Marsch für die Wissenschaft

Weltweit finden am 22. April 2017 „Märsche für die Wissenschaft“ statt.

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Wissenschaft ist keine Meinung, alternative Fakten sind Lügen.

Ausgehend von Protesten in den USA gegen die Einreisesperren und gegen die Wissenschaftsfeindlichkeit der neuen Regierung, hat sich weltweit ein Netz von Aktiven gebildet, denen es darum geht, die Freiheit in Wissenschaft und Forschung zu erhalten. Es sind nicht nur WissenschaftlerInnen, die weltweit zum „March for Science“ aufrufen, sondern Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft.
In Deutschland finden diese Veranstaltungen parallel in 19 Städten statt.
Die InitiatorInnen der Demonstration sagen deutlich, dass es ihnen nicht um eine Anti-Trump-Veranstaltung geht. Die Wissenschaftsfeindlichkeit eines bildungsfernen Präsidenten ist nur Ausdruck einer gesellschaftlichen Strömung, welche die Marsch-AktivistInnen für gefährlich halten. Sie demonstrieren für den Wert von Wissenschaft und Forschung als eine Lebensgrundlage unserer offenen und demokratischen Gesellschaft.
Diese Basis unserer modernen Lebensweise wird derzeit durch populistische Forderungen und Aktionen gefährdet. Nicht nur in den USA, sondern auch hier in Deutschland werden nachweisbare Lügenkonstrukte als „alternative Fakten“ dargestellt und wissenschaftlich erwiesene Tatsachen abgestritten.
Vielfach beruht diese Wissenschaftsfeindlichkeit auf Nicht-Wissen. Unser gesamtes Leben basiert auf den Ergebnissen von Wissenschaft, aber vielen Menschen ist das nicht bewusst. Vorrangiges Ziel des March of Science in Deutschland ist es, der Gesellschaft deutlich zu machen, dass sie ohne Forschung nicht lebensfähig ist.
Wer wissenschaftliche Tatsachen leugnet, untergräbt die Grundlagen einer rationalen Debatte. Deshalb betrifft der politische Trend zu „alternativen Fakten“ und „postfaktischen Argumenten“, der inzwischen von Moskau bis Washington zu beobachten ist, nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern die Gesellschaft als Ganzes. Aus diesem Grund werden am 22. April weltweit viele Tausend Menschen auf die Straßen gehen, um für eine stärkere Beachtung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu demonstrieren.
Die Liste der Unterstützer des Marsches liest sich wie ein „Who is Who“ des deutschen Wissenschaftsbetriebs.
Michael Schmidt-Salomon schreibt zu seinem Buch “Die Grenzen der ToleranzWarum wir die offene Gesellschaft verteidigen müssen”:
Am 22. April 2017 kommt es in mehr als 400 Städten weltweit zu Demonstrationen für eine stärkere Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Entstanden ist die sogenannte „Science March“-Bewegung in den USA nach Donald Trumps Sieg bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen. Der Grund dafür liegt auf der Hand, denn sucht man nach dem hervorstechendsten Merkmal „Trumpscher Regierungskunst“, so ist es die Missachtung sämtlicher Standards der rationalen Argumentation. Die unzähligen Widersprüche in Trumps Aussagen, seine Vorliebe für „postfaktische Argumente“, sein Beharren auf „alternativen Fakten“, seine Verrisse von juristischen Beweisführungen und naturwissenschaftlichen Belegen – all dies sind keine zufälligen Erscheinungen, in ihnen offenbart sich vielmehr eine gefährliche Aushöhlung des Wahrheitsbegriffs, die für autoritäre Herrschaft typisch ist, denn: „Auf hohlen Köpfen ist gut trommeln“, wie Karlheinz Deschner einmal treffend formulierte.
Letzteres haben Trumps Amtskollegen in Russland und in der Türkei längst erkannt. So unterschiedlich die Ziele von Trump, Putin  und Erdogan auch immer sein mögen, ihre Macht gründet auf demselben Herrschaftskonzept, nämlich der Aufwertung religiöser und nationaler (identitärer) Werte bei gleichzeitiger Abwertung all jener wissenschaftlichen Erkenntnisse, die in Konflikt mit diesen Werten stehen. So ist es beispielsweise kein Wunder, dass nicht nur in der Türkei, sondern auch in Russland und in den USA die Bildungsministerien von Kreationisten geführt werden, die alles daran setzen, die Evolutionstheorie aus den schulischen Lehrplänen zu verbannen.
Letztlich aber richtet sich der Angriff der religiösen Nationalisten nicht nur gegen politisch unliebsame Einzelerkenntnisse der Wissenschaften, sondern gegen die wissenschaftliche Methode an sich, nämlich gegen das „Prinzip der kritischen Prüfung“ (Hans Albert). Auch dies ist leicht nachvollziehbar, denn die Trumps, Putins und Erdogans der Welt würden – wie der Kaiser in Hans Christian Andersens berühmten Märchen – doch ziemlich nackt dastehen, wenn es zu einer gesellschaftlich verbreiteten Mode würde, ihre „postfaktischen“ Argumentationen anhand rationaler Kriterien zu überprüfen.
Wir sehen: Angesichts des Erfolgs der auf „alternativen Fakten“ gründenden „Internationale der Nationalisten“ ist es heute dringend geboten, gegen Fake News und für eine stärkere Beachtung rationaler Kriterien im öffentlichen Raum zu demonstrieren.
Weitere Informationen und Website:

Science March Germany

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Über Akademie Integra

Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
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