Das Coronavirus führt zu einer unfreiwilligen Deglobalisierung

Covid-19 zwingt zu einer weltweiten Vollbremsung, zu Nullwachstum, fast zum Stillstand – zu einer Art viralen Deglobalisierung.
Bernd Hontschik, „infosperber“
Satellitenbilder der NASA vom Februar 2019 zeigen in der Region Wuhan eine dunkelbraune Verfärbung der Atmosphäre als Ausdruck einer extrem hohen Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2). Das ist das Gift, das von Autos, Heizungen, Kraftwerken und Fabrikschloten ausgestossen wird. Ein Jahr später, im Februar 2020, findet sich über Wuhan plötzlich helles Himmelblau als Zeichen einer niedrigen Konzentration von NO2. Das grösste Wirtschaftsrisiko seit 2009 verursacht also zugleich das grösste Aufatmen der Natur seit langer Zeit. Erste Anzeichen deuten auch schon darauf hin, dass der Ausbruch des Coronavirus innerhalb kürzester Zeit weltweit mehr CO2-Emissionen verhindert hat als die ganze sogenannte Klimapolitik der vergangenen Jahre zusammen.
Zu den Risiken des Coronavirus tauchen nach und nach auch Meldungen mit Einordnungen auf: Acht bis neun Millionen Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen von Luftverschmutzung. Ich frage mich, wie es bei einer Krankheit, die überwiegend wie eine Erkältung verläuft, zu einer solchen Hysterie kommen kann? Sterben nicht jedes Jahr allein in Deutschland Tausende an einer normalen Influenza-Grippe, im Winter 2017/2018 sogar mehr als 25’000 der Erkrankten?
Doch keine Talkshow mehr ohne Virologen: Einige meinen, Quarantänen seien weit übertrieben. Andere betonen, die Ausbreitung des Virus sei sowieso nicht zu verhindern. Ein anderer stellt klar, dass niemand wirklich wissen könne, wie sich das Virus verhält, wie es sich verbreiten und was es verursachen wird. Und wieder ein anderer spricht davon, dass die Sterblichkeit der Coronavirus-Erkrankung geringer ist als anfangs befürchtet.
Hotlines sind geschaltet. Wir sollen uns nicht die Hand geben. Wir sollen uns nicht umarmen. Wir sollen in unseren Ellbogen husten. Messen, Sportfeste, Festivals, Reisen wurden und werden abgesagt, Veranstaltern droht Insolvenz. Kindergärten, Schulen, Universitäten werden geschlossen. Züge werden angehalten, Grenzen zeitweise dichtgemacht. Es gibt kaum noch Flüge nach China, in den Iran, nach Südkorea, nach Italien. Aktien von Luftverkehrsgesellschaften brechen ein. Panik führt zu leeren Regalen, das produziert neue Panik. Desinfektionsmittel und Klopapier werden knapp. Kreuzfahrtschiffe, Hotelanlagen, Dörfer, Städte, Regionen werden isoliert.
Vielleicht sieht in ein paar Tagen alles viel schlimmer aus als heute, vielleicht aber auch nicht. Der Corona-Wahnsinn rast um den Erdball. Nachrichtensender überbieten sich mit Live-Tickern. Rund um die Uhr wird jeder neue Infektionsfall gezählt, über 500 in Deutschland, fast 4’000 in Italien, mehr als 80’000 in China.
Das Coronavirus hat die Welt zu einer kollektiven Vollbremsung gebracht, zu Nullwachstum, fast zum Stillstand, sozusagen zu einer viralen Deglobalisierung. Das hat seine guten Seiten, aber für den viel zu hohen Preis einer Pandemie. Wenn diese Pandemie am Ende jedoch zu einem Umdenken beigetragen haben könnte, dann hätte sie vielleicht sogar einen Sinn gehabt.
Zur Ergänzung: Neueste Buch von Bernd Hontschick

Erkranken schadet ihrer Gesundheit

„Chirurg, Buchautor und Kolumnist Bernd Hontschik blickt auf mehr als 40 Berufsjahre zurück. Er kritisiert: Unser Gesundheitssystem ist zu sehr auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtet. Das gehe zulasten der Patienten.“
Inhalt:
Es tut sich was in unserem Gesundheitswesen, schon lange, in kleinen, unmerklichen Schritten und immer in die gleiche beunruhigende Richtung: Es ist die Verwandlung der Humanmedizin in einen profitorientierten Industriezweig – auf Kosten der Patienten und des Allgemeinwohls.
In das Gesundheitswesen hat unsere Gesellschaft bislang einen Teil ihres Reichtums investiert, zum Wohle aller. Nun wird das Gesundheitswesen zur Quelle neuen Reichtums für Investoren. Die neuen Ziele werden nicht innerhalb der Medizin erarbeitet, sondern werden in Konzernen geplant und von Politikern in die Tat umgesetzt. Die Medizin wird dabei zu einer Ware, die nur noch als Quelle von Profit interessant ist. Mit seiner 40jährigen Berufserfahrung als Chirurg, immer begleitet von wissenschaftlicher und publizistischer Tätigkeit, gelingt Bernd Hontschik ein spannender, manchmal erschütternder Blick auf Medizin und Gesundheitswesen. Jedes Kapitel dieses Buches ist ein flammender Appell aus immer neuen Blickwinkeln, zur eigentlichen Bestimmung der Medizin zurückzukehren.
Originaltext

Über Akademie Integra

Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
Dieser Beitrag wurde unter Éthnos, Bücher, Bewußtsein, Menschenwürde, Soziales Leben, Zum Aufwachen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Das Coronavirus führt zu einer unfreiwilligen Deglobalisierung

  1. hihardt schreibt:

    Herr Honsieck betrachtet die Folgen aus „Corona“ aus einer höchst interessanten Perspektive, die ich bisher noch nicht berücksichtigt hatte. Schon oft bedurfte es eines harten Aufrüttelns, großer Entbehrungen und Not, um die Menschheit auf den richtigen Weg zu führen und Schlimmeres zu verhindern. – Geschieht das auch gerade jetzt, um uns und dem Planeten noch eine Chance zu geben? Je mehr ich darüber nachdenke, desto wahrscheinlicher könnte es sein.

    Und was bedeuten einige Tote im Vergleich zur Bevölkerung des Planeten? Mit dem ersten Atemzug sind wir ohnehin zum Sterben geboren, auch wenn wir das nicht realisieren wollen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s