Ukraine: Vor dem Exorzismus

Bevor sie den nachfolgenden Artikel von „Chartophylakeion“ lesen, eine Anmerkung von Akademie Integra:
Die Berichterstattung der westlichen Medien über die aktuellen Geschehnisse in der Ukraine ist dermassen penetrant einseitig pro-westlich, dass wir uns genötigt sehen auch eine andere Seite zu betrachten und zitieren „Chartophylakeion“:
„Es geht (…) nicht darum, die „Mainstream-Medien“ der Verschwörung oder der Hurerei zu bezichtigen, sondern darum, möglichst authentisch zu sein und die andere Seite auch zu Gehör zu bringen. Abgesehen von den reinen Nachrichten geht es hier, auf letzteren basierend, auch um Rückschlüsse und Gedanken zur aktuellen (geo)politischen Lage …“
Vom gestrigen Tage in der Ukraine bleibt ein Eindruck: die “Revolution” säuft ab. Es kommt inzwischen zu Gegenreaktionen, die für die Banditen ziemlich unangenehm verlaufen: die Menschen verbünden sich mit den Ordnungskräften des Blutigenregimes und verjagen die angereisten galizischen “Aktivisten” samt den gekauften Ortsansässigen. “Gekauft” ist jetzt durchaus keine Denunziation – die Besetzer der Verwaltungsgebäude in den Provinzen erzählen den Journalisten selbst, was ein Demonstrant kostet: 300 bis 1.500 Griwna pro Tag, wobei die Top-Honorare denjenigen gezahlt werden, die sich an gewaltsamen Erstürmungen beteiligen, während die scheuen, aber immer noch geldgierigen für das Anfüllen der Biomasse hinter den Brutalos immerhin noch ein Grundgehalt beziehen. Die Frage, woher das bettelarme Galizien die Finanzen dazu hat, wollen wir erst einmal ausklammern.
Die Propagandakanäle der Banden müssen derweil fast stündlich neue Karten malen:
karten-ukraineEntwicklung bei den besetzten Verwaltungsgebäuden vom 26. auf den 27.01.2014 – schwarz gekennzeichnet der Widerstand gegen die Eurobanden, wo Besetzer aus Verwaltungsgebäuden verjagt wurden. Rot – Verwaltungsgebäude besetzt, orange – umstellt oder Sturm im Gange, gelb – “Massenproteste”. Quelle: Twitter @euromaidan
Die ihnen wieder entrissenen “Gebiete” nennen sie dabei “Krebsgeschwür”, die Bürgerwehren bezeichnen sie als “Bandentruppen” (schwarz gezeichnete Provinzen). Selbst die Wortwahl gleicht auf erschreckende Weise jener, die in den Propagandakanälen der Islamisten im “Arabischen Frühling” verwendet wurde. In Zeiten von Google Translate ist es aber auch kein großes Problem, die entsprechenden Anleitungen ins Ukrainische zu übersetzen.
Das Problem der Aufständischen bleibt bestehen: ein Umsturz, eine Revolution oder ein Krieg darf nicht ins Stocken geraten. Passiert das, dann wird das ganze Unterfangen zu einer höchst unangenehmen und auch teuren Angelegenheit. Bereits seit einer Woche treiben die revolutionären Banden ihr Unwesen in Kiew und in den Regionen. Selbst die stursten Gegner der Regierung, ganz zu schweigen von normalen Bürgern, beginnen zu begreifen, dass sie es mit nichts anderem als Bandenterror zu tun haben und nicht etwa mit Freiheitskämpfern.
Diese Einsicht führt dazu, dass Menschen sich vereinen, auf die Straßen gehen und die busweise angereisten Maidownis wieder verjagen. Deren Schema ist überall das gleiche – Anreise, Versammlung ihrer lokalen “Aktivisten”, Bezahlung der bevorstehenden Aktion, ein Kurztraining und Motivierung der “revolutionären Massen” – und ab geht’s zum Angriff. In den ersten Reihen rennen die durchgeknallten Gewalttäter, dahinter drückt der Mob und macht durch schiere Biomasse Eindruck auf die Vertreter der Ordnungsgewalt. Dieses Schema kann man sehr gut in den Aufnahmen von der Besetzung der Provinzialverwaltung in Winnitza erkennen (Aufnahmen von gestern):
Anhand dieser Aufnahmen möge ein Euro-Integrator erklären, was der Unterschied zwischen den dort gezeigten “Freiheitskämpfern” und kriminellen Schlägertrupps ist…
