Celac-Staaten erklären Lateinamerika und die Karibik zur Zone des Friedens

Wir heben in diesem Beitrag die abschließende Erklärung der Celac-Gipfelkonferenz aus dem vorhergehenden Beitrag

Celac-Staaten – «ein leuchtendes Beispiel für die gesamte Welt»

noch deutlicher hervor. Denn diese Erklärung und weitere Ereignisse der letzten Monate (über die wir noch berichten werden) stellen für uns markante Impulse, Wendepunkte und Wegweiser in dem derzeitigen Transformations-Prozess (Werte- und Zeiten-Wandel, Paradigmen-Wechsel) des Weltgeschehens dar.
Während an der Sicherheitskonferenz in München am Wochenende vom 31.01. – 02.02.2014 mit viel Mediengetöse und -aufmerksamkeit neue Kriege geplant wurden, bei denen vor allem Deutschland „wieder mehr Verantwortung übernehmen soll“, trafen sich am 28. und 29. Januar die Staats- und Regierungschefs der Celac-Staaten in Anwesenheit von Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon in Havanna, der Hauptstadt Kubas, zu ihrer Gipfelkonferenz.
Den deutschsprachigen Medien war dieses bedeutende Ereignis keine Zeile wert.
Welche herausragende Bedeutung dieser Gipfel aber hat, wird durch diese abschließende Erklärung deutlich.
Im Gegensatz zur westlichen Welt, die in München wieder einmal ihr wahres Gesicht gezeigt und die Kriegstrommeln geschlagen hat, planen diese 33 Länder die Etablierung einer Friedenszone in Mittel- und Lateinamerika. Damit wird eine Region von 600 Millionen Menschen und einer Fläche von 20,5 Millionen Quadratkilometern zum Vorreiter des Friedens auf unserer Welt.

800px-Logo_Celac

609px-Comunidad_de_Estados_Latinoamericanos_y_CaribeñosErklärung Lateinamerikas und der Karibik zur Zone des Friedens

