Zurück in’s Paradies!

aus „wirks“
WANN UND WARUM HABEN WIR DAS PARADIES VERLASSEN? NACH IHREM GROSSEN DOKUMENTARFILM-ERFOLG „AWAKE“ STELLT SICH CATHARINA ROLAND DIESE FRAGE ALS AUSGANGSPUNKT ZU „AWAKE 2“. HARALD KOISSER IM GESPRÄCH MIT DER FILMEMACHERIN ÜBER DEN FILM UND DAS PERSÖNLICHE ERWACHEN.
Dein Film „Awake“ war ein viel beachteter Erfolg. Es ist eine Dokumentation zu den zentralen spirituellen Gedanken der Gegenwart. Was passiert jetzt?
Ich arbeite an einem nächsten Film mit dem Arbeitstitel „Zurück ins Paradies“. Eine Art Fortsetzung von Awake. Das zentrale Thema wird die fatale Abspaltung von der Natur, von einander und von uns selbst sein .. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das sich bewusst aus dem harmonischen Gleichgeweicht der Natur herausgenommen hat. Die Folgen unseres Handelns sind überall zu spüren: Klimaveränderung, Umweltzerstörung, ökologische Katastrophen. Allein in Amerika sind 25% der Menschen von Anti-depressiva abhängig. 95% der Zivilisationskrankheiten basieren auf Stress, die restlichen 5% auf Stress von unseren Vorfahren, den wir in unseren Genen und Memen[1] mit uns tragen. Ich glaube, dass dieser Stress daher kommt, dass wir unsere wahren Bedürfnisse nicht kennen und leben, sondern auf Programmen laufen, die unser Leben ganz massiv beeinflussen.
Während der Fertigstellung von Awake, wo es darum ging zu erkennen und erleben, wer wir wirklich sind, um das Erwachen, eine Reise ins Transzendente, dachte ich, jetzt ist alles erzählt. Aber mittlerweile ist mir klar geworden, dass das Erwachen erst der Anfang unseres Transformationsprozesses, unseres Abenteuers hier auf der Erde ist.
Ich habe sieben Jahre an Awake gearbeitet und stecke heute noch in Präsentationen und Nacharbeiten. Das ist ganz schön anstrengend, aber es gibt noch so viel zu erkennen und zu transportieren, und das ist jede Anstrengung wert
Wir könnten jeden Tag unser Paradies leben. Wir können wirklich in unserem Körper ankommen und ihn als Tempel für unsere Erlebnisse zu schätzen lernen. Wir können wieder eine intime Beziehung zueinander und zur Erde aufbauen und lernen präsent hier leben.
Das ist deine persönliche Sehnsucht?
Ja, ich habe eine große Liebe zu dieser Erde. Aber trotz all´ der transzendenten Erlebnisse, die ich während meiner Reise für Awake erleben durfte,
kann ich auch heute die bedingungslose Liebe noch nicht restlos leben, dieses Gefühl der Weite und Offenheit, des Flows, die Dankbarkeit und Präsenz. Ich habe immer wieder das Gefühl, ich laufe auf „Automatic Pilot“ durch’s Leben. Viele meiner reaktiven Muster sind immer noch da. Ich schaue schon sehr intensiv, warum um alles in der Welt wir hier nicht im Paradies leben.
Hast du eine These dazu?
Jeder unserer Handlungen liegt ein Gedanke zugrunde. Es gilt also anzuschauen, wie und was wir denken. Es gibt eine Zahl, die mich fasziniert: bis zu 95% unserer Handlungen basieren auf unseren unterbewussten Überzeugungen. Und diese unterbewussten Glaubenssätze formen unser Leben. Da sind universelle Gesetze, wie das Gesetz der Resonanz oder das Spiegelgesetz am Werk.
Es gilt nun, diese versteckten Überzeugungen aus dem Schatten der Unbewusstheit zu befreien und sie bewusst zu machen. Ein wichtiger Schritt dabei ist, den Widerstand gegen diese Gedanken und damit verbundenen Gefühle aufzulösen. Kein Mensch will zum Beispiel fühlen „Ich bin nichts wert!“ Aber erst der Widerstand gegen „Ich bin nichts wert!“ hält diese Überzeugung in uns gefangen. Wenn wir lernen, diesen Widerstand aufzulösen, dann wird auch dieser unterbewusste Motor in unserem Leben befreit und wir können lernen uns anzunehmen.
