Konzeption „WELTKULTURERBE“

aus „FRIEDEN durch KULTUR“
roerich-portrait-72-web[1]N.K. Roerich, Gemälde von Svetoslav Roerich
Die Idee des „WELTKULTURERBEs“ der UNESCO beruht auf einer Initiative des geistigen Vaters der Int. Gesellschaft „FRIEDEN durch KULTUR“ – Nicholas K. Roerich (1874-1947).
In den vergangenen Jahrhunderten standen Kriege zwischen den verschiedenen Nationalstaaten Europas – bedingt durch klerikal-konfessionellen, auch nationalen Fanatismus sowie politisch wie wirtschaftliches Vormachtshandeln – fast jährlich irgendwo und irgendwie auf der Tagesordnung. Gleichzeitig beflügelte der technisch-wissenschaftliche Fortschritt im Bereich der Waffen- und Militärtechnik die Gemüter der damaligen Herrscher und Führer, sodass sich Europa zunehmend zu einem Fluchtkontinent entwickelte und Millionen Europäer in alle Welt auswanderten bzw. ‚flohen‘. Gleiches galt für die Stimmung in Europa vor 100 Jahren, wodurch der europäische „Familienstreit“ zum „1. Weltkrieg“ in der Kulturgeschichte unseres Planeten eskalierte.
Natürlich gab es damals – in allen Völkern! – auch Denker, geistige Kulturträger und Wissenschaftler (Philosophen, Sozialwissenschaftler, Politiker u.a.), die die Ursachen eines solchen Wahnsinns hinterfragten – und Lösungsvorschläge verschiedenster Art zur Vermeidung solcher und zukünftiger Gewaltexzesse erbrachten. So schlugen u.a. die militärischen Denker Frankreichs zur Sicherstellung eines ‚ewigen Friedens‘ den Bau einer, wie sie behaupteten, unbezwingbaren, gegen Deutschland gerichteten Bunker-Kette vor, die unter dem Namen ‚Maginot-Linie‘ auch errichtet wurde. Jedoch, als der Ernstfall einige Jahre später eintrat, zeigten sich sowohl die damit verbundenen Hoffnungen, Wünsche und Investitionen als sinnlos, ja als ‚lächerlich‘. Erfreulicherweise gab es aber auch einige ernsthafte Ansätze auf dem politisch-kulturellen Gebiet. Doch auch der „Völkerbund“, der nach dem 1. Weltkrieg zur Vermeidung zukünftiger Kriege in der Schweiz initiiert wurde, erbrachte außer einem klang- wie hoffnungsvollen Titel – nichts! Die damaligen, militärischen „Sieger“ missbrauchten dieses Forum für ihre Ziele und Zwecke, sodass mit dessen Gründung krebsartige Strukturen entstanden, die innerhalb von nicht einmal 20 Jahren kausal zur Fortsetzung des 1. Weltkrieges führten. Im globalen Kulturkalender wurde diese Fortsetzung als 2. Weltkrieg bekannt.
Die Bedeutung der KULTUR als Schlüssel zu einem höheren Friedensbewusstsein …
Als eine von mehreren Bewusstwerdungsfolgen, die sich nach zahlreichen wie buchstäblichen ‚Völker‘-Schlachten und Bruderkriegen in Europa ergaben, sind jene Stimmen und Repräsentanten hervorzuheben, die sich mit dem Bereich der KULTUR identifizierten – und erkannten, dass sich die zu Kriegen führenden Spannungsfelder weder durch Politik, noch durch Aufrüstung, noch durch Drohungen oder Geld, noch durch Wirtschaftskonzepte oder materiellen Wohlstand verhindern lassen.
Auch das Zeitalter der Aufklärung und die mit ihm verbundenen Bewusstseins- und Sozialrevolutionen ließ die Menschen – speziell im Bereich der Wissenschaften – doch weiter denken, wodurch nach dem 1. Weltkrieg die Bereitschaft dieser Elite in allen Staaten Europas, ja in der ganzen Welt stark anwuchs, über bzw. durch die Stimme und geistige Macht der KULTUR für FRIEDENSIDEEN einzutreten. (Die Bereitschaft dazu wuchs in ganz Europa – ja in der ganzen Welt!)
