„Gefahren warten auf jene, die nicht auf das Leben reagieren.“

von René Cassien
Diese Worte sagte Gorbatschow am 5. Oktober 1989 auf dem Flughafen Schönefeld bevor er mit Honecker den 40. und letzten Geburtstag der DDR feierte. In seinen Memoiren schreibt Gorbatschow, er habe zwei Tage später Honecker im Vieraugengespräch gesagt:
„Das Leben verlangt mutige Entscheidungen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“
An diese Worte wurde ich gestern erinnert bei dem Interview von Claus Kleber, ZDF-Moderator, mit dem Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser (Video siehe unten).
Wobei Claus Kleber hierbei Honecker, als Symbol einer untergehenden Weltordnung, repräsentierte.
Als Kuratoriums-Mitglied der Altantik-Brücke e.V. muss er logischerweise die alte untergehende Weltordnung noch verteidigen, sich noch an das „sinkende Schiff“ klammern und versuchen zu retten, was nicht mehr zu retten ist.
(siehe auch unsere Beiträge: Alte Feindbilder funktionieren nicht mehr; Eine neu entstehende Weltkultur; USA – Der Untergang des letzten Imperiums; Zwei Schritte vorwärts, einer zurück; NASA-Untersuchung: 32 fortschrittliche Zivilisationen kollabierten und wir sind die nächste.)
Typisch für diese angstgeladene Situation, in der sich Claus Kleber befindet, ist auch seine, mit offensichtlicher Erregung ausgedrückte, aggressive destruktive Argumentation. Diese Destruktivität hat jedoch ihren Ursprung in seinem Denken.
Zum Denken im weitesten Sinn gehört rationales Wissen ebenso wie alles jemals Gefühlte sowie die kulturelle und persönliche Prägung, kurz: der gesamte bewusste und unbewusste Inhalt des konditionierten Geistes. Die Vielfalt und Gegensätzlichkeit der unterschiedlichen Konditionierungen sind jedoch Quelle unendlicher Konflikte, die umso schärfer sich gestalten, je eindimensionaler und unreflektierter ein Mensch, z.B. wie Claus Kleber, ist.
In unserer heutigen Kultur haben wir die Möglichkeit, einander auf verschiedenste Art zu begegnen: Wir können ohne Schwierigkeiten miteinander singen, tanzen oder spielen, aber Fragen miteinander zu besprechen, die uns wirklich betreffen, führt scheinbar ausnahmslos zu Streit, Entzweiung und oft auch zu Gewalt. Dieser Umstand weist auf eine grundlegende Unvollkommenheit im menschlichen Denkprozess hin.
Im Gegensatz hierzu der Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser, der in dem Interview, ohne Erregung und mit einem Lächeln auf dem Gesicht, wiederholt von einem DIALOG mit Putin und Russland sprach.
Der Dialog beginnt, wo die Diskussion aufhört.
Der Dialog ist eine neue Form des Gesprächs. Hier werden weniger Argumente ausgetauscht, sondern Horizonte eröffnet. Der Dialog ist eine Chance, Neues zu entdecken und eben keine Form Altes zu bewahren.
Dialog ist ein Weg, die Hintergründe der vielen Krisen zu untersuchen, mit denen Menschen sich heute konfrontiert sehen. Der Dialog ermöglicht das Erkunden und Verstehen jener Prozesse, die eine wirkliche Kommunikation zwischen Individuen, Organisationen und Nationen beeinträchtigen.
Im Dialog wird es möglich, individuelle und kollektive Voraussetzungen, Ideen, Überzeugungen und Gefühle zu erkunden, welche die Interaktionen auf subtile Weise beeinflussen. Der Dialog bietet Gelegenheit, an einem Prozess teilzunehmen, der Kommunikationsstärken und Kommunikationsschwächen aufzeigt. Er kann die rätselhaften und chaotischen Muster aufdecken, die Gesprächspartner oft dazu veranlassen, gewisse Fragen zu vermeiden, oder aber gegen alle Vernunft an Meinungen festzuhalten und sie zu verteidigen.
Dialog ist ein Weg, gemeinsam zu beobachten, wie verborgene Werte und Absichten unser Verhalten bestimmen und wie unbemerkte, kulturelle Unterschiede aufeinanderprallen, ohne dass wir bemerken, was sich eigentlich abspielt. Er ist wie eine Bühne, auf der kollektives Lernen stattfindet und auf der ein Gefühl zunehmender Harmonie, Kollegialität und Kreativität entstehen kann.

Siemens-Chef: „Mit Russland im Dialog bleiben“

Business as usual for Siemens in Russia

Frau Dr. Gudrun Eussner hat nach der Ausstrahlung des Interviews mit einem offenen Brief wie folgt reagiert:
Sehr geehrter Herr Kleber,
was fällt Ihnen ein, sich als Richter aufzuspielen? Sie sind Nachrichtenredakteur, ich will nicht Ihre Meinung kennenlernen, noch dazu aggressiv vorgetragen, sondern hören, was los ist, mit Stimmen von beiden Seiten, nicht einseitig. Sie stellen den Siemens-Vertreter an den Pranger und kommen sich toll vor? Wie kann man ein Interview so anlegen?
Ich denke noch an Ihr unsägliches Interview mit Mahmud Ahmadinejad. Das Niveau haben Sie jetzt eben wieder erreicht.
Mit freundlichen Grüßen!
Dr. Gudrun Eussner
Als Ergänzung listen wir nachfolgend die Gremien der Stiftung Atlantik-Brücke auf. Die Personen sollte man kennen – sie „sprechen Bände“.
VORSTAND DER STIFTUNG ATLANTIK-BRÜCKE
Vorsitzender
Friedrich Merz, Partner, Mayer Brown LLP
Stellvertretender Vorsitzender
Professor Dr. Andreas R. Dombret, Mitglied des Vorstands, Deutsche Bundesbank
Mitglied des Vorstands
Eveline Metzen, Geschäftsführerin der Atlantik-Brücke
KURATORIUM DER STIFTUNG ATLANTIK-BRÜCKE
Vorsitzender
Max M. Warburg, Partner, M.M. Warburg & Co
Stellvertretender Vorsitzender
Dr. Arend Oetker, Geschäftsführender Gesellschafter, Dr. Arend Oetker Holding GmbH& Co. KG
Weitere Mitglieder des Kuratoriums
Dr. Peter Ammon, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Washington, DC
Dr. h.c. Roland Berger, Honorary Chairman, Roland Berger Strategy Consultants GmbH
Jürgen H. Conzelmann, CEO, Haus & Grund Frankfurt am Main
Dr.-Ing. Jürgen R. Großmann, Gesellschafter, Georgsmarienhütte Holding GmbH
Axel Hörger, Vorsitzender des Vorstands, UBS Deutschland AG
Dr. Claus Kleber, Redaktionsleiter, ZDF – Zweites Deutsches Fernsehen
Hans-Ulrich Klose, MdB (SPD), Deutscher Bundestag
Frank Mattern, Managing Partner, McKinsey & Company, Inc.
Dr. Lutz R. Raettig, Vorsitzender des Aufsichtsrats, Morgan Stanley Bank AG
Volker Rühe, Bundesverteidigungsminister a.D.
Kurt F. Viermetz, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutsche Börse AG a.D.
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Über Akademie Integra

Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
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