Für mich bedeutet Selbstliebe zu erkennen, wer oder was wir wirklich sind, nämlich unendlich kraftvolle Schöpferwesen, die mit allem, was ist und nicht ist, intim verbunden sind, die pure Liebe sind.
Und diese Intimität und Liebe ist das, was wir als Menschen scheinbar verlernt haben.
Das fehlen von Nähe und Intimität, von aufrichtiger Beziehung und Kommunikation in unserem Leben, macht uns krank. Und wie wir wieder gesund und heil werden. Und darum geht es im nächsten Film.
Du sprichst von einem höheren Grad an Bewusstheit?
Wenn wir etwas verändern wollen, brauchen wir ein neues Bewusstsein Wir brauchen die Lust, unsere alten sabotierenden Muster zu verändern. In „Awake 2  – Zurück ins Paradies“ will ich die innere Sehnsucht nach Verbundenheit mit allem, was ist, aufwecken.
Und die Lust, uns wie ein Detektiv auf die Spur unserer unterbewussten Überzeugungen zu begeben. Was auch immer uns in irgend einer Form stört oder „triggert“, hat etwas mit unseren eigenen zurückgedrängten „Schatten“ zu tun. Also können wir eigentlich bei jedem Konflikt dankbar sein, dass wir wieder einen unserer Schatten erkennen können. Leichter gesagt, als getan, aber es funktioniert und ist sehr heilsam.
Warum lernen wir nicht schon in der Schule, wie wir „ticken“?
Wir brauchen ein Lehrfach „Selbstreflexion“. Wir müssen verstehen, dass uns ein Betriebssystem upgeloadet wird, das sozusagen die Eintrittsvoraussetzung ist für das Abenteuer Leben und dass wir diese Programme bewusst erkennen und verändern können.
Stimmt. Kein Mensch hat uns ja gesagt: „Laufe mit diesem Programm bis zu deinem Tod! Erlaube keine Updates.“ Blöderweise hat aber auch niemand das Gegenteil ausgesprochen – nämlich, dass du dich selbst programmieren darfst und sollst. Es hat einfach niemand irgendetwas zu diesem Thema gesagt.
Zu lernen, wie unser Bewusstsein funktioniert und Verantwortung dafür übernehmen zu können, macht uns zu Wesen, die sehr machtvoll sind und sich nicht mehr so leicht von Politik und Medien beeinflussen lassen.
Aber es ist höchste Zeit, dass wir dies lernen, und die Freude daran entdecken.
Wenn wir wirklich etwas auf dieser Erde verändern wollen, dann dürfen wir JETZT damit beginnen und auch lernen, wie wir unsere Kinder darin unterstützen können nicht unsere eigenen schmerzlichen Programme zu übernehmen, sondern zu freien, selbstbestimmten Wesen heranzuwachsen.
Bis zum 6. Lebensjahr läuft ein Kind wie auf Hypnose, sagt Bruce Lipton. Was es  von den Eltern hört oder spürt, geht direkt in sein Unterbewusstsein. So lernt das Kind, sich in der Welt zu orientieren.
Das hat eine Logik. Ich kann ohne Programm nicht leben. Wir werden in diese Werte geboren, weil wir nackt auf die Welt kommen. Wir brauchen Entscheidungskriterien, die unmittelbar funktionieren. Wir können nicht bei jeder Herausforderung im Alltag „Stopp“ sagen und den Telefonjoker beanspruchen oder in die Bibliothek gehen und die weisen Folianten zu Rate ziehen. Wir müssen oft JETZT eine Entscheidung treffen und dazu brauchen wir Grundlagen. Wir müssen das spüren können. Hier im Bauch. Passt das? Stimmt das? Taugt das für mich? Irgendwann einmal sollte man dazu seine eigenen Kriterien finden. Wenn Awake 2 dazu beiträgt, ist das wunderbar. In welchem Zustand ist das Projekt?
Ich habe bis jetzt etwa 350 Seiten an wundervollen Interviews u.a. von Rüdiger Dahlke, Arjuna Ardagh, Bruce Lipton, Neale Donald Walsh, Eva-Maria Zurhorst, Diana Richardson, Chamelie Ardagh, Charles Eisenstein und werde Ende März nach San Francisco fliegen, um John Gray und Marci Shimoff zu interviewen. Aus diesen Interviews und einigen anderen, die ich noch zu spezifischen Themen führen werde, werde ich dann das Drehbuch für den Schnitt zusammen „puzzlen“ und viele spannende Zwischenszenen drehen. Vieles von dem, was mein Sohn Moritz und ich auf unseren Reisen erleben, wird auch wieder in den Film fließen.