Die 20-er Jahre des vorigen Jahrhunderts standen in den Nachwirkungen des 1. Weltkrieges – und den damit verbunden politischen Umschichtungen, die durch kleinere wie größere ‚Revolutionen‘ – speziell durch die von Lenin/Marx vertretenen Ideen und Sozialkonzepte in Russland bzw. Europa initiierten – getragen wurden. Obwohl schon die Französische Revolution in Europa für hehre Kulturideale – „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ – eintrat, zeigten sich die Besitzer bzw. die weltliche Macht Ausübenden nicht bereit, diesen kulturellen bzw. sozialen Notwendigkeiten zu entsprechen. Analoges fand nach einigen Anläufen in Russland statt, welches inhaltlich in der Folge ihre weltweite Ausbreitung fand. Es sollte nicht vergessen werden, dass u.a. CHINA auch heute seine einzigartige Stärke auf dem marxistisch-leninistischen Konzept begründet, in welches man zivilisatorische bewährte Positiv-Elemente aus dem „Kapitalismus“ übernahm!
Der ‚KOSMOPOLIT‘ (Weltbürger) Nicholas K. Roerich (1874-1947) entwickelt ein neues Konzept
Der in Russland geborene Wissenschaftler und Künstler, Philosoph und speziell auch Maler, verließ um 1918 die entstehende Sowjet-Union, wirkte in der Folge in Westeuropa und in den USA, bis er 1928 seinen Wohn- und Arbeitssitz in Indien (Kulu) nahm. Schon in der Vorkriegsphase wurde Roerich als Künstler und Forscher weltbekannt, wodurch er von allen Universitäten und größeren Kulturgemeinschaften eingeladen wurde über seine Findungen, Forschungen und Erkenntnisse zu berichten. In den Jahren um 1925 entstand auf Grundlage seiner Erkenntnisse und über bzw. durch den weltweiten Dialog mit den besten Universitäten in Europa, wie u.a. England, Frankreich sowie in Japan und Indien die KERNIDEE eines gesellschaftspolitischen Konzeptes, welches (in weiterer Folge) kausal zu einem WELTFRIEDEN führen wird. Für die Annahme dieser Idee besuchte Roerich jahrelang alle Kontinente, den Vatikan und fast sämtliche Universitäten, um im besonderen die Wissenschaftler, aber auch die Gesellschaftspolitiker, Vertreter der Religionen und Konfessionen von der Notwendigkeit, kausalen Richtigkeit und Bedeutung seines Konzeptes zu überzeugen. Dank seines großen Engagements wurde Roerich im März 1929 für den Friedensnobelpreis – ausgesprochen von der Universität von Paris und unterstützt von wissenschaftlichen Einrichtungen der ganzen Welt – nominiert.
Dieser Lösungsweg bzw. diese aktiv zu beschreitende Konzeption heißt, auch heute noch, „PAX CULTURA“ – d.h. „FRIEDEN durch KULTUR“!
Nicholas K. Roerich hoffte, dass durch dieses Konzept die Friedensbereitschaft der Völker auf der nördlichen Halbkugel ansteigen und die von Jahr zu Jahr zunehmende Bereitschaft zur Führung eines 2. Weltkrieges abnehmen würde.
1935 wurde – erfreulicherweise auch vom damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten Franklin D. Roosevelt toleriert bzw. von dessen Regierung unterstützt – in Washington eine Großkonferenz dem Thema „Frieden durch Kultur“ gewidmet, an der u.a. sämtliche Botschafter der südamerikanischen Staaten (Vertreter der Panamerikanischen Union von 20 lateinamerikanischen Staaten) teilnahmen. Diese internationale und offensichtlich erste inter-kulturelle Konferenz setzte der politischen Handlungsdimension kulturelle Grenzen. U.a. reflektierte der in Washington – auch von den USA – unterschriebene Friedenspakt den freiwillig von den Unterzeichnerstaaten im Kriegsfall einzuhaltenden „Schutz vor Zerstörung“ sämtlicher Kulturgüter der Menschheit! Später folgten u.a. die Baltischen Staaten, auch Indien, während in weiteren Staaten, darunter auch in der damaligen Sowjetunion (Russland) die Anerkennung/Ratifizierung (von Seiten deren Regierung) – bedingt durch den Kriegsausbruch 1939 – im parlamentarischen Dickicht hängen blieb. Dennoch erfreulich – rund 50 Staaten unterzeichneten in Folge diese Vereinbarung, die international als PAX CULTURA bekannt wurde. Da es nie zu spät ist, sich zu diesem sinnvollen und der Zukunft ALLER dienenden einzigartigen Kulturpakt zu bekennen, hat – für die Welt beispielhaft – das Litauische Parlament die erneute Bestätigung des PAX CULTURA im Jahr 2009 beschlossen. In weiteren Staaten – Lettland, Russland u.a. – laufen ebenfalls Bemühungen, den Roerichpakt zu revitalisieren.
