Der Journalist als Waffe

Von René Cassien
Wir leben in einer epochalen Wendezeit (Transformation) der Menschheit und die Geschehnisse in und um die Ukraine sind für mich ein ent-scheiden-der* Beschleunigungs-Impuls für die Transformation (siehe auch hier).
(*ent-scheiden = Im Sinne von: die System-Konformen scheiden sich von den System-Un-Konformen oder die Gewöhnlichen scheiden sich von den Außer-Gewöhnlichen – gewöhnlich = der Gewohnheit, dem Alten, dem System, unterliegend.)
Gerade jetzt während der Ukraine-Geschehnissen werden vielen Menschen die Lügen und Manipulationen der Politiker und Medien (Marionetten der 13 Familien-Dynastien und des Finanz/Industrie-Komplexes) immer bewusster, auch die False-Flag-Operationen werden immer offensichtlicher.
Die System-Konformen, die Gewöhnlichen, kämpfen um´s Überleben ihres Systems, ihrer Gewohnheiten. Sie wissen darum, geraten aus ihrem emotionalen Gleichgewicht und werden, wie ent-deckte gewöhnliche Psychopathen, daher immer undiplomatischer, unvorsichtiger und aggressiver in ihren Verhaltensweisen. Siehe die beiden Beispiele: die US-Europabeauftragte Victoria Nuland mit ihrem Ausspruch „Fuck the EU“ über die Ukraine-Politik der EU oder die Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko mit Mordphantasien gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin:
„Ich bin selbst bereit, eine Kalaschnikow in die Hand zu nehmen und dem Dreckskerl in den Kopf zu schießen. Ich werde die ganze Welt (gegen Russland) erheben, sobald ich es kann, damit – verdammt – von Russland nicht einmal ein verbranntes Feld übrig bleibt.“
Die Psychopathen, die System-Konformen, die Gewöhnlichen, werden immer mehr ent-deckt, bzw. sie ent-decken sich selbst, sie reißen ihre Maskierungs-Decke weg, sie kommen aus der Deckung und zeigen zunehmend häufiger ihr „wahres Gesicht“.
Doch nicht nur die system-konformen, gewöhnlichen, Politiker ent-decken sich, auch der „embedded journalism“, die „embedded journalists“ (Journalisten die sich den vorgegebenen politischen Strukturen und Erwartungen anpassen, also zum Sprachrohr des Systems werden oder machen lassen) ent-decken sich.
Einer dieser „embedded journalists“ ist der Journalist und heute-Journal-Moderator Claus Kleber, ein Erregungs- und Ermächtigungs-Journalist, wie ihn Prof. Peter Kern bezeichnete.
Prof. Kern, der auch Mitunterzeichner des “Offener Brief an Wladimir Putin“ war, schrieb nachfolgenden Beitrag über den Journalisten Claus Kleber. (Siehe hierzu auch: „Gefahren warten auf jene, die nicht auf das Leben reagieren.“)
Die bewusste Wahrnehmung der weltweiten Ent-Deckung, wie z.B. im Journalismus, teilen jedoch immer noch eine Anzahl Menschen, eine Anzahl Un-Konformer, Außer-Gewöhnlicher, die unter der nötigen Anzahl für die sog. „Kritische Masse“ liegt.
Doch hier wirkt die andere Seite der Ent-Scheidung, die ja bekanntermaßen mindestens in zwei Teile scheidet. Die andere Seite, ein für mich noch wichtigerer Beschleunigungs-Impuls für die Transformation, ist das weltweite Entstehen und Aufkeimen von unendlich vielen alternativen Initiativen und Organisationen (der Begriff „System“ würde sich hier nicht eignen).
Eine dieser Initiativen zum Thema „Journalismus“ stellen wir unten nach dem Beitrag von Prof. Kern vor.

Der Journalist als Waffe

von Prof. Peter Kern
So wie wir über den vermeintlichen Feind reden, so verändert sich der Feind beim Reden: Erst jetzt ist er einer.
Erregungsjournalisten berichten nicht über die Welt, sie konstruieren sie selbst. Die Meinung des Journalisten über die Verhältnisse ersetzt die Verhältnisse.
Ermächtigungsjournalisten halten Strafgericht. Claus Kleber schwang sich im „heute-journal“ vom 26.03.2014 zum Weltenrichter auf.
Kleine Geister kommen so zu großer Wirkung. Der Echtzeitjournalist wird selbst zur Waffe.
