Die Winde des Krieges

Von Stephen Lendman, Übersetzung Remo Santini aus “rense”
Wenn Washington einen Regimewechsel plant, werden Kriege gemacht, falls andere Methoden nichts bringen.
Während über einem Jahr hat durch den Westen verursachte Gewalt Syrien verwüstet. Assad hat fest die Kontrolle behalten. Und als Resultat ergibt sich: Erwarten Sie Krieg. Alle Zeichen deuten es an.
Annans so genannter Friedensplan ist ein Scheinmanöver für das Geplante. Als ein seit langem bestehendes imperialistisches Werkzeug ist er Teil des Problems und nicht die Lösung. Anstatt mit den Fingern auf die richtige Ecke zu zeigen, beschuldigt er Syrien der durch die Aufständischen begangenen Verbrechen.
Dasselbe tut Ban Ki-Moon, der Assad „voll verantwortlich für die schweren Verletzungen des Menschenrechts und des internationalen humanitären Gesetzes“ nennt. Er fügte bei, die Regierungstruppen benutzten den so genannten 10.-April-Stillstand, um durch Fristverletzung eine „Entschuldigung“ zu haben, sie zu verlängern.
Assad bedauerte dies und akzeptierte die vorgeschlagene Frist, bei der sich beide Seiten einverstanden erklärten. Den Befehl befolgend lehnten ihn die durch den Westen kontrollierten Rebellen ab. Friede und Stabilität garantieren Status-Quo-Bedingungen, welche Washington nicht will. Ein Regimewechsel setzt Gewalt voraus – je mehr, je besser.
Am 8. April berichtete Itar-Tass unter der Schlagzeile „Syrische Opposition weigert sich, den Behörden Garantien über einen Waffenstillstand zu geben“: Der Kommandeur Colonel Rias Al-Assad der Freien syrischen Armee FSA sagte, die FSA „anerkenne das (Assad-)Regime nicht und werde keine Garantien geben“.
Und fügte dann noch unaufrichtig bei, dass wenn sich die Regierungstruppen von den Städten zurückzögen, würden sie die Waffen niederlegen. Täten die Regierungstruppen dies, so ließe man die Rebellen die Kontrolle über die Regionen wiedergewinnen, die sie vorher hielten. Würde dies zugelassen, so sind fortdauernde Gewalttaten, einschließlich entsetzlicher Scheußlichkeiten, garantiert.
Deshalb verlangten die verantwortlichen syrischen Behörden schriftliche Waffenstillstandsgarantien. Sie würden sich nur danach richten, wenn beide Seiten sie befolgen. Die Rebellen lehnten ab. Der Konflikt wird nicht aufhören. Die Kriegswinde blasen stärker. Washingtons schmutzige Hände verstärken sie.
Obwohl er schon mehrere Kriege und auch noch ein paar Stellvertreterkriege führt, sehnt sich Obama nach mehr davon. Während sie mit unaufrichtigen Hintergedanken den Frieden unterstützen, fahren Washington, seine schurkischen NATO-Partner und regionalen Alliierten damit fort, die Rebellen zu bewaffnen, finanzieren, trainieren und ihnen aktiv dabei zu helfen, auf andere Weise Assad gewaltsam zu vertreiben.
Die so genannten Freunde von Syrien unterstützen „Maßnahmen für die syrische Bevölkerung, um sich selber zu beschützen“. Mit anderen Worten, sie werden bewaffnet und unterstützt, um das Land zu zerrütten [in einem herrlichen Bürgerkrieg (AdÜ)], anstatt den Frieden voranzubringen.
Zur selben Zeit, am 7. April, vor dem Ostersonntag, strafte Obamas Festtagsrede seine Wut nach Krieg und Gewalt Lügen. Während er allen „Freude“ wünschte, plante er noch mehr Gemetzel und Zerstörung.
Ein Frieden wird nicht toleriert werden. Das politische Ziel ist Krieg. Dabei folgen immer Massentötungen. Was ansteht, ist die Weltbeherrschung. Die Zahl der Todesopfer spielt keine Rolle. Kein Einfluss wird es verhindern können, dass mit harten Bandagen vorgegangen werden wird, um eine Eskalation der Gewalt zu bewirken. Die Strategie des Schuldzuweisungsspiels schiebt den Opfern die Verantwortung dafür zu. Die Finger richten sich auf die falsche Seite.