Leitthema des Filmes ist, wie wir die Programme, auf denen wir laufen, transformieren können, wie wir wieder eine liebevolle und achtsame Beziehung zu uns selbst, zu den Menschen, mit denen wir leben und der Erde herstellen können, um wieder im Paradies leben zu können.
Ich werde den Film mit der Frage beginnen: wie und warum haben wir das Paradies verlassen? Das Essen vom Baum der Erkenntnis hat zur Idee von Gut und Böse geführt, zur Polarität, zu Trennung. Das war der Beginn des Bewertens, die Ur-Trennung durch das Ur-Teilen.
Wir sind natürlich Kinder der Industriellen Revolution. Sie hat dieses mechanische Weltbild zementiert. Alles ist machbar. Technik heilt uns. Der Mensch macht sich die Erde Untertan.
Dies ist einer der kollektiven Programmierungen, auf denen unsere Gesellschaft basiert. Auch diese kollektiven Weltbilder wie ein einseitig verstandener Darwinismus, ein newtonisches Weltbild, religiöse Dogmen oder unser Geldsystem werde ich in dem neuen Film hinterfragen und nach Alternativen forschen.
Ich bin auf der Suche nach der Originalübersetzung der Genesis. Ich will wissen, wie das wirklich da steht. Wer hat sich entschieden, dass der Text so in die Bibel kommt? Schon als Kind habe ich ich mir so Fragen gestellt: wer bin ich wirklich?
Hast du die Frage als Kind so gestellt?
Ich habe Dinge gespürt, die ich mit nicht erklären konnte. Ich habe die Natur gespürt. Viele Sehnsüchte, die ich nicht erklären konnte. Ich war vielleicht 7 oder 8, da habe ich eine höhere Macht gebeten, mir zu sagen, wozu ich da bin auf der Welt. Was meine Aufgabe ist. Ich habe damals noch keine Antworten bekommen, die ich verstehen konnte und dann ist über die Jahre der „Schleier“ gekommen, das Vergessen. Ich wollte als Kind zum Beispiel auch ganz genau wissen, was das Vaterunser bedeutet aber ich habe nur Standardantworten bekommen. Nichts, was mich im Herzen berührt hätte. Das habe ich gesucht. Ich hatte für Awake auch viele Interviews zum Gottesbild geführt. Ich habe das alles dann nicht verwendet. Das wäre ausgeufert. Aber das Gottesbild, das wir in uns tragen, hat mich sehr interessiert.
Du hast als Kind eine Sehnsucht mit der herumgetragen, aber da ist etwas dazwischen gekommen. Die Schule zum Beispiel.
Ha, Schule! Das ist ein Lieblingsthema von mir. Eine wirkliche kollektive Veränderung braucht ein anderes Schulsystem. Wir brauchen Lehrer, die Selbsterfahrung gemacht haben. Die Programmierungen, die in der Schule heute passieren, stammen teilweise noch aus dem Mittelalter. Die Lehrer, die unsere Kinder beeinflussen, sollten die best ausgebildetsten Menschen im Lande sein. Sie sollten sich  ihrer Schatten und vor allem ihres Lichtes bewusst sein. Auch eine andere Haltung, dass auch der Lehrer der Schüler und der Schüler der Lehrer sein kann, wäre sehr hilfreich.
Die Sehnsucht nach dem Erwachen war dein Motor für den ersten Film. Erzähl’ mir davon.
Zu erfahren, wer ich wirklich bin, war eine Sehnsucht, die mich über lange Jahre angetrieben hat. Die Sehnsucht, das Erfahrene mit möglichst vielen Menschen zu teilen, war der Motor und die Inspiration mich auf die Reise für den Film „Awake – Ein Reiseführer ins Ewachen“ zu begeben.
Der erste Schritt war, die Essenz dessen herauszufinden, was der Film transportieren soll und wie er aufgebaut sein muss, um zu einem Erwachen zu führen. Dafür bin ich jahrelang selbst durch viele Erfahrungen durchgeschickt worden, habe viel meditiert, viele  Ausbildungen gemacht und irre viel gelesen. Ich wusste lange nicht, ob’s eine Dokumentation wird oder ein Spielfilm. Schließlich ist es eine Doku geworden. Die Masse an Themen wäre für einen Spielfilm viel zu ausufernd gewesen.
