Die Bank of England stellt die Ökonomie auf den Kopf

Eigentlich müssten jetzt alle Lehrbücher umgeschrieben werden

von Prof. Wolfgang Berger aus BUSINESS REFRAMING
Henry_FordHenry Ford hat einmal darauf hingewiesen wie gut es ist, dass die meisten Menschen nicht verstehen, wie das Geldsystem funktioniert. Würden sie es durchschauen, meinte er, „hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“ In der letzten Woche ist nun etwas erstaunliches geschehen: Die Bank of England hat in einem Beitrag zugegeben, dass die Ansicht fast aller Ökonomen zur Geldordnung falsch ist und dass Positionen von Exoten wie der „Occupy Wall Street Gruppe“ richtig sind.
Die Ökonomen behaupten, dass die Bevölkerung ihre Ersparnisse zu den Banken bringt und diese es an Kreditnehmer verleihen. Das Mindestreservesystem erlaubt es den Banken, wesentlich mehr als die vorhandenen Einlagen zu verleihen. Wenn die Einlagen nicht ausreichen, können die Banken sich auch Geld von der Zentralbank leihen.
Die Zentralbank reguliert die Geldmenge und das ist der Sinn ihrer unabhängigen Existenz. Könnten Regierungen Geld herausgeben, würde politischer Druck die Geldmenge über Gebühr ausweiten und – so wird uns gesagt – wir bekämen Inflation. Deshalb wird das Geld von den Zentralbanken über die Geschäftsbanken an die Staaten gegeben, die es verzinst zurückzahlen müssen.
In dieser Woche hat die Bank of England zugegeben, dass das alles nicht stimmt. Es ist umgekehrt: Die Kredite der Geschäftsbanken erschaffen die Einlagen und die Zentralbank hat auf die Geldmenge gar keinen Einfluss. Kredite erschaffen Geld und dem sind keine Grenzen gesetzt, solange es Leute gibt, die bereit sind, sich zu verschulden.
Im gesamten Bankensystem wird jeder Kredit bei einer Bank über das, was der Kreditnehmer damit anfängt zur Einlage bei einer anderen Bank. Die Geldmenge hängt also davon ab, wie hoch Privatleute, Unternehmen und öffentliche Haushalte bereit sind, sich zu verschulden.
Der Nobelpreisträger Paul Krugman hat sich eine heftige und polemische Auseinandersetzung mit dem von mir hoch geschätzten Ökonomen Steve Keen geliefert und die Bank of England hat jetzt zugegeben, dass Professor Keen Recht hat. Während die Bank of England historisch immer die Fahne der ökonomischen Orthodoxie hochgehalten hat, ist jetzt etwas geschehen, das darauf hindeutet, dass Henry Ford wohl Recht gehabt hat. Die meisten Menschen ahnen es noch nicht.
Originaltext
Zur Ergänzung aus DWN:

Bank of England: Geld basiert nur auf Vertrauen der Bürger

Die britische Zentralbank gesteht öffentlich ein, dass Geld nur ein spezieller Schuldschein ist. Geschäftsbanken würden Geld praktisch aus dem Nichts erschaffen. Gedeckt sei es ausschließlich durch das Vertrauen der Bürger, so die Bank of England.
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Über Akademie Integra

Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
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