Human Rights Watch (HRW), (Menschenrechts-NRO), krebst zurück
Nachdem sie die Rebellen der gezielten Tötungen, summarischer Exekutionen, Entführungen zur Lösegelderpressung, Folter, Geiselnahmen und anderer gewalttätiger Verbrechen beschuldigt hatte, krebst HRW nun zurück, um sich als zuverlässige imperialistische Alliierte zu gebärden. Während Jahrzehnten diente sie demselben Zweck. Nun macht sie es wieder.
Ende März beschuldigte sie die Regierungstruppen, Quartierbewohner als menschliche Schilde zu nehmen. So genannte Zeugen hätten dies gesagt. Wer sie aber seien, wurde nicht erklärt.
Am 9. April ging HRW einen Schritt weiter und behauptete unter dem Titel „Syrien: außergerichtliche Exekutionen“:
„Syrische Sicherheitskräfte exekutierten summarisch über 100 und möglicherweise noch viel mehr Zivilisten und verwundeten oder ergriffen Oppositionskämpfer während den kürzlichen Angriffen auf verschiedene Städte…“ – „Regierungstruppen und Proregierungsgruppen exekutierten nicht nur Oppositionskämpfer, die sie gefangen genommen hatten oder die sonstwie aufgehört hatten zu kämpfen und keine Gefahr darstellten, sondern auch Zivilisten, die gleichfalls keine Gefahr für die Sicherheitskräfte darstellten.“
Es sind gut dokumentierte Rapporte, die über die durch die Rebellen begangenen Massenexekutionen und Gräueltaten berichten. HRW hat dazu ebenfalls einige Beweise beigetragen. Nun tritt schaltet sie um. Nun weist sie die Schuld den Opfern zu und nicht den Aggressoren. Ihr Rapport, der den Titel trägt „Kaltblütig: Summarische Exekutionen durch die syrischen Sicherheitskräfte und Proregierungsmilizen“, gibt allein Assad die schuld. Die Verbrechen der Rebellen wurden weggelassen. Dass dies so gemacht wurde, zeigt, wer daran beteiligt war.
Der Kriegswind bläst stärker. HRW ist ein williger Agent. Dadurch sind ihre Hände blutbedeckt. Diese Rolle spielte sie schon viele Male.
Kein Ende der Gewalt in Sicht
Im Vorfeld des so genannten Fristablaufs vom 10. April für beide Seiten, der die Gewalt beenden soll, wütet Gewalt durch Killergangs. Das Militärhauptquartier von Aleppo wurde angegriffen; und ebenso die nahegelegene Luftwaffenbasis Minakh. Täglich gibt es unter den Zivilisten und den Sicherheitskräften mehr Tote. Am 8. April nannte das Syrische Menschenrechts-Netzwerk (SHRN) die westliche und die regionale Unterstützung des Aufstandes eine himmelschreiende Heuchelei.
Es betonte, dass die Kontrolle durch die USA eine Doppelmoral und eine unipolare Politik garantiere. Es stellte weiterhin fest, dass das Unterstützen einer bewaffneten terroristischen Gruppe internationales Recht und die Resolution 1373 gegen den Terrorismus des UNO-Sicherheitsrates verletze.
Die am 28. September 2001 angenommene Resolution verlangt, um dem internationalen Terrorismus gegenüberzutreten, das „Unterbinden der Finanzierung“ und die „Kriminalisierung der absichtlichen Bereitstellung oder des Sammelns von Geldern für solche Akte“. Außerdem wird da gesagt „Staaten sollten es auch unterlassen, irgendeine andere Form von Unterstützung Organisationen oder Personen zukommen zu lassen, die in terroristische Akte verwickelt sind; und sie sollten jenen einen sicheren Hafen verweigern, die auch terroristische Akte finanzieren, planen, unterstützen, begehen und sicheren Hafen bieten“.
Der Sicherheitsrat „drückte seine Entschlossenheit aus, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um diese Resolution vollständig durchzusetzen“.
In Wirklichkeit taten die USA, Großbritannien, Frankreich und weitere Sicherheitsrats-Alliierte genau das Gegenteil. Sie herrschten mit Terror über Nordafrika, den Nahen Osten und Zentralasien. Sie torkelten von einem Krieg in den anderen. Und nun planen sie weitere.
