – eine Brücke von Altem zu Neuem.
marktneu2Auf wirtschaftlicher Ebene ist sie eine lebbare, konkret umsetzbare Alternative für Unternehmen verschiedener Größen und Rechtsformen. Der Zweck des Wirtschaftens und die Bewertung von Unternehmenserfolg werden anhand Gemeinwohl-orientierter Werte definiert.
Auf politischer Ebene will die Bewegung für eine Gemeinwohl-Ökonomie rechtliche Veränderung bewirken. Ziel des Engagements ist ein gutes Leben für alle Lebewesen und den Planeten, unterstützt durch ein Gemeinwohl-orientiertes Wirtschaftssystem. Menschenwürde, globale Fairness und Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung sind dabei wesentliche Elemente.
Auf gesellschaftlicher Ebene ist die Bewegung für eine Gemeinwohl-Ökonomie eine Initiative der Bewusstseinsbildung für Systemwandel, die auf dem gemeinsamen, wertschätzenden Tun möglichst vieler Menschen beruht. Die Bewegung gibt Hoffnung und Mut und sucht die Vernetzung und Befruchtung mit anderen alternativen Initiativen.
Sie versteht sich als ergebnisoffener, partizipativer, lokal wachsender Prozess mit globaler Ausstrahlung.

Werden auch sie Mitglied !

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Die Psychologie deiner eigenen Zukunft

“Die einzige Konstante in unserem Leben ist der Wandel”

“Zukunft und Vergangenheit ähneln der Gegenwart in Vorstellungen mehr als in der Realität”

(Dan Gilbert)

“Wer sich nicht mit dem Wandel wandelt, den überholt die Evolution”

Dan Gilbert über den Wandel (leider nur in Englisch):
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Die Herrschaft des Imperiums

