Nichts kann entstehen ohne Chaos

von René Cassien
„Nichts kann existieren ohne Ordnung. Nichts kann entstehen ohne Chaos.“
„Geniale Menschen sind selten ordentlich, ordentliche selten genial. Ordnung braucht nur der Dumme, das Genie beherrscht das Chaos.“
„Ich denke, wir sollten den Kosmos nicht mit den Augen des Rationalisierungsfachmanns betrachten. Verschwenderische Fülle gehört seit jeher zum Wesen der Natur.“
„Es genügt nicht, den Menschen zu einem Spezialisten zu erziehen. Damit würde man aus ihm einen gut dressierten Hund machen.“
„Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann hat er sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde.“
„Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es gibt nichts Schöneres als das Mysteriöse. Aus ihm entspringt alle wahre Kunst und Wissenschaft.“
Diese Zitate von Albert Einstein und der nachfolgende Text kamen mir in den Sinn, als ich die unten eingefügten Bilder betrachtete unter dem Titel:
EU-Regel-Wut ohne Ende“
Die “real existierende Wirklichkeit” der EU beruht auf altbekannten Methoden:
Reglementierung / Kontrolle / Gleichschaltung / Zerstörung = Faschismus
regel-wut1regel-wut2
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Bilder stammen aus „Wissenschaft3000“
Die Systemwissenschaft (Chaosforschung) hat herausgefunden, dass strukturlose und scheinbar ordnungslose chaotische Dynamiken irgendwann zu völlig neuen Ordnungen und Regelmäßigkeiten führen.
Chaos bedeutet daher nicht Zerfall und Sinnlosigkeit, sondern Evolution, Neuordnung, Innovation, Strukturgebung.
In einem geschlossenen System bleibt der Energiehaushalt zwar immer gleich, sofern von außen keine zusätzliche Energie zugeführt oder abgeführt wird, doch können sich auch innerhalb des Systems qualitative Modifikationen ergeben, die zu ganz neuen, nie da gewesenen Zuständen führen.
Das menschliche Gehirn mit seinen innovativen Gedanken ist ein Beispiel dafür. Ein bisher nie gedachter neuer kreativer Gedanke kann, ohne große Energiezufuhr, eine umwälzende neue gesellschaftliche Veränderung herbeiführen. Es ist, als sei das Chaos eine unabdingbare Voraussetzung für die Ordnung, die es in unserer Welt gibt.
Keine Ordnung ohne Chaos. Das Chaos ist der Nährboden für Ordnung und Innovation.
Chaos hat auch viel mit Schönheit zu tun.
Eine totale Ordnung, Regelmäßigkeit und absolute Geradlinigkeit finden wir nicht unbedingt schön. Auch die totale Unordnung, bar jeder Struktur und Gestalt, erscheint uns nicht unbedingt als attraktiv. Schönheit empfinden wir offenbar dort, wo Ordnung an das Chaos stößt oder das Chaos erste Strukturen annimmt.
Die Entstehung und Entwicklung des Lebens – Schöpfung – selbst ist ein solch chaotischer, dynamischer Vorgang, in dem instabile Verhältnisse immer wieder zu neuen Ordnungen, sprich: Lebensformen, geführt haben. Diese neuen Ordnungen und Lebensformen wurden durch neue Instabilitäten gefährdet, bedroht und führten schließlich zum Aussterben vieler Arten, um wiederum neuen Lebensformen Platz zu machen. So hat sich das Leben anfangs erst mühsam und zaghaft in primitiver Form über unglaublich lange Zeiträume entwickelt, um sich dann explosionsartig zu entfalten. Hier entstanden zahllose Lebensentwürfe, von denen sich nur einige bewährten und überlebten, während viele andere ausstarben, nicht weil sie nicht lebensfähig gewesen wären, sondern weil das Spiel der instabilen Dynamik ein kontinuierlicher Prozess des Kommens und Gehens, des Werdens und Vergehens ist.
