Filmtipp: Das Geheimnis der Bäume

aus „Für eine bessere Welt“
Ehr­furcht. Stau­nen. Dank­bar­keit. Mit die­sen drei Wor­ten las­sen sich die Gefühle am bes­ten beschrei­ben, die uns durch diese gran­diose Natur­do­ku­men­ta­tion des Oscar®-Preisträgers beglei­tet haben.
Man­che Filme ver­ste­hen es, einen in den Bann zu zie­hen und einen nicht vor­her wie­der los zu las­sen, als bis der Abspann läuft. Und die­ser gehört defi­ni­tiv dazu. Zuge­ge­ben, man schätzt , bewun­dert sie viel­leicht sogar. Aber man nimmt sie meist dann doch eher als etwas Selbst­ver­ständ­li­ches hin. Doch es ist tat­säch­lich so: Sie besit­zen ein Geheim­nis, das min­des­tens so tief geht, wie ihre Wur­zeln. Und mit die­sem Film durf­ten ein wenig eintauchen.
Das Wun­der­werk Baum
Seit Anbe­ginn der Mensch­heit sind wir auf sie ange­wie­sen. Sie sor­gen dafür, dass wir über­le­ben, in dem sie über­haupt erst die Vor­aus­set­zun­gen dafür schaf­fen. Jedes Kind lernt in der Schule, dass es die Pflan­zen sind, die den für uns so wich­ti­gen Sau­er­stoff pro­du­zie­ren. Doch das ist noch ein ziem­lich redu­zier­ter Blick auf die Bäume: So wie ein gro­ßer Teil von ihnen unter der Erde und für uns unsicht­bar lie­gen, so ber­gen sie noch wei­tere Geheim­nisse, die so fas­zi­nie­rend sind, das man den Hut vor ihnen zie­hen möchte. Vor­aus­ge­setzt, man hat einen auf – und vor­aus­ge­setzt, es wäre von Belang für sie.
Viel eher ist davon aus­zu­ge­hen, dass der Mensch mit sei­nen gut 80 Jah­ren Lebens­er­war­tung eher keine große Rolle spielt neben Lebe­we­sen, die bis zu 1000 Jahre und älter wer­den kön­nen. Und doch haben wir es geschafft, den Baum nur als Lie­fe­rant zu betrach­ten für das, was wir ver­kau­fen kön­nen. Den Roh­stoff, von dem es unend­lich viel zu geben scheint: Holz.
In sei­nem Film zeigt uns Jac­quet, dass wir eigent­lich gar nichts wis­sen, wenn es um die Bäume geht. Wir wis­sen nicht um die Intel­li­genz und Raf­fi­nesse, mit der sich das Leben außer­halb unse­rer selbst behaup­tet, orga­ni­siert und stän­dig wei­ter­ent­wi­ckelt. Des­halb nimmt er uns mit auf eine magi­sche Reise zum Ursprung unse­res Lebens – zu den Ur- und Regen­wäl­dern, der grü­nen Lunge des Pla­ne­ten Erde. Und wenn man diese Bil­der sieht, füllt man sich mit einem Mal ganz klein und auf den Platz zurück ver­frach­tet, auf den man als Mensch gehört.
Die Poe­sie des Waldes
Wir beglei­ten den Bota­ni­ker – gespro­chen von Bruno Ganz – durch eine Welt, die so beein­dru­ckend ist, das man sie erst mal auf sich wir­ken las­sen muss. Er zeigt uns das Leben und Ster­ben der Bäume. Und hier geht es nicht um Gar­ten­ge­wächse, son­dern die Gigan­ten des Urwalds. Wir sehen in impo­san­ten Auf­nah­men und Ani­ma­tio­nen wie Bäume gebo­ren wer­den, wie sie leben, immer wei­ter über sich hin­aus wach­sen und schließ­lich ster­ben. Von wegen Bäume sind stumm… Wir erfah­ren so ganz neben­bei, dass Bäume sehr wohl kom­mu­ni­zie­ren (über Düfte) und welch aus­ge­feilte Tricks sie drauf haben, wenn es darum geht, sich zu vermehren.
Und wir wer­den sen­si­bi­li­siert für die Gefahr, die von uns Men­schen aus­geht. Denn »Ster­ben die Bäume, dann stirbt unsere Erde«. Ohne ein funk­tio­nie­ren­des hat der Mensch keine Chance. Wie nich­tig und tri­vial sind dage­gen unsere mer­kan­ti­len Begehr­lich­kei­ten, unsere Gier nach Roh­stof­fen, die wir zu unse­rem ganz ego­is­ti­schen Nut­zen »gewin­nen« und versilbern.
Die Poe­sie des Wal­des lehrt uns – und das schafft der Film von Luc Jac­quet uns auch zu ver­mit­teln – wo unsere Ver­ant­wor­tung liegt: Im Erhalt. In der Bewah­rung. Und viel­leicht auch, wenn wir dazu in der Lage sind, im Ver­ste­hen einer Lebens­form, die ganz anders ist als wir, aber mehr als wir viel­leicht glau­ben, Teil unse­res Lebens.
Mehr als die Summe sei­ner Teile
Wir stau­nen wie die Kin­der über erha­bene Kame­ra­fahr­ten und aus der Vogel­per­spek­tive, schmun­zeln über mikro­sko­pi­sche Details und fas­zi­nie­rende Zeit­raf­fer­auf­nah­men, weil sie etwas in uns anspre­chen. Ein Bauch­ge­fühl, das uns sagt: »Freut Euch, dass es so etwas gibt! Das Leben und die ist noch viel genia­ler, als Ihr es Euch vor­stel­len könnt.«
»« ist so bild­ge­wal­tig und ein­drucks­voll, dass man sich noch lange daran erin­nern wird. Der Film zeigt uns, dass wir es hier mit einem Natur­sys­tem zu tun haben, dass weit­aus mehr ist, als die Summe sei­ner Teile. Unser Prä­di­kat: Beson­ders wertvoll!
Infos zum Film
Kino-Start: 2. Januar 2014
Buch & Regie:
Luc Jac­quet
(auch bekannt durch »Die Reise der Pin­guine« und »Der Fuchs und das Mäd­chen«)
Idee: Fran­cis Hallé
Kamera: Antoine Mar­teau
Schnitt: Sté­phane Maza­lai­gue
Spe­zi­al­ef­fekte: Éric Serre
Musik: Éric Neveux (Bor­gia, Inti­macy)
Web­site:
www.DasGeheimnisDerBaeume.de
Originaltext
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Über Akademie Integra

Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
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