Von René Zeyer aus “Journal 21″
77’000 ausländische Banken kooperieren in Sachen Steuerflucht mit dem US-Finanzministerium. Aber nicht mehr lange. Und doppelt so viele nicht.
«Foreign Account Tax Compliance Act» (FATCA) heisst das Schnüffelmonster, das im März 2010 als Wurmfortsatz eines anderen Gesetzes das Licht der Welt erblickte. Naivlinge meinen bis heute, damit wollten die USA Steuerhinterziehung bekämpfen.
Die Kontrollkrake
FATCA bedeutet, dass jeder Besitzer eines US-Passes, auch Doppelbürger, jeder Besitzer einer Green Card, der Niederlassungsbewilligung, jeder, der jemals in den USA gearbeitet hat, dort eine Erbschaft macht, jeder, der mit US-Papieren handelt, nach US-Gesetzen steuerpflichtig ist. Weltweit, unabhängig von lokalen Steuerregeln, bei denen im besten Fall ein Doppelbesteuerungsabkommen zum Tragen kommt.
FATCA bedeutet darüber hinaus, dass jedes Finanzinstitut der Welt, das in Dollar handelt, und wer tut das nicht, für sich selbst und für alle seine Kunden dem US-Steueramt IRS Rechenschaft ablegen muss. Für jeden Verstoss gegen das momentan auf rund 600 Seiten in unverständlichem Juristenenglisch abgefasste Monsterwerk gebüsst, bestraft, durch Ausschluss vom Dollarclearing zum Tode verurteilt werden kann.
Die Umsetzung dieses Wahnsinns kostet das weltweite Bankensystem mit seinen rund 230’000 Banken einen zweistelligen Milliardenbetrag, das US-Parlament schätzt, dass sich seine Erträge jährlich im niedrig einstelligen Bereich bewegen werden. Wer nicht «freiwillig» mitmacht, muss bei fast allen Dollargeschäften eine Quellensteuer von 30 Prozent einbehalten, ist also faktisch nicht mehr konkurrenzfähig. Deshalb unterwarfen sich bereits weltweit 77’000 Banken «freiwillig», verkündete das US-Finanzministerium soeben stolz.
Die Schweiz natürlich auch
Offenbar ermattet durch den erfolgreichen Widerstand gegen die Lex USA im letzten Jahr, winkte das Schweizer Parlament im Anschluss seine Zustimmung zu FATCA durch. Aber es wäre ja keine eidgenössische Lösung, wenn sie nicht besonders jämmerlich wäre. Denn man verzichtete ausdrücklich auf Reziprozität, also Schweizer Banken müssen alle gewünschten Informationen liefern, umgekehrt gilt das nicht. Der Bundesrat in einer unendlichen Weisheit wollte keine Reziprozität, weil die auf einen Automatischen Informationsaustausch (AIA) hinauslaufe. Und den wollte man damals niemals akzeptieren. Im Gegensatz zu heute.
Zudem wurde die Zustimmung zu FATCA dem Parlament mit dem Argument schmackhaft gemacht, dass das ein notwendiges und positives Signal sei, das die USA bei der Lösung des Steuerstreits milde stimmen würde. Auch das hat super funktioniert, wie man am Fall Credit Suisse sehen kann. Für Multimillionen muss nun der Finanzplatz Schweiz FATCA umsetzen. Und jeder Chefbuchhalter, modern CFO, darf einmal im Jahr schwitzen, wenn er mit seiner Unterschrift bestätigt, dass sein Finanzhaus alle teilweise unklaren Regeln von FATCA perfekt und makellos umgesetzt hat. Wenn er Pech hat, ereilt ihn dann ein Schreiben, dass er persönlich und seine Klein- oder Grossbank wegen Verstoss gegen die Ausführungszusatzbestimmungen 12/C/97, Seiten 415 bis 521, angeklagt wurde und er sich innert zehn Tagen vor dem Bezirksgericht New York einzufinden habe. Aber es soll ja auch US-Knäste geben, die man überlebt.
Die Macht des Dollar
Hinter FATCA steht nicht der Wunsch der USA, an allenfalls von 6 Millionen im Ausland lebenden Amis versteckte Schwarzgelder heranzukommen. Hinter FATCA steht nicht der Wunsch, gegen im grossen Stil steueroptimierende Multis vorzugehen, denn die betrifft das Gesetz gar nicht. Hinter FATCA steht einzig und alleine das Bedürfnis der momentan grössten Militärmacht der Welt, auch nichtmilitärisch Kontrolle auszuüben.
Gegen den grossen Feind Terrorismus können die USA mit Drohnen, Killerkommandos und gelegentlichen Einmärschen vorgehen. Aber viel wichtiger für die Weltherrschaft einer wirtschaftlich niedergehenden Grossmacht ist die Anwendung der Weltwährung Dollar. Solange selbst Putin seine finanziellen Streitigkeiten über Gaslieferungen an die Ukraine in Dollar abhandeln muss, haben die USA hier eine Waffe, die unschlagbar ist.
Das Ende des Dollar
Diese Waffe bleibt aber nur solange scharf, wie der Dollar die einzig ernstzunehmende Weltwährung bleibt. Saddam Husseins tödlichster Fehler war bekanntlich nicht der Einmarsch in Kuweit oder der Terror gegen seine Bevölkerung. Sondern seine Absicht, Ölverkäufe statt in Dollar in Euro abzuwickeln. Aber inzwischen ist der Euro nicht nur als alternative Weltwährung gescheitert.
Aber da gibt es ja noch die inzwischen grösste Volkswirtschaft der Welt, China. Deren Währung ist bislang nicht frei konvertibel. Aber wenn das geschieht, und es wird bald geschehen, dann haben die USA ein grobes, ein sehr grobes Problem. Das Problem eines zusammenbrechenden Monopols. Erweitert sich das nur zum Duopol, gibt es eine Alternative zum Dollar. Und wenn es eine Alternative gibt, wird das Herrschaftsinstrument stumpf. Da ist es wohl keine Überraschung, dass China FATCA bislang nicht unterzeichnet hat. Im Gegensatz zur Schweiz.
Originaltext
Zur Ergänzung:
USA: Krieg gegen europäische Banken
USA – Der Untergang des letzten Imperiums
Zwei Schritte vorwärts, einer zurück
NASA-Untersuchung: 32 fortschrittliche Zivilisationen kollabierten und wir sind die nächste.
Eine neu entstehende Weltkultur
Veröffentlicht unter Éthnos, Bewußtsein, Geld, Kultur-Leben, Menschenwürde, Rechts-Leben, Soziales Leben, Wirtschafts-Leben, Zum Aufwachen | Ein Kommentar