Nuklearer Wahnsinn: Iran, Kuweit oder die IAEA?

Von Felicity Arbuthnot, Global Research, aus AH; Übersetzung Remo Santini
„Die Öffentlichkeit kann nicht neugierig genug sein, was den Charakter von in der Öffentlichkeit stehenden Männern betrifft.“
(Samuel Adams, Brief an James Warren, 1775.)
Während das Säbelrasseln gegen den Iran von Woche zu Woche immer ohrenbetäubender wird, mit Drohungen des atomaren Irrsinns, eventuell absichtlich ein paar Tschernobyls oder auch ein Fukushima schaffen zu wollen, und zwar durch Bombardieren von in Betrieb stehenden Atomkraftwerken, ist ein weiterer möglicher atomarer Wahnsinn geplant – geographisch gesehen gleich „nebenan“.
Die IAEA scheint sich hinsichtlich des Irans in voreingenommener, schamloser Weise zu verhalten – wie sie es mit dem Irak gemacht hatte. Damals wurden ziemlich eindeutig belegte Anschuldigungen laut, dass es bei den Inspektionsteams eher ums Ausspionieren ging, denn um eine neutrale Beobachtung. „Der Weg zurück (zur UNO) erfolgte via Tel Aviv“, bemerkte ein früherer Beobachter. Denkwürdig.
Gareth Porter ist in akribischer, umfassender Weise über den letzten Iran-Bericht der IAEA hergezogen (I), wobei er beunruhigende Parallelen mit dem tragischen Irak-Fiasko aufzeigt. Der Irak hatte damals Ahmed Chalabi, Iyad Allawi und „Curveball“, die Märchengeschichten verkauften. Der Iran hat anscheinend einen Experten in Nanodiamanten, Vyacheslav Danilenko, der offenbar eine Deckung als Experte für Atomwaffen hat und dazu noch eine Unmenge von unidentifizierten Sprechern für „Mitgliedstaaten“. Kaum eine unbestreitbare, verifizierbare Gelehrsamkeit.
Früher geäußerte „Besorgnisse“ sind gewesen, dass der Iran über enorme Ölreserven verfüge, und dass deshalb ein auf Waffen bezogener Grund bestehen müsse, die Atomkraft zu erweitern. Der Iran ist jedoch seit dem 14. November 1979 immer strikteren Sanktionen unterworfen gewesen, was ironischerweise dazu geführt hat, dass er zusätzliche Energiequellen benötigte – wofür er nun mit dem Schicksal Iraks bedroht wird.
Aber die Schlagzeilen im Nahen Osten, die warnen: „Die instabilste Region der Welt wird nuklear“, wobei eine davon eine hilfreiche Karte mit „instabilen“ Ländern mit fortgeschrittenen Ambitionen bietet, scheinen der Aufmerksamkeit der IAEA entgangen zu sein. Der Iran hat – natürlich – keine Geschichte von Kriegslust seinen Nachbarn gegenüber, und das schon seit Jahrzehnten. Allerdings wurde das Land 2003, trotz der schrecklichen Kosten eines acht Jahre dauernden Krieges, nach der (vom Westen angestifteten) Invasion durch den Irak von 1980, von Washington immer noch beschuldigt, eine „Bedrohung“ für seine Nachbarn zu sein; ein Vorwurf, den der Iran wiederholt zurückwies.
Bedenken Sie nun den Fall von Kuwait: „Gesegnet mit einer Fülle von natürlichen Erdölreserven…“ („Gulf News“ vom 25. Februar 2011), das fortgeschrittene Pläne für bis zu vier Atomkraftwerke hat – von denen zwei offenbar auf zwei Inseln gebaut werden sollen, Warba und Bubiyan. Diese Inseln sind schon fast seit einem Jahrhundert die Quelle von Konflikten – viele Gelehrte verfechten noch eine längere Dauer – und es ist auch dieser Zwist, der zu dem Desaster der irakischen Invasion vom 2. August 1990 beigetragen hat, und in der Folge zur Dezimierung des Landes.