Ausserdem habe ich den Film aus eigener Tasche finanziert und konnte weder Schauspieler noch ein Filmteam bezahlen. Aber ich habe eine sehr spannende Idee für einen Spielfilm, den ich bald einmal umsetzen möchte. Bei Awake habe ich das meiste selbst machen dürfen und darum stehe ich auch selbst vor der Kamera, obwohl das anfangs gar nicht meine Absicht gewesen war. Wenn man allein mit seinem kleinen Sohn on tour ist, … ! Da habe ich eben Leute, die gerade da waren, gebeten, auf „Record“ zu drücken und ich habe vor der Kamera was gemacht, was mir hier intuitiv richtig und wichtig erschienen ist. Sieben Jahre habe ich daran gearbeitet.
Ich hatte immer das Gefühl von einer göttlichen Kraft geführt zu sein. Ich hoffe, dass ich für den nächsten Film gelernt habe, noch mehr darauf zu vertrauen, dass alles, was sich leicht und im „Flow“ anfühlt, stimmig ist und das, was Kraft braucht und sich nicht leicht anfühlt, wohl auch nicht in den Film gehört. Bei „Awake“ habe ich oft Szenen gedreht, die ich mir in den Kopf gesetzt hatte,  weil ich sie cool oder spannnend fand, die sich aber nicht leicht angefühlt haben
Dabei hat sich unglaublich viel Material angesammelt. Das ist dann alles wieder hinausgeflogen. Ich hätte mir viel erspart, wenn ich immer ganz bei mir und meinen Gefühlen geblieben wäre.
Du hast ja so viele Leute auf der ganzen Welt interviewt.
Ich hatte meine „magische“ Liste an gewünschten Interviewpartnern und viele Freunde haben mir gesagt: vergiss es. Die Leute auf deiner Liste sind dauernd unterwegs und die erreichst du einfach nicht. Ich habe sie alle erwischt. Es war magisch. Ervin László hat extra für mich eine Convention abgesagt, sonst hätte es das Interview nicht gegeben.
Auf meiner Reise zu Nassim Haramein in Hawaii habe ich durch einen „Zu-fall“ bemerkt, dass Neale Donald Walsh gerade 10 Minuten von der Ranch auf der wir wohnten auf einer Konferenz war. Ich habe sofort Moritz geschnappt und wir sind auf gut Glück dorthin gefahren. Als ich die Hotellobby betrete steht dort – ganz allein – Neale Donald Walsch, der normalerweise von zig-Menschen belagert wird. Als ich mich ihm „entschuldigend für meinen Überfall“ genähert hatte, sagte er nur „You do not have to say anything, I can feel, that Your movie is very important for humanity! Altough I do not really have time, I will give You an interview tomorrow morning bevore I fly out“
Und so kam es zu dem schönen Interview mit Neale.
Na, wenn man eine magische Liste hat, passiert eben Magisches.
Ja, ich denke, der Film war schon lange auf einer höheren Ebene geplant und ich bin dankbar dafür ausgesucht worden zu sein, ihn zu materialisieren und umzusetzen. Aber nach der Premiere war ich knapp am Burn-out.  Mich hat jeder Gedanke belastet, jedes Fan-Email, das ich bekommen habe, bis zu 20 Stück pro Tag.
Ich hatte jahrelang nächtelang durchgearbeitet. Da gab es auch mächtige Glaubenssätze, die mich angetrieben haben und die ich mir jetzt bei meinem neues Filmprojekt ganz genau unter die Lupe nehmen darf.
Aber ich bin so dankbar für das großartige Feedback, das ich von so vielen Menschen bekomme, die mit mir teilen, wie sehr „Awake“ ihr Leben auf wundervolle Weise verändern durfte.
Wie finanzierst du jetzt den zweiten Film?
Für Awake 2 sammle ich per Crowdfunding Geld und werde bald Sponsoren und Investoren haben. Ich kann das nicht mehr alleine machen. In Awake habe ich 100.000 Euro hineingesteckt. Mein eigenes Geld. Die Hälfte ist zurückgekommen. So etwas kann ich mir nicht mehr leisten. Nur weil etwas wichtig ist, darf man sich dabei nicht selbst verbrennen. Das ist die Lektion, die ich gerade lerne.
Worum wird es denn in Awake Nummer 3 gehen?
Ja, es wird auch Awake 3 geben. Das Thema wird Liebe, Beziehung & Sexualität sein. Ich habe einen 10-jährigen Sohn. Ich will, dass Moritz etwas über Liebe und Sex lernt, was nicht aus Porno- und kitschigen Liebesfilmen kommt.
Catharina Roland
Filmemacherin
www.awakeinthedream.net
Originaltext
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Über Akademie Integra

Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
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