Frieden – Einheit in der Vielfalt

von René Cassien
Der Herrschaftsanspruch des alten untergehenden „Welt-Imperiums“ USA/EU/NATO, unter Führung der USA, basierte auf UNIPOLARITÄT, begleitet von einer neoimperialen Kriegspolitik.
Bei der neuen aufstrebenden Welten-Gemeinschaft – etwa 40 % der Weltbevölkerung, ca. 3 Milliarden Menschen – der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) steht die MULTIPOLARITÄT (bewusst gegen die alte imperialistische Herrschaft) im Vordergrund.
Die neoimperiale Kriegspolitik des alten „Imperiums“ geht zurück auf das 1996 erschienene Buch „Clash of Civilizations“ des rechten Harvard-Professors Samuel Huntington. Der „Kampf der Kulturen“, so der deutsche Titel, sei unausweichlich, meinte Huntington, denn die Gegensätze zwischen den Kulturen seien unüberbrückbar.
Huntingtons Argumente sind nicht nur wissenschaftlich unhaltbar, sondern auch höchst manipulativ, weil der Entschluss zum Kriege dem Argument, warum dieser angeblich unvermeidbar sei, vorausgeht. Nach dem Untergang der Sowjetunion und dem Kommunismus mussten neue Feindbilder her, ein neues Grundmotiv für kalte und heiße Kriege. Huntington lieferte dazu die Basis, sozusagen das ideologische Füllhorn, aus dem anschließend eine Vielzahl von Sprösslingen hervorsprießen konnten, jeweils nach dem gleichen Muster gestrickt, wie wir es leider bis heute erleben dürfen.
Ich bin überzeugt, dass ein echter Dialog der Kulturen und Religionen zwischen den Völkern und Nationen der Welt in dieser gefährlichen Weltlage friedvoller, not-wendender und sinnvoller wäre. Gerade im eurasischen Raum sei an die Zeiten der alten Seidenstraße erinnert. Die kostbarsten Güter, die auf ihr transportiert wurden waren Ideen, die neue fruchtbare Bande zwischen den Völker knüpften. Das ist ja das Faszinierende: Durch den Austausch von Ideen wird niemand ärmer, sondern alle werden reicher.
Der Austausch von Ideen, der Dialog der Kulturen, ist ein sehr machtvolles Konzept. Gerade angesichts der brutalen Faustordnung, die heute als Weltherrschaftskonzept gilt, ist es wichtig zu begreifen, worin dieses Fried- und deshalb Machtvolle des Dialogs der Kulturen wirklich liegt. Ein Schlüssel dazu ist der Begriff „Einheit in der Vielfalt“, den zwar viele in bester Absicht im Munde führen, aber nur eine unklare Vorstellung davon haben, was er eigentlich bedeutet. Denn diese Einheit bedeutet eben nicht einen Topf, in den man alles Vielfältige hineinwirft, sondern vielmehr ein höheres gemeinsames Prinzip, das es im Zuge des Dialogs aufzufinden gilt.
Die Einheit in der Vielfalt ist ein sehr präzises geistiges Konzept, das ehemals insbesondere Nikolaus von Kues sehr erfolgreich auf den religiösen Dialog angewandt hat. In seiner Schrift „Über den Frieden im Glauben“ ließ er die Vertreter von 17 Religionen der Welt nach der „einen Religion“ hinter den verschiedenen religiösen Glaubenssätzen suchen.
Übertragen auf den Dialog der Kulturen entspricht dies der Suche nach einem gemeinsamen höheren Prinzip, einer höheren Idee, aus dem verschiedene Kulturen, so unterschiedlich sie auch sein mögen, ableitbar sind. Für den konkreten Dialog der Kulturen bedeutet dies, dass Kulturen, die in einen wirklichen Dialog miteinander eintreten, sich nicht damit begnügen, bloß die vielen unterschiedlichen Merkmale ihrer Kulturen gegenüber zu stellen und zu vergleichen.
Diese Suche nach Schnittmengen oder dem kleinsten gemeinsamen Nenner birgt häufig die Gefahr, dass alle Beteiligten sich dadurch um etwas vermindert fühlen. Der wirkliche Dialog, das cusanische Prinzip, hingegen, die Suche nach dem Ursprung, vermindert nicht die Kräfte der eigenen Kultur, sondern stärkt sie vielmehr. Und gleichzeitig wird ein gemeinsames Prinzip neu entdeckt, das die verschiedenen Kulturen miteinander verknüpft. Das ist

„Einheit in der Vielfalt“.

Eine Stellungnahme, eine individuelle Meinung, zu diesem DIALOG bietet nachfolgendes sehr interessante Interview über den Krieg in der Ukraine und den weltweiten Kampf um die Zukunft der Welt und die Sicht eines der best-informierten Männer in Russland: Sergej Glazjew.
Glazjew ist ein Berater Präsident Putins und ein enger Freund. Sergej Glazjew scheint das laut auszusprechen, was Putin nicht sagt, aber wonach er zu handeln scheint.
Glazjew, der in der Ukraine geboren und selbst Ökonom ist, kennt sich bestens aus mit den Machtspielen hinter der Bühne, in der Ukraine wie auch in Russland. Dieser Mann „weiss“ wirklich, was vorgeht. Außerdem ist er einer der führenden “Eurasischen Souveränisten” und daher eine absolute Hassfigur für die proamerikanischen Kreise in Russland. In den USA ist er genauso verhasst, und wurde auf deren jüngste Sanktionsliste gesetzt, nur weil ihnen nicht passt, was er zu sagen hat.
Ich empfehle jedem, sich dieses viertelstündige Interview anzusehen, leider auf russisch, aber mit deutschen Untertiteln.
Viel Vergnügen!
(Den deutschen Text findet man hier)
Advertisements

Über Akademie Integra

Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
Dieser Beitrag wurde unter Éthnos, Bewußtsein, Entfaltung der Menschenwürde, Kultur-Leben, Menschenwürde, Pioniere der Zukunft, Rechts-Leben, Soziales Leben, Transformation, Wirtschafts-Leben, Zukunfts-Wegweiser, Zum Aufwachen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Frieden – Einheit in der Vielfalt

  1. Martin Bartonitz schreibt:

    Ja, diese Einheit durch Vielfalt kann ich nur gut finden!
    Inzwischen verstehe ich, warum die politischen Führer tun, was aus den USA befohlen wird:
    Wir kommen unseren wahren Weltenlenkern immer näher: Das Komitee der 300
    Also unterstützen wir das Neue der BRICS …

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s