Theodore Draper gibt 1993 eine kurze Darstellung der überaus komplexen Situation (II): „Die Plötzlichkeit der (irakischen) Aktion (der Invasion Kuwaits) und die darüber stattgefundene Berichterstattung sollten nicht die Tatsache verschleiern, dass der Irak seit mehr als dem letzten halben Jahrhundert mit einer bemerkenswerten Hartnäckigkeit das kuwaitische Territorium fordert, von Seiten der Haschemiten wie auch von Seiten der Revolutionsregierung.
Es gibt eine gewisse Berechtigung für das Argument, (welches) schon viel älteren Datums ist, als der Antritt der Präsidentschaft durch Saddam Hussein.
Diese Forderungen werden mit einer Regelung der heutigen Kuwait-Krise nicht verschwinden, ob diese nun einen Regierungswechsel in Bagdad beinhaltet oder nicht.
Es ist notwendig, alle diese historischen Wurzeln zu berücksichtigen, weil sie eine solch explosive Erbschaft in der Golfregion hinterließen – das Streben Iraks nach einem Zugang zur Küste, das Hindernis der vorgelagerten Inseln Warba und Bubiyan, die Streitigkeiten über Kuwaits Ausbeutung des Rumaila-Ölfelds, die heiklen Grenzen…“
Aber wie Richard Schofield hervorhebt (III):
„Demnach gab es da mehr hinter Saddam Husseins Versuch, Kuwait zu annektieren, als nur den bösen Charakter eines Mannes. Was immer mit ihm geschehen mag, die Beschwerden der Iraker werden nicht aufhören.
Während mehr als zwei Jahrhunderten schaffte es Kuwait zu überleben indem es eine Großmacht gegen die andere ausspielte. Als Nation hatte es nicht die sehr alten Wurzeln in Mesopotamien, wie es sie der Irak hat.
Während der 1930er Jahre weigerte sich der Irak, einer Grenzmarkierung mit Kuwait zuzustimmen, es sei denn, das letztere sei damit einverstanden, die Kontrolle über die Inseln Warba und Bubiyan aufzugeben, um so die schmale irakische Küste im Persischen Golf zu sichern. Trotz seiner Verletzlichkeit weigerte sich Kuwait, Konzessionen zu machen.
1935 rief die irakische Propaganda offen zu einer Eingliederung Kuwaits auf. Drei Jahre später machte der Irak seine Forderung offiziell, mit der gleichen Begründung wie Saddam Hussein fünf Jahrzehnte später – dass Kuwait einst zur ottomanischen Provinz von Basra gehört habe.“
In einer schwimmend zu bewältigenden Distanz vom Irak gelegen, wurde Kuwait von Patrick Markey wie folgt beschrieben: „… ein luxuriöser Ort, ein Land, das immer noch mit Gewalt, Sektierertum und Druck seitens seiner Nachbarn in einer unstabilen Region zu kämpfen hat“. 20 Milliarden USD müssen für den Atomreaktor auf der Insel Warba ausgegeben werden, der nur 500 Meter vom nächsten irakischen bewohnten Ort, dem Hafen von Umm Qasr gelegen ist. Er liegt 48 Kilometer von Kuwait entfernt (Bubiyan schmiegt sich gleich neben Warba an). (V)
Indem sie hervorhob, dass er sich immer noch auf der umstrittenen Grenze zwischen Irak und Kuwait befindet, die sich aus weiteren Grenzbasteleien nach den Kampfhandlungen von 1991 ergeben hat, hat die Politikerin Frau Alya Naseef bei Premierminister Nuri Maliki eindringlich gefordert, die Pläne zu stoppen.
Die Hauptbauunternehmung ist die französische Gigantin AREVA [früher FRAMATOM, Konstrukteur von AKWs (AdÜ)], in welche die kuwaitische Investmentbehörde im Dezember 2010 794 Millionen USD investierte, wodurch Kuwait einen Anteil von 4,8% erwarb. Dadurch wird es zum drittgrößten Investor, wobei der französische Staat der größte ist. AREVA hat erhebliche Verträge und gegenseitige Interessen mit den Vereinigten Staaten. (VI)
Ferner unterzeichnete Kuwait im September letzten Jahres ein: „… bilaterales Abkommen mit Japan über eine Zusammenarbeit betreffend einer friedlichen Anwendung der Atomenergie, das Themenkreise regelt wie Austausch von Fachwissen, Personalentwicklung, Sicherheit von Atomanlagen und das gleichen Geschäften mit Frankreich und den USA früher in diesem Jahr folgte“.