Was beinhaltet dieser PAX-CULTURA-Vertrag (Pakt)?
Der 1935 unterzeichnete Pakt ist bewusst kurz, einfach, klar und EINDEUTIG gehalten und beinhaltet, vereinfacht formuliert, die Selbstverpflichtung der Staaten, ‚im Kriegsfall‘ kulturelle Einrichtungen wie Museen, Universitäten, Schulen und Ähnliches NICHT mit militärischen Mitteln zerstörender Art anzugreifen! Die Kennzeichnung solcher Einrichtungen sollte/soll durch ein „Friedensbanner“ oder ‚Kulturbanner‘! erfolgen. Es besteht aus einem auf weißem Tuch deutlich hervortretenden, hell leuchtenden roten KREIS, der in seinem Inneren DREI GROßE, ROTE KERNPUNKTE umschließt. Letztere stellen die „Vergangenheit, Gegenwart und ZUKUNFT“ dar, die durch die KULTUR (dem roten, umschließenden Ring) umschlossen und geschützt werden. Dieses Symbol existiert seit undenkbarer Zeit in sämtlichen Weltkulturen. (Und erlaubt auch andere Interpretationen – wie „Geist, Seele, Körper“, die durch Kultur zu führen bzw. zu schützen sind, oder „Religion, Kunst und Wissenschaft in der Synthese gelebter Kultur“).
Die Analogie des „Friedensbanners“ zur Flagge des „ROTEN KREUZES“, das medizinische Einrichtungen auf Gegenseitigkeit schützt, ist offensichtlich – und von Nicholas Roerich gewollt. Im ersten Fall geht es direkt um das physische Leben, im zweiten indirekt – denn ein kulturloses Volk ist zur Degeneration, zum Aussterben verurteilt. Es ist im Rückblick auf all die stattgefundenen Kriegsgräuel unverständlich, dass die weltweite, auf ETHISCHEN Fundamenten stehende Initiative der „Rotkreuz-Idee“ die bis heute offensichtlich Einzige ihrer Art sein soll!?
Zweiter Weltkrieg:
Die USA – als Unterzeichner des PAX-CULTURA – verletzen diesen in beschämender Weise!
Wie vorstehend aufgezeigt unterzeichneten die USA 1935 zwar den PAX-CULTURA-Vertrag – um ihn danach jedoch direkt wie indirekt in vielfacher Form zu verletzen! Nicht nur, dass man – aus welchen Gründen auch immer – Großbritannien in zahlreichen Formen, auch kriegs- und waffentechnischner Art, unterstützte, man zerstörte auch zahlreiche mitteleuropäische Kulturstädte, -orte, Einrichtungen wie Klöster und Kirchen, Schulen und Museen sowie andere, objektive Kulturwerte. Darunter sind auch Plünderungen zu verstehen – was sich bekanntlich u.a. im Irak-Krieg wiederholte.
Natürlich gab es von Seiten der USA zahlreiche Rechtfertigungen für diesen Vertragsbruch bzw. diese Untaten! Doch: wie auch „Leben“ unersetzbar ist, so gilt solches auch für zahlreiche unersetzbare Kultur- und Natureinrichtungen bzw. -werte!
Nach dem 2. Weltkrieg:
Das UN (UNESCO)-Sparpaket: das „WELTKULTURERBE“!
Nach Ende des schrecklichsten aller Kriege – des 2. Weltkriegs – zeigten sich zahlreiche Staatsführer als großmütig und -zügig. Die Gründung der UN (Vereinten Nationen) war in der Folge mit großen Hoffnungen für alle Völker verbunden, die nun – endlich – einen ewigen Frieden auf unserem Planeten erwarteten. Analoges galt für die Errichtung der UNESCO, eines Zweiges der UN, der die Stimme und die entscheidende Bedeutung der Kultur für einen Weltfrieden bestätigen sollte. Heute muss – leider – im Rückblick erkannt werden, dass sowohl die UN als auch die UNESCO jenseits der hoffnungsvollen Erwartungen blieben – ja, dass sie sich schon sehr früh nach ihrer Gründung als kontra produktiv, als Missbrauchs- und Ungerechtigkeits-Einrichtungen, da bis heute auf zahlreichen Ungleichheitsstrukturen basierend, erwiesen.