Glänzend entlarvte Frank Schirrmacher diesen Mechanismus. Die inquisitorische Befragung des Vorstandsvorsitzenden von Siemens, Joe Kaeser, der sich „erdreistete“, in diesen Tagen Wladimir Putin zu besuchen, sagte uns viel über Claus Kleber und nichts über das Gespräch zwischen Putin und Kaeser. Kleber wusste genau, dass der Siemenschef zur Zeit nie hätte nach Moskau reisen dürfen.
Vgl. Frank Schirrmacher: „Dr. Seltsam ist heute online. In der Krim-Krise sieht man: Der Echtzeitjournalismus ist schneller als die Reaktionszeit für einen Atomangriff. Er wird dadurch zur Waffe“. In: FAZ Nr.74 vom 28.03.2014, S.11.
Vgl. auch Rüdiger Köhn und Henrike Roßbach: „Kaesers Putin-Besuch passt ins Konzept. Hinter vorgehaltener Hand gibt es auffällig viele positive Stimmen zum Treffen des Siemens-Vorstandschefs mit dem russischen Präsidenten. Denn der Industriemanager hat trotz des umstrittenen öffentlichen Auftritts aus Sicht der Wirtschaft ein Signal gegen Sanktionen als Folge der Krim-Krise gesetzt.“ In: FAZ Nr.74 vom 28.03.2014, S.28.
Originaltext

Interview: Non Profit Journalism

von Ilona Kog­lin aus „Für eine bessere Welt“
Ist Jour­na­lis­mus unter Umstän­den eine gemein­nüt­zige Arbeit? Ja, sagt Gün­ter Bartsch, Geschäfts­füh­rer vom netz­werk recher­che e.V. Er ver­weist auf die USA. Dort gibt es schon einige NJOs – also Non Pro­fit Jour­na­lis­ten. Und zwar mit Erfolg. Wir haben nachgefragt.
Warum Non Pro­fit Journalismus?
Jour­na­lis­ten erfül­len eine wich­tige gesell­schaft­li­che Auf­gabe. Ja, sie gel­ten gar als Vierte Macht im Staat. Doch vie­len klas­si­schen Ver­la­gen sind sie mitt­ler­weile zu kost­spie­lig. Ein Dilemma. Aus dem könnte der Inves­ti­ga­tive Jour­na­lis­mus zumin­dest ein gutes Stück weit her­aus kom­men, wenn er als das aner­kannt würde, was er ist: Als gemein­nüt­zig. In den USA und Groß­bri­tan­nien gibt es schon län­ger die Tra­di­tion des Non Pro­fit Jour­na­lism (NPJ), auch Think-Tank-Journalism genannt. Mit Erfolg. Den will das Netz­werk Recher­che, das sich hier­zu­lande für Inves­ti­ga­ti­ven Jour­na­lis­mus stark macht, nun auch nach Deutsch­land holen. Geschäfts­füh­rer Gün­ter Bartsch hat uns in einem Inter­view mehr dar­über erzählt.
Wieso sollte Jour­na­lis­mus gemein­nüt­zig sein können?
Gün­ter Bartsch: Viele Kol­le­gen aus dem Ver­ei­nig­ten Staa­ten haben damit gute Erfah­run­gen gemacht. Dort gibt es eine ganze Reihe von alter­na­ti­ven Recherche- und Redak­ti­ons­bü­ros – von klei­nen Teams wie der »Inves­ti­ga­tive Post« in Buf­falo (www.investigativepost.org) bis hin zu gro­ßen News­rooms wie etwa der »Pro­Pu­blica« (www.propublica.org). Diese sind gerade des­halb so erfolg­reich, weil sie gemein­nüt­zig arbei­ten kön­nen. Also dadurch, dass sie bestimmte Steu­ern nicht zah­len müs­sen und dass die Spen­der ihre Bei­träge abset­zen kön­nen. Und natür­lich hilft auch die Repu­ta­tion. Wenn ein sol­ches Recherche-Büro als gemein­nüt­zig aner­kannt ist zeigt das, dass es einen posi­ti­ven Bei­trag zur Gesell­schaft leistet.
Wel­che Aus­wir­kun­gen hätte ein gemein­nüt­zi­ger Jour­na­lis­mus in Deutschland?