Am Samstag vor dem Ostersonntag sagte Patriarch Gregorios III Laham der melkitisch- griechisch-katholischen Kirche von Antiochia, die Syrer seien vereint gegen Anschläge gegen ihr Land. „Syrien ist ein zentrales und einen Drehpunkt darstellendes Land, was erklärt, warum Länder der ganzen Welt sich gegen es verschwören.“ Er fügte bei, dass sie nicht die Oberhand gewinnen würden, dass die Syrer vereint sind, ihre nationale Identität zu schützen und dass sie das Recht haben, sich gegen terroristische Verbrechen zu verteidigen.
Der Großmufti von Syrien, Ahmad Badreddin Hassoun sagte, ein gemeinsames Opfer werde Syrien siegreich hervorgehen lassen. Er fügte bei, dass „das Blut dieser Märtyrer ein Licht und eine Erleuchtung für alle Syrer sein werden und ein Feuer, das jene verbrennen wird, die Waffen sandten oder Zerstörung über dieses Land wünschten“. Die Truppen des Bösen werden besiegt werden, betonte er. Die Syrer hoffen dies bestimmt. Sie wissen, was auf dem Spiel steht und wer die Schuldigen sind.
Am 8. April stand in „Today‘s Zaman“ unter dem Titel „Militärische Intervention in Syrien nicht vollständig ausgeschlossen“: Laut dem Zentrum für nahöstliche strategische Studien (ORSAM) sagte der regionale Experte Veysel Ayhan: „Die Situation in Syrien könnte sich mit Hilfe von globalen Mächten in eine militärische Intervention entwickeln. Bewaffnete Aufrührer untergraben den Frieden.“ Und weiter: „Wenn die syrische Opposition zur Unterstützung Waffen bekommen hat, dann sollte niemand am Ende einen Waffenstillstand erwarten.“
Klar nicht –, weil Washington dies nicht tolerieren würde. Am 8. April sagte Ria Novosti, Annans Plan würde die Gewalt nicht stoppen, „weil Gegner der syrischen Regierung die bewaffnete Opposition im Land finanzieren“, während sie gleichzeitig behaupten, Frieden zu wollen.
Laut Vladimir Bartenev der Staatsuniversität Moskau: „Die Situation ist eine Verhöhnung der Idee dessen, was eine Konfliktbefriedung ist.“ Er fügte bei, dass Assad gezwungen war, Annans Plan zu akzeptieren, denn eine Zurückweisung hätte die Sache noch schlimmer gemacht.
Alexei Malaschenko vom Carnegie Center Moskau sagte: „Die schizophrene Situation wird weitergehen, während Assad sich abmüht zu überleben.“
Einige Tage früher beschuldigte der russische Außenminister Sergei Lavrov Assads Gegner, „zur Gewalt anzustacheln“. Er fügte hinzu, dass Anstrengungen ihn abzusetzen ohne eine direkte Intervention der NATO nur eine kleine Chance auf Erfolg hätten.
Yevgeny Satanovsky vom Institut für Nahoststudien in Moskau stimmt dem zu und sagt, Assad habe bis jetzt die Oberhand. Er kontrolliert die großen Städte. Die Rebellen sind hinausgeworfen worden. Sie greifen auf Guerillakrieg zurück.
Gleichzeitig denken beide Analisten, Assad werde auf längere Sicht nicht überleben. Schon die Verfassungsreform kann ihn ersetzen. Die Syrer werden ihre eigenen Führer wählen. Es ist ihre Wahl und nicht die von Ausländern. Ob sie dies bekommen werden, bleibt noch abzuwarten.
Washington hat da andere Ideen. Ein weiterer Vassallenstaat ist geplant. Kommt es dazu, garantiert dies den Syrern das Schlimmste. Die meisten verstehen die Lage. Warum sonst hätte Assad die Unterstützung der Mehrheit?
Je länger die durch den Westen geförderte Gewalt wütet, umso mehr verstärkt sie sich. Allein genügt sie jedoch nicht. Sie rettete Ghaddafi nicht. Es war die NATO und nicht die Rebellen, die ihn stürzte. Deshalb ist eine direkte westliche Intervention im Kommen. Wann, ist noch nicht klar. Es mag früher geschehen, als man denkt.
Washington will einen Regimewechsel. Wann andere Taktiken versagen, ist der Krieg die letzte Option. Erwarten Sie ihn.
Abschließender Kommentar
Die Gewalt wird nicht enden, bis beide Seiten zustimmen. Syrien will mit Fug und Recht schriftliche Waffenstillstandsgarantien. Die Oppositionskräfte weigern sich.
