Wie sich der amerikanische Außenminister Kerry zum Schutzengel des Völkerrechtes aufspielt

Von Willy Wimmer aus „german.IRIB“
… Zeichen an der Wand sind häufiger zu sehen, als uns lieb sein kann. Das bedeutet für uns, dass wegen der gleichzeitig stattfindenden Umbrüche in der Ukraine das Gesamtbild nicht aus den Augen gelassen werden darf. Es ist etwas ganz großes im Gange, das uns alle zerreißen kann. Wer heute Russland aus den G-8 schmeißen will, der hat keine Hemmungen, morgen China mit dem Rauswurf aus der Welthandelsorganisation zu drohen und die Drohung auch wahrzumachen.
Es ist Endspiel-Zeit und es geradezu spektakulär, wie der amerikanische Außenminister John Kerry sich zum Schutzengel des Völkerrechtes aufspielt. Dennoch ist das amerikanische Verhalten seit dem völkerrechtswidrigen Krieg gegen Belgrad und die folgenden, ebenfalls klassischen Aggressionskriege gegen den Irak und andere, keine Ausrede für andere, in amerikanische Muster der letzten Jahrzehnte zu verfallen.
Aber tun sie das? Man ist heute schnell bei der Hand, den russischen Präsidenten Putin mit Adolf Hitler zu vergleichen, wie es in diesen Tagen ein ehemaliger tschechischer Außenminister getan hat. Fürst Schwarzenberg hat gut reden, waren es doch die Russen, die gnadenlos unter Adolf Hitler ihr Blut vergießen mussten. Peinlicher geht es nicht mehr. Aber die Ukraine wird uns um die Ohren fliegen, auch wenn es seit Joschka Fischer einen NATO-Modus zu geben scheint, wenn Ziele angeleuchtet werden.
Janukowitsch ist weg und wer will ihm eine Träne nachweinen? Bei den Protzvillen? Als wenn das bis zum Ringen um das Assoziierungsabkommen irgendjemand in Brüssel, Berlin, London oder Washington gestört hätte. In der Staatskasse noch knapp 300. 000, 00 Euro?
Wo waren die peniblen Brüsseler Schlaumeier bei der Überprüfung der Kiewer Daten vor dem angepeilten Abkommen zwecks größerer Nähe der Ukraine zur Europäischen Union? Von ganz neuer Qualität dürfte jedoch sein, dass nicht nur die us-amerikanische Staatssekretärin Nuland den Überlegungen zur Manipulation der neuen Regierung in der Ukraine freien Lauf gelassen hat. Hier wurde zum ersten Mal in der neueren Geschichte eine Regierung, die nach Bekundungen aller-von der OSZE bis zum Europa-Rat- durch faire und freie Wahlen zustande gekommen war, aus dem Amt geputscht und alle Abkommen zur Krisenbeilegung beiseite gefegt. Das geschah wohlgemerkt auch und gerade durch Kräfte, die einen gesamteuropäischen Aufschrei der Abscheu hätten hervorrufen müssen.
Noch in der Nacht der Machtergreifung wurde gegen die russischsprachigen Bewohner der Ukraine mobil gemacht. Man hatte nichts eiligeres zu tun, als ihnen die Zerstörung ihrer Bürgerrechte in Aussicht zu stellen. Es war eben auch der politische Mob, der anschließend drohte, durch die gesamte Ukraine zu fegen. Wegen des unmittelbar drohenden Finanzkollapses der Ukraine droht sich dort ein Furor breitzumachen, der zwar heute nach dem Westen ruft, aber dem Heulen und Zähneknirschen droht, wenn ihn die westeuropäische und amerikanische Realität erreichen. Washington scheint zu den letzten Mitteln vor einer Kriegserklärung an die Russische Föderation greifen zu wollen, wenn man die Herren Obama und Kerry hört.
Wäre es wegen der Dimension des von der Ukraine ausgehenden Ur-Knalls für ganz Europa nicht sinnvoller gewesen, die Fäden zusammen zu halten? Schließlich war es Moskau, das der maroden Ukraine noch mehr Geld nachwerfen wollte, als der in diesen Dingen äußerst penible Westen. Und Putin? Hätte er zuwarten sollen, bis die Kiewer Machtübernahme die russische Grenze erreicht haben würde.
Die Träger des neuen Geistes waren alle auf dem Weg. Was in Teufels Namen hat nach der Kiever Machtübernahme die neuen Machthaber dazu veranlasst, nun jeden wichtigen Amtsträger im ganzen Land aus dem Amt zu jagen und durch eigene Günstlinge zu ersetzen? Der russische Präsident Putin hat durch die Form seiner Reaktion diesem Tun ein Halt-Signal gesetzt, für das man ihm vielleicht noch einmal sehr dankbar sein wird.
Die Souveränität und territoriale Integrität auch der Ukraine stehen außer Frage. Rechtzeitig die bereits brennende Lunte aus dem Benzinfass zu nehmen, wie es Putin gemacht hat, sollte dann als Chance begriffen werden, wenn das russische Handeln nicht als Gefährdung der eigenen westlichen Absichten gesehen wird.
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Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
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