Gün­ter Bartsch: Gerade im loka­len Bereich gibt es auch in Deutsch­land schon etli­che Blogs und jour­na­lis­ti­schen Pro­jekte, die neue For­men des Jour­na­lis­mus aus­pro­bie­ren. Sie sind damit durch­aus auch eine Kon­kur­renz für den her­kömm­li­chen Lokal­jour­na­lis­mus. Das ist gut, denn gerade hier fehlt es immer mehr an Kon­kur­renz. Sol­che neuen Pro­jekte bele­ben das Zeitungswesen.
Mit dem wirt­schaft­li­chen Druck ver­än­dert sich ja auch die gesell­schaft­li­che Bedeu­tung des Jour­na­lis­mus. Würde es denn die Rolle des Jour­na­lis­mus stär­ken – oder ihm viel­leicht eine ganz neue geben, wenn er als gemein­nüt­zig gilt?
Gün­ter Bartsch: Die meis­ten Grün­der und Initia­to­ren die­ser neu­ar­ti­gen Pro­jekte sehen sich eher als eine Art Oppo­si­tion gegen­über den her­kömm­li­chen Medien. Sie wol­len Dinge sicht­bar machen, die sonst nicht gezeigt werden.
Es kommt also bei­des zusam­men: Auf der einen Seite kann ein Non Pro­fit Jour­na­lis­mus die Lücke fül­len, die zum Bei­spiel durch das Weg­bre­chen der Lokal­zei­tun­gen ent­steht – viele wer­den ein­ge­stellt oder beste­hen nur noch als Zombie-Zeitungen, deren Inhalte aus Redak­ti­ons­zen­tra­len stam­men. Auf der ande­ren Seite eröff­net sich dadurch Raum für Inno­va­tio­nen, die nach dem bis­he­ri­gen Prin­zip in Deutsch­land ein­fach nicht mög­lich sind.
Wie grenzt sich gemein­nüt­zi­ger Jour­na­lis­mus von nicht-gemeinnützigem ab?
Gün­ter Bartsch: Das ist gar keine so ein­fa­che Frage. Grund­vor­aus­set­zung muss sein, dass es keine Pro­fit­ori­en­tie­rung gibt. Natür­lich müs­sen die Jour­na­lis­ten, die daran arbei­ten, keine Ren­dite erzie­len möch­ten – auch wenn sie nicht ehren­amt­lich arbei­ten sol­len. Aber das ist bei den der­zeit gemein­nüt­zi­gen Ver­ei­nen auch nicht der Fall.
Dazu kommt, was der US-amerikanische Kol­lege David Kaplan (Vor­sit­zen­den des Glo­bal Inves­ti­ga­tive Jour­na­lism Net­work, www.icij.org/journalists/david-kaplan) ganz gut auf den Punkt gebracht hat: Die Auf­gabe eines gemein­nüt­zi­gen Jour­na­lis­mus muss darin beste­hen, mit der Bericht­er­stat­tung auf eine gut infor­mierte Öffent­lich­keit inner­halb einer freien und funk­tio­nie­ren­den Demo­kra­tie hin­zu­wir­ken. Es muss dar­über hin­aus also auch um Qua­li­täts­jour­na­lis­mus geht, der die Bevöl­ke­rung über Miss­stände und rele­vante Ereig­nisse auf­klä­ren möchte. Unter­hal­ten­der Jour­na­lis­mus kann aus mei­ner Sicht daher keine Gemein­nüt­zig­keit erlangen.
Der nicht-gemeinnützige Jour­na­lis­mus wäre der eine Grenz­ver­lauf – der andere ist der zu Orga­ni­sa­tio­nen wie Lob­by­Con­trol, abge­ord­ne­ten­watch oder Food­watch, die ja durch­aus auch recher­chie­ren und publi­zie­ren. Wel­chen Unter­schied gibt es hier?
Gün­ter Bartsch: Es stimmt, dass diese Kol­le­gen zum Teil wirk­lich eine super Arbeit machen, von der ich mir wünschte, dass sie Jour­na­lis­ten aus­füll­ten. Den­noch es gibt einen wich­ti­gen Unter­schied zwi­schen Akti­vist und Jour­na­list: Die Akti­vis­ten haben ein kla­res Ziel. Sie möch­ten unsere Gesell­schaft in eine bestimmte Rich­tung ver­än­dern – bei dem Bei­spiel Lob­by­Con­trol ist es das Ziel, den Lob­by­is­mus in Deutsch­land zu begren­zen. Das steht auch klar in ihrer Sat­zung drin. Das würde ein gemein­nüt­zi­ger Jour­na­lis­mus nie­mals tun. Er ist nicht mono­the­ma­tisch ausgerichtet.