Die Sprecherin des US-Außenministeriums Victoria Nuland lehnte das Verlangen ab. Sie nannte es: „Noch mehr Spreu, die in letzter Minute in die Luft geworfen wird, um die Aufmerksamkeit von der Tatsache abzulenken, dass das Regime seine Versprechungen nicht einhält…“
Der russische Außenminister sagte, Assad habe angefangen, Annans Friedensplan umzusetzen. Er erwähnte seine aktive Kooperation.
Die Äußerungen Nulands enthüllen Washingtons Handschrift. Sie weisen Syriens auf Treu und Glauben basierende Bemühungen zurück. Sie schieben Assad die Gewalttaten der Rebellen in die Schuhe. Dies deshalb, weil man eine ausgedehnte Intervention im Sinn hat.
Die Türkei ist ebenfalls darin verwickelt. Premierminister Recep Tayyip Erdogan will eine neue Resolution des Sicherheitsrates. Er sagt, die Gewalt gehe weiter, einschließlich Zusammenstöße über die Grenze. Syrisches Feuer hat angeblich ein türkisches Flüchtlingslager getroffen. Er beschuldigt Assad der Verletzung seines Territoriums. Er warnte, dass Ankara „seine Rechte einsetzen werde, wie sie durch internationale Gesetze garantiert seien“, dies ohne weitere Ausführungen.
Er will, dass die Mitglieder des Sicherheitsrates „alle Schritte unternehmen, die ihnen unter diesen Umständen nützlich erscheinen“. Er betrachtet alle Optionen als offen und keine Möglichkeit ausgeschlossen. Es kann sein, dass er Befehlen aus Washington und von anderen NATO-Mitgliedern nachkommt.
Vielleicht planen sie eine Intervention von der Art wie 1999 in Jugoslawien: Nämlich ohne eine Genehmigung des Sicherheitsrates – die NATO hatte von sich aus gehandelt. Die Folgen waren denn auch Massentötungen und Zerstörung.
Es könnte sein, dass Syrien auf dieselbe Weise verwüstet werden wird. Erdogans Kommentare deuten an, dass er mit an Bord ist. 2011 beteiligte er sich an der Seite der Westmächte gegen Ghaddafi.
Am 10. April bestätigte der syrische Außenminister Walid Al-Moallem, dass sich die Regierungstruppen aus einigen Provinzen zurückzogen. Trotzdem geht die Gewalt seitens der Opposition weiter. Lavrov stimmt dem zu. Über 100‘000 Russen leben in Syrien. Seine Botschaft erhielt zuverläßige Informationen über die von den Rebellen zum Einsatz gebrachten Landminen, Sprengkörper, schweren Waffen, usw., und die terroristischen Angriffe auf Zivilisten und die staatlichen Sicherheitskräfte – alles in Verletzung von Annans Friedensplan.
Als Antwort auf Erdogan sagte Al-Moallem, dass Syrien das Recht hat seine Souveränität zu verteidigen. Die Türkei ist in die Gewalttaten verwickelt. Sie beherbergt die Rebellentruppen. Sie lässt sie über die Grenze hinweg Überfälle machen. Sie versorgt sie mit Waffen. Dies alles verletzt internationales Recht und die Hoffnung auf Frieden.
Lavrov will, dass die Rebellen gezwungen werden, mit der Gewalt aufzuhören. – Washington gehört natürlich zu jenen, die sie mit Waffen versorgen. Es feuert sie an. Es strebt eine sich lang hinziehende Gewaltphase an. Es weist Frieden und Stabilität verächtlich zurück. Desgleichen die anderen NATO-Tonangeber und die unterstützenden Staaten der Region.
Der 10. April kam und ging. Die Gewalt geht weiter. Es gibt Zeichen, die auf eine größere Intervention hindeuten. Für das, was es will, hält Washington nichts zurück. Und dabei geht es um totale regionale Dominanz an den Grenzen zu Russland und China – und die Anzahl der Todesopfer spielt überhaupt keine Rolle. Erwarten Sie Krieg. Er ist im Kommen.
Originaltext
About these ads

Über Akademie Integra

Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
Dieser Beitrag wurde unter Éthnos, Bewußtsein, Kultur-Leben, Menschenwürde, Rechts-Leben, Soziales Leben, Wirtschafts-Leben, Zum Aufwachen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s