Die Regisseure der „Wachstumsbranche Krieg“

Staatliche Budgetzwänge privatisieren das legitimierte Töten

 
von Prof. Wolfgang Berger aus „BUSINESS REFRAMING“
„Die Planung einer Reihe von Provokationen, um eine militärische Intervention zu rechtfertigen, ist machbar und könnte mit den verfügbaren Mitteln erreicht werden“, steht in einem Bericht an den Generalstab der US-Armee vom Mai 1963. Die Liste der „engineered“ (gewollten und geplanten) Zwischenfälle seitdem ist lang.
 
Peter Dale Scott, ein kanadischer Diplomat und als Ruheständler Professor an der kalifornischen Berkeley Universität, hat ein aufregendes Buch veröffentlicht: „The Real Grand Chessboard and the Profiteers of War“ (Das ganz große Schachspiel und die Nutznießer von Kriegen). Lars Schall hat mich Anfang Januar darauf hingewiesen (www.LarsSchall.com).
In weiser Voraussicht hat die Science Applications International Corporation (SAIC) in 1997 ein „Zentrum für Anti-Terror-Technologie und -Analyse“ errichtet. Anfang 2001 haben die Ölkonzerne ExxonMobil, Chevron, Conoco und Shell in einer Arbeitgruppe von US-Vizepräsident Richard Bruce (Dick) Cheney über „Maßnahmen zur Eroberung neuer und bestehender Öl- und Gasfelder“ gesprochen.
Nach dem bis heute nicht aufgeklärten 9/11 Ereignis konnte die Bush-Administration dann den globalen Krieg gegen den Terror (The Global War on Terror) endlich ausrufen. Des „Patriot Act“ (Providing Appropriate Tools Required to Intercept and Obstruct Terrorism) schränkte die Freiheit der Bürger erheblich ein und erlaubte eine Überwachung, wie sie bis dahin nur kommunistische Staaten kannten. Die Senatoren Thomas A. Daschle (Fraktionsvorsitzender der Demokraten) und Patrick J. Leahy (heute Senatspräsident) sind mit todbringenden Anthraxbriefen dazu gebracht worden, diesem Gesetz doch zuzustimmen.
Am 14. März 2002 erfuhr Großbritanniens Premier Tony Blair von George W. Bush Sicherheitsbeauftragter Condoleezza Rice, der Präsident müsse noch überlegen, „wie man die internationale Öffentlichkeit davon überzeugt, dass eine Militäraktion gegen den Irak notwendig und gerechtfertigt ist.“ Ein Regierungslabor wies schließlich nach, dass Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen habe. Es war das gleiche Labor, aus dem das an die Senatoren Daschle und Leahy geschickte Anthraxgift stammte.
Im Irakkrieg wurde das staatliche Gewaltmonopol auf private militärische Auftragsnehmer (Private Military Contractors) übertragen. Mehr als 100.000 Mitarbeiter von Privatfirmen waren an der Besetzung des Irak beteiligt. Viele von ihnen haben gemordet, gefoltert und andere grausame Menschenrechtsverletzungen begangen. Im Laufe der Zeit konnten sie ihren Auftraggebern sogar die Bedingungen diktieren.
Die größten militärischen und geheimdienstlichen Auftragnehmer sind Blackwater (nach vielen Skandalen jetzt in Xe umbenannt), Diligence LLC, Booz Allen Hamilton und die Science Applications International Corporation (SAIC). Tausend Mitarbeiter von Booz Allen Hamilton sind ehemalige Geheimdienstbeamte. Drei Milliarden Dollar Einnahmen stammen allein aus dem Verteidigungsbudget. SAIC hat 9.000 Verträge mit der Regierung und durch sie acht Milliarden Dollar eingenommen. Die Firma gilt als dezenter Dirigent des Nationalen Sicherheitsrats, dessen Finanzmittel grenzenlos sind. Der schönste Auftrag, den SAIC erhalten hat: Den Entwurf für das nationale Verteidigungsbudget erstellen.
In 2006 teilte die Firma SAIC dem Kapitalmarkt mit: „Der Krieg gegen den Terror wird weiterhin eine lukrative Wachstumsbranche sein“. SAIC plant jetzt mehr als vierzig weitere „Funktionszentren“ zur Koordination von Anti-Terror-Analysen, Geheimdiensten, Polizei, Detekteien und anonymen Tippgebern.
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Über Akademie Integra

Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
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