Wir, die Staats- und Regierungschefs der Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (Celac), versammelt zum II. Gipfeltreffen am 28. und 29. Januar in Havanna, Kuba, im Namen unserer Völker und in getreuer Wiedergabe von deren Hoffnungen und Streben
  • in Bestätigung der Verpflichtung unserer Länder auf die Ziele und Prinzipien, die in der Charta der Vereinten Nationen und dem Völkerrecht verankert sind und im Bewusstsein, dass Wohlstand und Stabilität in der Region zu Frieden und Stabilität international beitragen,
  • im Bewusstsein, dass Frieden ein höchstes Gut und legitime Sehnsucht aller Völker ist und dass die Erhaltung des Friedens ein grundlegendes Element der lateinamerikanischen und karibischen Integration und ein Prinzip und gemeinsamer Wert der Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (Celac) ist,
  • bekräftigend, dass die Integration die Vision einer gerechten internationalen Ordnung stärkt, die auf dem Recht auf Frieden und einer Kultur des Friedens basiert, die den Einsatz von Gewalt und nicht-legitimer Mittel der Verteidigung wie Massenvernichtungswaffen und insbesondere Atomwaffen ausschliesst,
  • unter Betonung der Bedeutung des Vertrages von Tlatelolco, der Atomwaffen in Lateinamerika und der Karibik verbietet, der die erste atomwaffenfreie Zone in einem Gebiet mit hoher Bevölkerungsdichte errichtet und damit zum Frieden und regionaler und internationaler Sicherheit beiträgt,
  • unter Wiederholung der dringenden Notwendigkeit allgemeiner und vollständiger atomarer Abrüstung sowie der Verpflichtung auf die Strategische Agenda der Organisation für das Verbot von Atomwaffen in Lateinamerika und der Karibik OPANAL [Organismo para la Proscripción de las Armas Nucleares en la América Latina y el Caribe], die von den 33 Mitgliedstaaten der Organisation an der Generalversammlung in Buenos Aires im August 2013 angenommen wurde,
  • eingedenk der Prinzipien von Frieden, Demokratie, Entwicklung und Freiheit, welche den Handlungen der Mitgliedländer des Zentralamerikanischen Integrationssystems SICA [Sistema de la Integración Centroamericana] zugrundeliegen,
  • eingedenk des Beschlusses der Staatschefs von Unasur [Unión de Naciones Suramericanas], Südamerika als Zone des Friedens und der Kooperation zu festigen,
  • eingedenk der Errichtung der Zone für Frieden und Kooperation im Süd-Atlantik im Jahre 1986,
  • eingedenk auch unserer Verpflichtung, die wir in der Erklärung des Gipfels zur Einheit von Lateinamerika und der Karibik vom 23. Februar 2010 vereinbart haben, die Implementierung unserer eignen Mechanismen für eine friedliche Konfliktlösung zu fördern,
  • unter Wiederholung unserer Vereinbarung, Lateinamerika und die Karibik als Zone des Friedens zu konsolidieren, in der Differenzen zwischen den Nationen friedlich beigelegt werden durch Dialog und Verhandlungen oder andere Mittel, die in voller Übereinstimmung mit dem Völkerrecht sind,
  • im Bewusstsein auch der katastrophalen und langfristigen globalen humanitären Auswirkungen des Einsatzes von Atomwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen und der laufenden Diskussionen zu diesem Thema erklären:
  1. Lateinamerika und die Karibik zur Zone des Friedens, die auf der Achtung der Prinzipien und Normen des Völkerrechtes, einschliesslich der internationalen Instrumente, denen die Mitgliedstaaten angehören, und den Prinzipien und Absichten der Charta der Vereinten Nationen;
  2. unsere immerwährende Verpflichtung, Auseinandersetzungen mit friedlichen Mitteln zu lösen mit dem Ziel, die Androhung oder den Einsatz von Gewalt aus unserer Region für immer zu verbannen;
  3. die Verpflichtungserklärung der Staaten der Region zur strikten Erfüllung ihrer Pflicht, weder direkt noch indirekt in die inneren Angelegenheiten irgendeines anderen Staates zu intervenieren und die Prinzipien der nationalen Souveränität, der Gleichberechtigung und der Selbstbestimmung der Völker einzuhalten;
  4. die Vereinbarung der Völker Lateinamerikas und der Karibik, Beziehungen der Freundschaft und der Kooperation untereinander und mit anderen Nationen zu fördern, unabhängig von Unterschieden in ihren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Systemen oder ihres Entwicklungsstandes; Toleranz und ein Zusammenleben in Frieden miteinander als gute Nachbarn zu praktizieren;
  5. die Vereinbarung der lateinamerikanischen und karibischen Staaten, als unerlässliche Bedingung für das friedliche Zusammenleben der Nationen das unveräusserliche Recht jedes Staates, sein politisches, wirtschaftliches, soziales und kulturelles System zu wählen, vollumfänglich zu respektieren;
  6. in der Region eine Kultur des Friedens zu fördern, die unter anderem auf den Prinzipien der Erklärung der Vereinten Nationen über eine Kultur des Friedens beruht;
  7. die Verpflichtung der Staaten der Region, sich in ihrem internationalen Verhalten von dieser Erklärung leiten zu lassen;
  8. die Verpflichtung der Staaten der Region, die atomare Abrüstung weiterhin als vorrangiges Ziel zu fördern und zu allgemeiner und vollständiger Abrüstung beizutragen, um die Stärkung des Vertrauens unter den Nationen zu befördern.
Wir fordern alle Mitgliedstaaten der internationalen Gemeinschaft eindringlich auf, diese Erklärung in ihren Beziehung mit den Mitgliedstaaten der Celac voll zu respektieren.
Diese Erklärung wurde von den Unterzeichneten [Staats- und Regierungschefs der Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten] ordnungsgemäss unterschrieben am 29. Tag des Januar 2014 in Havanna in einer Kopie in spanischer, englischer, französischer und portugiesischer Sprache.
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Über Akademie Integra

Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
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2 Antworten zu Celac-Staaten erklären Lateinamerika und die Karibik zur Zone des Friedens

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