Was sind ihre nächs­ten Schritte, um Non Pro­fit Jour­na­lism in Deutsch­land zu etablieren?
Gün­ter Bartsch: Wir haben zunächst eine Web­site gestar­tet, um das Thema in die Öffent­lich­keit zu brin­gen: http://netzwerkrecherche.org/wordpress/nonprofit/. Denn wir haben zum Bei­spiel fest­ge­stellt, dass sich Poli­ti­ker in Deutsch­land noch gar nicht damit beschäftigen.
Dann möch­ten wir fest­stel­len, wie sich eine Aner­ken­nung der Gemein­nüt­zig­keit recht­lich ver­an­kern lässt: Mit wel­chen For­mu­lie­run­gen kann das in die Abga­ben­ver­ord­nung kom­men? Wie müs­sen sich die Aus­füh­rungs­be­stim­mung der Finanz­äm­ter sich ändern? Nicht alles lässt sich im Vor­feld klä­ren. Die Aner­ken­nung wird – wie das übri­gens auch in den USA der Fall ist – immer eine Ein­zel­fall­ent­schei­dung sein. Aber wir wol­len hier schon mal die Grund­la­gen schaf­fen. Dann hof­fen wir, dass sich das Ganze zu einem Selbst­gän­ger ent­wi­ckelt. Dass die Poli­tik unsere Idee auf­greift und die ent­spre­chen­den Gesetze und Ver­ord­nun­gen umsetzt.
Was kön­nen Jour­na­lis­ten oder auch inter­es­sierte und enga­gierte Nut­zer tun, um Sie dabei zu unterstützen?
Gün­ter Bartsch: Wir haben momen­tan keine Peti­tion oder ähnli­ches, weil wir zunächst die recht­li­chen Grund­la­gen klä­ren wol­len. Den­noch kön­nen sich inter­es­sierte Men­schen schon bei uns mel­den. Denn wir freuen uns über eine aktive Debatte und viele Fra­gen, Mei­nun­gen und Ideen, wie man die Sache ange­hen könnte. Da haben wir natür­lich auch noch nicht alle Antworten.
Gibt es denn in Deutsch­land schon Pro­jekte, die ein Para­de­bei­spiel für einen Non Pro­fit Jour­na­lis­mus sind?
Gün­ter Bartsch: Es gibt schon ein paar Pro­jekte, die bereits die Vor­aus­set­zung der Gemein­nüt­zig­keit erfül­len, indem sie den Umweg über einen Bil­dungs­auf­trag neh­men – etwa in Form von Work­shops und ähnli­chem. Dazu zählt zum Bei­spiel die Kon­text Wochen­zei­tung (www.kontextwochenzeitung.de), die ein sehr typi­sches Bei­spiel für diese Form des Jour­na­lis­mus ist. Sie finan­zie­ren sich jetzt schon unter ande­rem über Spen­den und Solibeiträge.
Im Lokal­jour­na­lis­mus gibt es bei­spiels­weise das ham­bur­ger Blog hh-mittendrin.de, das sich auch über Spen­den und För­de­rer finan­ziert. Und schließ­lich könn­ten unter die Gemein­nüt­zig­keit auch Initia­ti­ven fal­len, die selbst gar nicht jour­na­lis­tisch arbei­ten wol­len, aber jour­na­lis­ti­sche Initia­ti­ven durch Sti­pen­dien för­dern und unter­stüt­zen möch­ten – da gibt es bei­spiels­weise in Leip­zig die Initia­tive »Initia­tive Stadt­jour­na­lis­mus Leip­zig« (isjl.de).
Das heißt die Jour­na­lis­ten in Deutsch­land sit­zen quasi schon in den Start­lö­chern und wären bereit, diese Mög­lich­keit dann auch beim Schopf zu packen?
Gün­ter Bartsch: Auf jeden Fall. In vie­len Städ­ten ent­ste­hen jetzt schon viele span­nende Pro­jekte, die die Gemein­nüt­zig­keit aus mei­ner Sicht erfül­len. Diese Pro­jekte ste­hen natür­lich alle­samt vor der Frage, wie sie sich finan­zie­ren kön­nen. Die Frage ist, wie das mit dem Spen­den in Deutsch­land funk­tio­niert. Die Aner­ken­nung der Gemein­nüt­zig­keit würde so man­chem die­ser unab­hän­gi­gen Pro­jekte die Grün­dung erleichtern.
Vie­len Dank für das Gespräch!
Originaltext
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Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
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