Die UN/UNESCO, die ebenfalls die gültigen PAX-CULTURA-Abkommen zu respektieren hatte, beugte sich den kriegsbetonten Wünschen der „Sieger“ des 2. Weltkrieges in der Form, dass man Fragmente aus dem Roerich-Pakt bzw. PAX-CULTURA entnahm und diese auf Minigröße reduzierte. Es entstand durch UN-Beschlüsse die Idee des „WELTKULTUR-ERBES“ mit der Begründung, dass diese Idee ’später einmal‘ im Sinne des PAX-CULTURA von 1935 ausgebaut werden soll. Im heutigen Verständnis bzw. Rückblick sind Hoffnungen aber nicht angebracht!
Wenngleich mit 1935 in der Folge die ersten nationalen PAX-Cultura-Vereine („Frieden durch Kultur“-Gesellschaften) und -Vereinigungen entstanden bzw. bis 1939 am Entstehen waren, so herrschte von 1939 bis 1989 um diese menschheitsdienende Idee Totenstille! Erst unter Michael Gorbatschov’s „Glasnost und Perestroika“ fassten russische und ukrainische Intellektuelle wieder Mut und gründeten in Moskau die erste INTERNATIONALE Gesellschaft „FRIEDEN durch KULTUR“ – durch Mitglieder des Sowjetischen Schriftstellerverbandes, des Tolstoi- und Gorki-Instituts u.a., darunter auch einige der UNESCO. Präsidiumsmitglieder wurden u.a. auch Vertreter aus der Ukraine, Indien, Österreich und Deutschland. In der Folge entstanden im russisch-sprachigen Kulturbereich hunderte lokaler und regionaler Gesellschaften unter der Bezeichnung „FRIEDEN durch KULTUR“ – so u.a. in der Ukraine mit rund 50 lokalen Gesellschaften, sowie im Baltikum, in Latein-Amerika, aber auch in Deutschland als zentralisierender Zweig für EUROPA.
2010: Ist die kulturbewusste Elite – heute – glücklich?
Nachdem die USA und mit ihr West-Europa mit der freiwilligen Selbstauflösung der Sowjetunion all ihre Wünsche erfüllt sahen, nun, nachdem die astronomisch-wahnsinnigen Rüstungsausgaben und Investitionen materieller und intellektueller Art jetzt anderen friedlich-sozialen Zwecken dienen sollten – nämlich für ein ewiges Wohlstandswachstum und Wohlergehen („Common-Wealth“) – darf 2010 festgestellt werden, dass für die Mehrheit der Menschen buchstäblich das Gegenteil eingetreten ist. Das weiterhin Erschreckende, die Tendenz Richtung ’negativ‘, nimmt durch zahlreiche Gründe und Einflüsse, Fehlschlüsse und -handlungen bedingt, noch ständig zu! Unzweifelhaft ist, dass die Führung bzw. die „Führer“ im Bereich der Politik, auch jene im Bereich der Kultur (Wissenschaften und Religion) versagt haben!
Mit Vorstehendem verbunden ergibt sich – auch als Zwang, da es keine anderen Alternativen gibt – eine Rückbesinnung, eine Renaissance auf ‚alte‘ bzw. ewig-gültige Menschheitswerte! Diese finden wir, wie in und von sämtlichen Kulturen, in allen Rassen und Völkern betont, speziell im kulturellen Bereich, der – neben den unschätzbaren Kulturzeugnissen der Menschheit – ganz besonders das charakterliche bzw. Sozialverhalten betont bzw. ihm das Primat vor bzw. über allem anderen einräumt!
Ein Welt-Friede bedarf eines höheren Kultur- und Handlungsbewusstseins ALLER!
Originaltext
Fortsetzung:
Spekulationen – Intrigen – Machtspiele in „Grauzonen“ um das Milliarden-WERTE umfassende ROERICH-ERBE (IRC-Moskau)
Brief an Wladimir W. Putin – Russisches Kulturerbe in Gefahr

 

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Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
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