In Saporoschje wurde dieses Schema durch Polizeieinsatz durchbrochen, und dazu hat es gereicht, die ersten Reihen der Angreifer kurz zurückzuschlagen, die hinter den Gewalttätern auflaufenden Massen per Blend- und Betäubungsgranaten auseinanderzujagen, wonach sich die paar Dutzend Gewalttäter praktisch allein vor der Miliz wiederfinden. Der Masse dahinter wurde offenbar eingeredet, dass es keinen Widerstand gibt, so dass sie kaum bereit zur Gegenwehr der Sicherheitskräfte wahr.
Man kann ansatzweise bereits erkennen, dass die Regierung zur Rücknahme der regionalen Verwaltungsgebäude übergeht. Dabei handelt sie eigentlich ganz genau so, wie die galizischen Banden – die Miliz stützt sich auf Bürgerwehren.
Momentan geht es bei diesen ganzen Vorgängen noch um die Provinzen, dabei ist aber klar, dass der eigentliche Brennpunkt die morgige Sondersitzung der Rada, des ukrainischen Parlaments, werden wird. Dabei hat die Taktik der Regierung bei all ihrer Fragwürdigkeit doch bereits Erfolg – minimale Gewaltanwendung gegen die Banden, die sich so selbst in all ihrer Pracht präsentieren müssen, und die Stimmung im Volk kippt. Das hat nichts damit zu tun, dass das ukrainische Volk plötzlich seine Regierung liebt, aber der Schrecken, der darauf erpicht ist, an ihre Stelle zu treten, ist den meisten dann doch ein echter Graus.
Originaltext
Ergänzend zu diesem Artikel:
  • Ein Kommentar von „Jones2theBones“
Hier eine von vielen Quellen zur Bezahlung der Aktivisten:
http://youtu.be/kdJ-kKIZVQQ
Die Tatsache, dass den Geldgebern diese Investitionen weiterhin ihr Geld wert zu sein scheinen, und der Geldstrom und die Intensität keineswegs abreißt, deutet für mich darauf hin, dass die Revolution noch lange nicht absäuft. Aber natürlich provozieren die mit ihrem Auftreten zunehmend Widerstand und Gegendemonstrationen.
Beispielsweise die Umstellung des amerikanischen Botschaftsgeländes durch eine riesige Menschenmenge, wovon die westlichen Medien natürlich nichts gemerkt haben wollen!
http://youtu.be/YeS0oQDTYB0
Und natürlich bedeutet der Sturm der Gebäude nicht, dass sie die ganze Provinz, oder auch nur größere Teile davon unter ihrer Kontrolle hätten. Es bedeutet jedoch, dass die Behörden die Kontrolle verloren haben und ihrer Arbeit nicht nachgehen können. Es bedeutet auch große Schäden nicht nur der Inneneinrichtung, sondern auch am System selbst, wenn beispielsweise bestimmte Personenverzeichnisse im Justizministerium manipuliert oder entwendet werden.
Was mich freut ist die weitgehende Einigkeit und Loyalität der Kosaken.
Trotz der Propaganda hinsichtlich Mazepa et al. stehen sie doch zur russischen Sache. Und die Tatsache, dass sich die Bürgerwehren sehr früh bilden und nicht zu spät wie in Syrien, deutet für mich auch darauf hin dass es in der Ukraine zu einem ähnlichen Szenario nicht kommen kann. Auch deshalb nicht, weil die dahinter stehende Ideologie zu schwach ist und die Rekrutierungsbasis daher beschränkt.
  • Einen Artikel aus „Rationalgalerie“ von U. Gellermann:
Ludwig Erhard in Kiew – Vitali Klitschko und der CDU-Kühlschrank
  • Der direkte Zugang zum Kühlschrank-Video:
Soziale Marktwirtschaft am Beispiel eines Kühlschranks
Video zur politischen Bildung
Das Thema der Sozialen Marktwirtschaft ist durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise überall aktuell wie nie zuvor. Die Soziale Marktwirtschaft begründet eine Ordnung, die nach Gerechtigkeit strebt und die vielen Staaten im Hinblick auf eine wirtschaftlich und sozial nachhaltige Entwicklung eine Orientierungshilfe sein kann. In einem kurzen Film erklärt die KAS die Soziale Marktwirtschaft am Beispiel eines Kühlschranks in einer Wohngemeinschaft – mit ukrainischen Untertiteln.
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Über Akademie Integra

Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
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Eine Antwort zu Ukraine: Vor dem Exorzismus

  1. Siegfried Weller schreibt:

    Auch wenn es (zumeist?) keine eigenen Artikel gibt, wenn ich das bisher richtig gesehen habe, sind die hier vorgestellten Artikel anderer Autoren meist erste Sahne.
    Mein Kompliment an den/die Blogbetreiber.

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