Systemwissenschaftliche (chaostheoretische) Auswirkungen durchdringen heute alle Wissenschaften. Auch die soziale Gemeinschaft der Menschen ist ein System dynamischer Instabilität, mit beeinflussenden Phänomenen wie Rückkoppelung, Feedback und Resonanz, gegenseitiger Abhängigkeit und selbsterfüllenden Prophezeiungen. Schon ein winziger Gedanke kann Harmonie stören oder verstärken. Zustände wie Nähe, Distanz, Kontinuität und Wechsel unterliegen einer ständigen Beeinflussung und können deshalb willentlich gesteuert werden.
Wenn wir uns der dynamischen Instabilität einer menschlichen Gemeinschaft bewusst sind, gewinnt jede Bemerkung, jeder Gedanke und jede Geste eine Bedeutung für diese Gemeinschaft.
Bei all diesen Prozessen erscheint der Schöpfung´s Wirklichkeit auf Schritt und Tritt. Sie ist zwar kein deterministischer Dämon, die von vornherein alle Weltenläufe vorhersehen oder gar vorherbestimmen könnte; sie ist auch kein Zufallsteufel, bei dem alles nur planlos, willkürlich und sinnlos erschiene. Schöpfung ist einerseits eine Schöpfung der Gesetzmäßigkeiten und Regelmäßigkeiten, in dessen Welt es eine kontinuierliche Tendenz zu Ordnung und ordnenden Strukturen gibt. Schöpfung ist eine Schöpfung der Ordnung. Doch hat sie auch Gefallen an den Überraschungen des Lebens und an den glücklichen, oft zufällig erscheinenden Wendungen der Wirklichkeit. Schöpfung ist eine dynamische Schöpfung. Eine Schöpfung im Werden. Eine Schöpfung in Wandlung. Eine Schöpfung der lebendigen Dynamik und energetischen Entfaltung. Schöpfung kann überraschen, und vielleicht lässt sie sich selbst überraschen.
Schöpfung erwartet zwar von uns, dass wir uns den gesetzmäßigen Unausweichlichkeiten stellen, aber sie lädt uns auch ein, an den Kreuzwegen des Lebens unsere Chancen zu nutzen und in den Stunden unserer größten Krisen die sich uns bietenden Gelegenheiten nicht außer acht zu lassen, etwas Neues, Schönes, Besseres zu wagen. Schon der Flügelschlag eines Schmetterlings, schon ein zaghafter Gedanke oder ein scheinbar willkürlicher Zufall, der uns aus heiterem Himmel „zufällt“, kann, wenn wir es wollen, Turbulenzen und Veränderungen in Gang setzen, die die Welt bewegen. Es kommt darauf an, der Schöpfung der günstigen Gelegenheit, KAIROS, Raum zu geben.
Chaos und Ordnung sind im ständigen Widerstreit zueinander.
Unser Leben ist voller Dynamik. Voller Gefahren, aber auch voller Gelegenheiten. Sie zu ergreifen und zu nutzen könnten wir als unseren schöpferischen Auftrag verstehen. Unsere Gelegenheiten und Möglichkeiten sind das Pendant unserer menschlichen Instabilität und Verwundbarkeit. Es heißt, den günstigen Augenblick, den KAIROS, nutzen, wo es gilt, die sich uns bietenden Gelegenheiten zu ergreifen.
Schon der kleine Gedanke eines kleinen Bürgers kann eine Revolution in Gang setzen. Wo zwei oder drei sich zusammen tun und einen Stein ins Rollen bringen, kann eine Geröll-Lawine entstehen, die die Welt verändert.
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Über Akademie Integra

Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
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2 Antworten zu Nichts kann entstehen ohne Chaos

  1. www.gold-dna.de schreibt:

    Ein zeitgemäßer Artikel, den ich gerne in Kürze in einem meiner UPDATES von GOLD-DNA aufgreifen möchte, um darzulegen, was mit diesem Chaos und Kairos geschehen kann, wenn die Realität einzig die Karte des Terrains der Wirklichkeit ist und das Darstellungsvermögen der Karte letztendlich seinen Höhepunkt erreicht … und das Leben jenseits davon mehr und mehr, ganz ohne Karten, das Terrain der Wirklichkeit (wieder)entdeckt …

    Vielen Dank für die Inspiration …

    Gruß

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