Das Fünf-Jahres-Geschäft mit Japan sieht u.a. vor: „… Vorbereitung, Planung und Förderung der Entwicklung der Atomenergie… Sicherheit“. – „Der Aufgabenbereich der Zusammenarbeit beinhaltet Training, Personal- und Infrastrukturentwicklung und die entsprechende Anwendung der Atomenergieerzeugung und damit in Beziehung stehender Technologie.“
Ich frage mich, ob die radioaktive Luft- und Meerwasserverschmutzung von Fukushima den Golf schon erreicht hat.
Die Webseite des britischen Außenministeriums führte hinsichtlich Kuwaits aus: „Da gibt es eine allgemeine Bedrohung durch Terrorismus. Angriffe können nicht ausgeschlossen werden und könnten wahllos sein.“ … „Dies schließt den Verweis auf Angriffe auf westliche Interessen – Militär, Öl, Transport und Flugwesen – mit ein.“
Was für ein Preis ein Atomkraftwerk sein würde?
„Viele Zonen im Golf sind höchst heikel, so etwa in der Nähe von im Meer verlaufenden Grenzen und bei den Inseln Bubiyan und Warba…“ Ferner: „In der Zone im nördlichen Golf, zwischen Iran, Irak und Kuwait, sind die Grenzen nicht gezogen worden …“, erinnert das Außenministerium.
Es würde schwierig sein, einen unsichereren Platz zu finden, um ein AKW zu bauen. Oh, und das Land ist tief über dem Meeresspiegel gelegen, ist der Verlandung ausgesetzt und zudem gibt es da eine Verwerfung. [Richtig schicker Bauplatz! (AdÜ)]
Mit der IAEA, die den Iran wegen seines Atomprogramms ausschimpft, erscheint es schon verblüffend, dass die wirklich realen und derzeitigen Gefahren dieser erschreckenden und an Verrücktheit kaum zu überbietenden Projekte von ihr übersehen sein sollen.
Gott bewahre, dass die fünfzig Jahre fruchtbarer Handelsbeziehungen zwischen Japan und Kuwait, die im Mai dieses Jahres gefeiert worden sind, den die IAEA leitenden Herrn Yukiya Amano aus Japan dazu verleitet haben sollten, das Land über den nuklearen Wahnsinn zu stellen.
Und vergessen Sie die Selbstmordbomber nicht.
Weitere Informationen
i. http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=27599
ii. http://www.nybooks.com/articles/archives/1992/jan/16/the-gulf-war-reconsidered-2/?pagination=false
iii. Islands and Maritime Boundaries in the Gulf 1798-1960, pub: 1990: R Schofield. ISBN: (13) 978-1-85207-275-9
iv. http://analysis.nuclearenergyinsider.com/weekly-brief/weekly-intelligence-brief-14-21-july-2011
v. http://en.wikipedia.org/wiki/File:Ku-map.gif
vi. http://www.constructionweekonline.com/article-13040-iraq-20bn-kuwait-nuclear-plant-will-harm-iraqis/
vii. http://www.arabtimesonline.com/NewsDetails/tabid/96/smid/414/ArticleID/159399/reftab/36/t/Kuwait-Japan-sign-pact-on-nuclear-energy/Default.aspx
http://www.nationalsecuritywatch.com/2011/03/french-nuclear-giant-areva’s-multi-billion-dollar-strategic-partner-american-taxpayers/
viii. http://www.mofa.go.jp/region/middle_e/kuwait/index.html
Originaltext (Englisch)

Über Akademie Integra

Als ich wusste, dass ich nicht wusste, was ich nicht wusste, hat mich die geistige Führung endgültig an den Rand der Verwirrung gebracht. Doch ich machte weiter, ...bis ich endlich fand!
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