Freiheit: Der Versuch einer Systemkritik

von „Konjunktion“
Etwas läuft schief in unserem heutigen System, in unserer heutigen Gesellschaft. Jeder spürt es, viele wissen es. Nur wenige haben sich bislang gefunden diesem Spüren, diesem Wissen Worte zu verleihen.
Dabei ist das Auseinandersetzen mit der offensichtlichen Fehlsteuerung unseres Wirtschafts-, Finanz- und Gesellschaftssystems umso wichtiger, je mehr neue Denkverbote durch Politik, Medien und Lehre ausgesprochen werden, je mehr die Freiheit anders zu denken, anders zu hinterfragen, kritisch zu sein oder die Freiheit einen althergebrachten Wertekanon Wert zu schätzen auf dem Schafott der Gleichgültigkeit, Gleichmacherei und Gleichschaltung geopfert wird.
Alphonse Karr, ein französischer Schriftsteller (1808 – 1880), schrieb zur Freiheit:
„Die Freiheit eines jeden hat als logische Grenzen, die Freiheit der anderen.“
Begreift man Karrs Freiheit nicht nur als Recht auf Freiheit, sondern auch als die Verpflichtung Freiheiten anderer zu respektieren, erkennen wir, dass genau an dieser Stelle große Verwerfungen auftreten. Heute gilt es durch Ellenbogeneinsatz seine Freiheit größtmöglichst auszuweiten. Ohne Rücksicht auf den Mitmenschen. Auf die geschundene Natur. Auf die darniederliegende Moral. Auf “verstaubt wirkende” Ethik in unserer schnelllebigen Zeit.
Und unsere Eliten, unsere Politiker, unsere Prominenten und unsere Möchtegern-Stars leben uns jeden Tag diesen Ellenbogeneinsatz vor. Im Sport gilt nur der erste Sieger etwas, der zweite oder dritte Platz wird bereits nicht mehr wahrgenommen, die dahinter stehende Leistung nicht mehr (ausreichend) honoriert. In der Politik werden kritische Kollegen diffamiert, in irgendwelche linke oder rechte Ecken gestellt oder die Regierungsbank schamlos mit dem Vorstandssessel in Unternehmen getauscht – ohne Skrupel, ohne einen einzigen Gedanken an Interessenskonflikten. Unsere Eliten fordern Einschränkungen, Verzicht und Zurückhaltung, während sie selbst all das nicht tun.
Die Freiheit der anderen umfasst auch, dass ich Andersdenkende toleriere, ihnen mit Anstand begegne und mich mit ihnen sachlich auseinandersetze. Dabei muss insbesondere das in unserer Zeit verhaftete Schwarz-Weiß-Denken überwunden werden. Es gibt nur in den seltensten Ausnahmesituationen ein Richtig oder Falsch, ein klar erkennbares Pro oder Contra/Anti. Es gibt auch keine uns per “order di mufti” verordnete Alternativlosigkeit. Es gibt immer Zwischenlösungen, Schattierungen aus schwarz und weiß. Und vor allem gibt es immer Alternativen. Man muss sie nur erkennen wollen!
In einer Zeit in der Krieg zu Frieden verfälscht wird, Militäreinsätze zu Friedensmissionen umdeklariert werden und ein politisch gewünschter Neusprech in den Medien immer mehr um sich greift, ist die Freiheit diese Dinge auch beim richtigen Namen nennen zu können, nennen zu dürfen, ein Stützpfeiler um den es zu kämpfen gilt. Jeden Tag. Denn ohne diese Freiheit finden wir uns wieder in einer Welt voller Verbote, Dogmen und falscher Memen. Einer Welt in der die Überwachung des Individuums von Vielen als normal erachtet und mit den Hinweis auf “Ich habe nichts zu verbergen.” vor sich selbst und anderen gerechtfertig wird. In einer Welt in der der Einzelne nur noch zu funktionieren, Leistung zu bringen und einem Hamster gleich das Schuldgeldsystem am Leben zu erhalten hat.
Die logische Grenze der Freiheit beinhaltet auch, dass ich mich gegen Eingriffe in meine Freiheit wehren darf. Natürlich nur in einem Rahmen der von der Gesellschaft – was nicht zwingend mit der Rechtssprechung gleichgesetzt werden kann – akzeptiert ist. So muss auch ich als einzelner Bürger die Möglichkeit haben mich gegen genmanipulierte Nahrungsmittel, gegen eine Totalüberwachung meiner Kommunikation, gegen Zwangsvorgaben meiner Lichtquelle, gegen von Politikern in meinem Namen ausgesprochene Sanktionen, Entscheidungen und Vorstösse wehren zu dürfen, ja wehren zu können. Doch genau diese “Wehrhaftigkeit” wird und wurde uns im Namen einer falschen Freiheit bereits seit Kindergartentagen aberzogen. Wir haben zu funktionieren – nicht zu hinterfragen.
Bereits Wladimir Iljitsch Lenin erkannte in der Freiheit des Denkens eine Gefahr, als er schrieb:
„Give me just one generation of youth, and I’ll transform the whole world.“
(Gebt mir nur eine Generation eurer Kinder, und ich werde die ganze Welt verändern.)
Und genau aus diesem Grunde versuchen unsere Eliten und Politiker immer früher unsere Kinder in staatliche Einrichtungen zu holen. Um dort die Freiheit des Denkens, die Freiheit des Individuums baldmöglichst auszulöschen. Konformismus als neue Freiheit, Gleichschaltung (auch das ist Freiheit, dieses Wort, trotz der durch die “Political Correctness” aufgezwungenen Assoziation und Verbote, zu verwenden) als neue Grenze, die leichter durch Dritte zu deren Zwecken einzureissen, zu verletzen ist.
Freiheit ist nicht nur ein Plädoyer, wie es unser konformer, nicht das Volk vertretender, elitengesteuerter Bundespräsident sieht. Nein, es ist vielmehr als die von Gauck postulierten Schlagwörter von Demokratie, Menschenrechten und Toleranz. Es ist auch das Recht des Einzelnen sich gegen Willkür, Kontrolle oder Überwachung auszusprechen. Es ist das Recht seinen Unmut zu äußern, sich gegen Genfood, Glühlampenverbot und staatliche Bevormundung wehren zu können oder eine Bundeskanzlerin davon abzuhalten in seinem Namen zu sprechen. Es ist so viel mehr… So viel mehr, um das es sich jeden Tag zu kämpfen lohnt…
Originaltext
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Über Akademie Integra

Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
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Eine Antwort zu Freiheit: Der Versuch einer Systemkritik

  1. Martin Bartonitz schreibt:

    Wenn wir nicht mehr Wählengehen, dann können wir auch sagen:

    „aber nicht in meinem Namen“. Wer seine Stimme abgibt, der kann sie auch nicht mehr erheben.

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